Sabrina Buschemöhle im Interview PCs an Vördener Schule: „Unbestritten motivierender“

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Expertin für Neue Medien: Sabrina Buschemöhle (r.), hier neben Schulleiter Karsten Mühlmeier. Foto: Marcus AlwesExpertin für Neue Medien: Sabrina Buschemöhle (r.), hier neben Schulleiter Karsten Mühlmeier. Foto: Marcus Alwes

Neuenkirchen-Vörden. Wie stark nimmt das Arbeiten mit PCs schon heute Einfluss auf den Alltag der Grundschulkinder? Gilt hier, lieber am Computer das Programmieren erlernen als eine klassische Handschrift beherrschen?

Die Beauftragte für Neue Medien an der Grundschule in Vörden, Sabrina Buschemöhle, spricht über diese und ähnliche Fragen im Interview mit unserer Redaktion.

Frau Buschemöhle, die Grundschule Vörden bemüht sich spürbar, die Arbeit der Kinder am und mit dem Computer voranzubringen. Sogar in den Gängen der Schule entdecken wir hier viele PC.

Wir nutzen die PC auf den Fluren als sogenannte Workstations. Und wir nutzen sie im Unterricht auf verschiedene Art und Weise. Im Fach Mathematik haben wir beispielsweise eine Blitzrechnen-Software – passend zum Schulbuch. Die Kinder arbeiten hier am Anfang jeder Stunde circa zehn Minuten am PC und sichern sich so erstes Basiswissen.

Zehn Minuten – wo liegt für die Schüler und die Lehrer der Gewinn?

Das Programm ist didaktisch gut aufbereitet. Es legt wirklich den Fokus auf die mathematische Basiskompetenz, die bei den Kindern abgefragt wird. Der Vorteil dieser Arbeit mit dem PC gegenüber dem klassischen Kopfrechnen liegt in der Möglichkeit für die Kinder, die Aufgaben ganz anders zu visualisieren. Und wir Lehrer können viel schneller schauen, was und wie die Kinder gerechnet haben – und wo möglicherweise Fehler lagen.

Wo macht sich der Computer im Unterricht bei Ihnen noch bezahlt?

Auch für das Fach Deutsch ist die frühe PC-Arbeit sehr hilfreich. Hier nutzen wir häufig Textverarbeitungsprogramme. Die Schüler schreiben zum Beispiel Aufsätze. Der Vorteil: Es ist für die Kinder unbestritten motivierender, als einen handschriftlichen Text zu verfassen. Vor allem ist aber eine spätere Überarbeitung leichter. Für die Schüler und für uns Lehrer. Zum Beispiel zeigt das Rechtschreibprogramm den Kindern sofort Fehler an. Die Schüler können selbigen also sofort verbessern und lernen so – zeitnah zum zuvor gemachten Fehler – umgehend die richtige Schreibweise.

Sie haben als örtliche Schule unlängst bei der Gemeinde Neuenkichen-Vörden 23000 Euro für weiteres Computer-Inventar im Jahr 2015 beantragt. Warum und wofür?

Zum einen möchten wir die Endgeräte austauschen. Da ist unsere aktuelle Ausstattung eher alt. Wir möchten aber zum anderen auch ein neues Betriebssystem anschaffen. Eines auf dem heutigen Stand der Technik. Unsere Vision ist, mittelfristig auch mobile Endgeräte nutzen zu können, die ich im Klassensatz dann auch flexibel in die einzelnen Klassenräume transportieren kann. Vorstellbar wären mobile Tablet-PC, die in einzelnen Schulen auch schon in einer Erprobungsphase sind.

Aus Finnland schwappt eine Debatte nach Deutschland: Kinder sollten in der Schule lieber das Programmieren am Computer und eine einfache Druckschrift erlernen – anstatt einer klassischen Handschrift. Teilen Sie einen solchen Vorschlag?

Ich kann Ihnen nur meine ganz persönliche Meinung als Lehrerin dazu sagen. Ich glaube nicht, dass man komplett auf eine Handschrift verzichten kann und verzichten sollte. Das wäre im Moment auch sehr, sehr schwierig. Ich denke, dass es gut ist, wenn die Kinder beides erlernen. Es macht Sinn, in den Klassen eins und zwei den Fokus klar auf die Handschrift zu legen. Aber auch in den Klassen drei, vier. Die Kinder schreiben doch so viel. Ich glaube, wenn wir „nebenbei“ eine allerdings zwingend notwendige PC-Arbeit betreiben, dann ist das der richtige Weg. Kinder sollten am Ende beides können.


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