„Einfach klasse“ Integration von Zuwanderern: Fachfrau lobt Neuenkirchen-Vörden

Erläuterten ihr tägliches Engagement vor den Ausschussmitgliedern: Zwei der Integrationslotsen der Gemeinde, (v. l.) Auel Kelifa und Mariana Simon, die beiden Sprachdozentinnen Elke Oltrop und Gabriele Darias sowie Stephan Blömer vom Bildungswerk Dammer Berge. Foto: Marcus AlwesErläuterten ihr tägliches Engagement vor den Ausschussmitgliedern: Zwei der Integrationslotsen der Gemeinde, (v. l.) Auel Kelifa und Mariana Simon, die beiden Sprachdozentinnen Elke Oltrop und Gabriele Darias sowie Stephan Blömer vom Bildungswerk Dammer Berge. Foto: Marcus Alwes

Neuenkirchen-Vörden. Wie kann die Aufnahme von Zuwanderern gelingen? Gabriele Darias jedenfalls hatte ein Lob mitgebracht. Und zwar ein großes. „Das, was hier an Integration passiert, das habe ich noch nie in einem Dorf gesehen“, so die Spachdozentin: „Wie an allen Ecken – in den Schulen, in den Kindergärten, in Projekten und seit mehreren Jahren in Sprachkursen – daran gearbeitet wird, das ist schon beeindruckend“, stellte die Sprachdozentin aus Bremen heraus.

Das sei „einfach klasse“. Die, die von Darias im Rahmen der jüngsten Sozialausschusssitzung so gelobt wurden, waren die Verantwortlichen der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden und das örtliche Integrationsteam.

„Man läuft hier – und das habe ich beim Thema Integration nur äußerst selten erlebt – offene Türen ein“, so Darias. Sie selbst hat vor zehn Jahren in Bremen eine Integrationsschule gegründet und kennt damit die vielfältigen Aufgabenstellungen rund um das Thema Zuwanderung durchaus genau: Hilfe für die Migranten bei der Wohnungssuche und -einrichtung beispielsweise. Ein Unterstützen bei den ersten Behördengängen. Das Anbieten von Sprachkursen. Die Hilfe beim ersten Gang zu einem Arzt oder in einen Einkaufsmarkt. Oder die Aufnahme in einen Verein, um erste Kontakte im Ort zu knüpfen.

Die anwesenden Gemeinderatsmitglieder aus Neuenkirchen-Vörden konnten sich während dieser Ausschusssitzung einen gebündelten Eindruck verschaffen, wie umfangreich die Maßnahmen und Aktivitäten inzwischen geworden sind. Neben den Sprachdozentinnen Darias und Elke Oltrop standen ihnen auch zwei der ehrenamtlichen Integrationslotsen – Auel Kelifa und Mariana Simon – sowie Stephan Blömer vom Bildungswerk Dammer Berge, die Aussiedlerbeauftragte Katharina Schulz und der Leiter des Sozialamtes, Martin Wiewerich, ausführlich Rede und Antwort.

Letzterer hatte hervorgehoben, dass inzwischen „jeder fünfte Bürger in Neuenkirchen und Vörden irgendwie einen Migrationshintergrund in seiner Vita hat“. Auch das sei ein entscheidender Grund dafür, dass die Verwaltung an der Konzeption und der Einführung eines Willkommens-Managements arbeite. Und diese nachhaltig auf breite Füße stellen wolle. „Inzwischen leben in unserer Gemeinde tatsächlich Menschen aus 52 verschiedenen Ländern“, so Wiewerich, „wir sind also eine echte Zuwanderungskommune.“ Die Integrationsarbeit sei somit „eine kommunale Querschnittsaufgabe“ geworden.

Das Willkommenskonzept in Neuenkirchen-Vörden beruhe, so Wiewerich, auf drei Säulen. Erstens: Eine schnelle sprachliche Integration. Zweitens: Hilfen durch ehrenamtliche Integrationslotsen. Drittens: Eine zielgerichtete soziale Eingliederung der Zuwanderer. „Das gilt es dauerhaft zu festigen“, so Wiewerich.

Gemeinsam mit Bürgermeister Ansgar Brockmann bot der Sozialamtsleiter den Ratsfraktionen an, diese in den kommenden Wochen zu besuchen, um das Konzept auch mit Blick auf mögliche Entscheidungen zum Gemeindehaushalt 2015 zu erläutern und zu besprechen.


Wir meinen:

Krieg, Naturkatastrophen, Verfolgung, Hunger, Armut, keine Arbeit. Die Gründe, warum weltweit Millionen von Menschen ihre Heimat verlassen (müssen) und in anderen Ländern oder Regionen ihr Heil suchen, sind äußerst vielfältig.

Irgendwann kommt dann ein ganz, ganz kleiner Teil von ihnen auch in Gemeinden wie Neuenkirchen-Vörden an. Da ist es hilfreich, wenn kluge Köpfe den Eingliederungsprozess friedlich steuern und aktiv mit Leben füllen, damit Einheimische und Neuankömmlinge einander die Hand reichen – und kennenlernen. Daraus erwächst dann in der Regel Verständnis und Vertrauen.

Die Idee eines durchdachten Willkommens-Managements ist also sehr lobenswert. Sie macht Sinn. Selbst dann, wenn einige der Maßnahmen nicht umsonst zu haben sein werden.

0 Kommentare