Das neue Lebensumfeld gezeigt Gemeinsam mit Flüchtlingen in Neuenkirchen auf Radtour

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pm/maa Neuenkirchen-Vörden. Einheimische und Zuwanderer gemeinsam als aktive Pedalritter. Nicht überall ist das in Deutschland ein alltägliches Bild. In der 8100-Einwohner-Gemeinde Neuenkirchen-Vörden mit Menschen aus 52 (!) verschiedenen Nationen aber wohl schon eher. Das bewiesen rund 80 Bürger jetzt bei einer großen Fahrt durch die Kommune an der Kreisgrenze zum Osnabrücker Land.

Integrationsteam lud ein

Für Menschen, die in Deutschland geboren sind oder schon länger hier leben, ist das Fahrradfahren dabei oft Teil des Alltags. Für viele sogar ein Trend, weil es Mobilität mit gesunder Bewegung verbindet. Viele Flüchtlinge haben dagegen oft keinen Zugang zu Fahrrädern. Der Straßenverkehr bedeutet für sie eine zusätzliche Herausforderung. Dabei ist Mobilität eigentlich ein wichtiger Bestandteil zur Integration. Denn das Radfahren trägt dazu bei, dass Zuwanderer ihr neues Lebensumfeld besser kennenlernen.

Den eigenen „Ort erfahren“ – unter diesem Motto veranstaltete das Integrationsteam der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden um Katharina Schulz deshalb auch die erste entsprechende Fahrradtour durch Neuenkirchen-Vörden. Die Tour wurde von Thomas Hugenberg ausgearbeitet. Und mit einheimischen sowie ausländischen Mitbürgern führte der Weg bei bestem Fahrradwetter vom Ortskern Neuenkirchen zur Biester Kapelle. Anschließend zum Hof Nannemann, wo die Gruppe von den Eigentümern Susanne und Bernd herzlich empfangen wurde – und durchaus beeindruckende Einblicke in einem landwirtschaftlichen Betrieb erhielt.

Ein „mitreisender“ Planwagen für eben jene Teilnehmer, die (noch) kein Fahrrad fahren konnten, sorgte für zusätzliche Stimmung. Vor allem viele kleinere Kinder hatten große Freude daran. Im Planwagen wurden auch die kleinen Leckereien transportiert, die die Teilnehmer selbst gebacken oder gekocht und mitgebracht hatten. Von Bieste aus führte der Weg schließlich weiter in Richtung Wenstrup , wo auf dem Dorfplatz nach 20 Kilometern die Tour endete. Bei einem großen Picknick auf dem Rasen wurde gegessen und viel gelacht. Die Kinder backten an einem kleinen Lagerfeuer ferner Stockbrot und spielten.

Nach der ersten gemeinsamen Radtour wurden dann durch die Teilnehmer vielfältige Eindrücke und Erfahrungen ausgetauscht. Fragen, ob „im Herkunftsland ähnlich viel mit dem Rad gefahren werde wie in Deutschland“ oder „ob die Zuwanderer im Heimatland selbst ein Fahrrad gehabt hätten“, förderten die Unterhaltung sowie das weitere Kennenlernen unter den Tour-Teilnehmern – und ihrer jeweiligen Kultur.


Wir meinen: Vorbildlich

Die Integrationsarbeit in Neuenkirchen und Vörden ist bereits des Öfteren gelobt worden. Und so kann man als Beobachter auch die jüngste Radtour nur als lobenswertes und vorbildliches Projekt bezeichnen, an dem sich andere Kommunen ein Beispiel nehmen dürfen.

Bemerkenswert ist zudem, wie exakt und konsequent die Verantwortlichen der Gemeinde an den für eine gelungene Integration entscheidenden Stellschrauben drehen: Sprachkurse anbieten. Ortskenntnisse vermitteln. Die Einbindung in Vereine und Gruppen anstoßen. Sowie für eine gewisse Mobilität sorgen.

Das ist – zugegeben – keine Garantie, dass es im Rahmen von Integration nicht auch einmal zu Problemen kommt. Aber deren Häufigkeit dürfte sich so deutlich reduzieren.

Gemeinde Neuenkirchen-Vörden sucht Fahrradspender

Um die Mobilität als auch die Sichtbarkeit der Zuwanderer in der Gemeinde zu erhöhen, bittet die Verwaltung in Neuenkirchen-Vörden um Fahrradspenden für Flüchtlinge.

Wer also möglichst funktionstüchtige Kinder- und Erwachsenen-Räder abgeben möchte, kann sich an den für die Flüchtlingsbetreuung zuständigen Mitarbeiter der Verwaltung, Awelker Kelifa, unter Telefon 05493/987113 wenden – oder direkt im Rathaus in Zimmer 2 vorbeischauen. „Das Amt für Familie, Soziales, Integration und Teilhabe der Gemeinde bedankt sich schon jetzt bei allen Spendern für die Unterstützung“, unterstreicht Leiter Martin Wiewerich.

Der Verwaltungsfachmann geht davon aus, dass die Zahl der Flüchtlinge in der Gemeinde in den kommenden Monaten noch einmal anwachsen wird. „Gerade auch vor diesem Hintergrund helfen uns weitere Fahrradspenden sehr. Die Neubürger können so unproblematischer von Ortsteil zu Ortsteil gelangen.“ (maa)

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