Feste Stelle im Rathaus Afrikaner hilft in Neuenkirchen-Vörden Flüchtlingen

Von Marcus Alwes

Am Schreibtisch von Auel Kelifa (Mitte). Hinten Bürgermeister Ansgar Brockmann, vorne Sozialamtsleiter Martin Wiewerich.Am Schreibtisch von Auel Kelifa (Mitte). Hinten Bürgermeister Ansgar Brockmann, vorne Sozialamtsleiter Martin Wiewerich.

Neuenkirchen-Vörden. Einzelne Parteien im Gemeinderat hatten ihn als möglichen Kandidaten für sich bei der nächsten Kommunalwahl ins Auge gefasst. Doch das Rennen um Auel Kelifa in Neuenkirchen-Vörden hat keine der Fraktionen gewonnen, sondern die Verwaltung. Der gebürtige Afrikaner erhält im Rathaus eine feste Zweidrittelstelle in der Integrationsarbeit.

„Herr Kelifa wird vor allem zuständig sein für die Integrationsbegleitung von Flüchtlingen, die die Gemeinde aufnehmen muss “, erklärt Bürgermeister Ansgar Brockmann. „Er war selbst einmal Flüchtling und lebt schon seit vielen Jahren in Deutschland. Wir sind stolz und glücklich, ihn für uns gewonnen zu haben, denn er beherrscht hervorragend die arabische Sprache.“ Damit könne sich der 42-jährige Kelifa „mit dem Hauptanteil der momentanen Flüchtlinge reibungslos verständigen“, so Brockmann. Das sei eine große Hilfe für alle Beteiligten im alltäglichen Integrationsprozess . Bei Behördengängen der Flüchtlinge, der Wohnungssuche, Arztgesprächen, Schulfragen, einer beruflichen Eingliederung oder der Bewältigung von Konflikten beispielsweise.

Seit fünf Jahren wohnt Kelifa (verheiratet, drei Kinder) inzwischen in Neuenkirchen-Vörden. Gebürtig stammt er aus Eritrea im Nordosten des afrikanischen Kontinents. Vor rund 30 Jahren war erstmals nach Deutschland gekommen, lebte mit seine Eltern und Geschwistern in Wuppertal. „Anfangs war es schwierig, die deutsche Sprache zu lernen. Doch wir waren alle sehr wissbegierig. Es hat geklappt“, erinnert sich Kelifa an jene Zeit. Deutsch spricht er inzwischen fließend, dazu natürlich Tigrinya (semitische Sprache in seinem Geburtsland) sowie sehr gut Arabisch und Englisch. Eine Lehre als Stahlbetonbauer hat er nach dem Realschulabschluss erfolgreich absolviert, später zudem im Bereich der Telekommunikation gearbeitet. Nach einer kurzzeitigen Rückkehr nach Afrika, ist Kelifa jetzt seit einigen Jahren wieder in Deutschland.

Seine Arbeitszeit im Rathaus der 8100-Einwohner-Gemeinde wird 26 Stunden pro Woche umfassen. Kelifa wird eng mit der hauptamtlichen Integrationsbeauftragten Katharina Schulz und Leiter Martin Wiewerich im Amt für Bürgerservice, Ordnung, Familie und Soziales zusammenwirken. Finanziert wird die Kelifa-Stelle aus Gemeindegeldern. Bürgermeister Brockmann hofft aber noch „auf eine Beteiligung des Kreises Vechta“. Dies gelte es zu klären. Sozialamtsleiter Wiewerich jedenfalls sieht „die Städte und Gemeinden auch in den kommenden Monaten vor großen Herausforderungen bei der Aufnahme von Flüchtlingen“. Die Zahl der Zuwanderer werde wohl nicht abnehmen, sagt er voraus. Deshalb sei „die Arbeit von Auel Kelifa auch so hilfreich und wertvoll“, so Wiewerich.