Immer mehr Glücksspielsüchtige Norddeutscher Suchttag in Neuenkirchen-Vörden

Von Olaf Möldner

Referenten und Veranstalter des Norddeutschen Suchttags: Claudia Catani , Thomas W. Heinz, Sabine Brägelmann-Tan, Mete Tuncay sowie Conrad Tönsing . Foto: Marienstift/Daniel Meier.Referenten und Veranstalter des Norddeutschen Suchttags: Claudia Catani , Thomas W. Heinz, Sabine Brägelmann-Tan, Mete Tuncay sowie Conrad Tönsing . Foto: Marienstift/Daniel Meier.

Neuenkirchen-Vörden. Die Zahl Glückspielsüchtiger steigt weiter an. Darauf wiesen Experten beim Norddeutschen Suchttag der Fachkliniken St. Marienstift Neuenkirchen-Vörden und St. Vitus Visbek sowie der Fachkliniken im Caritasverband der Diözese Osnabrück hin, an dem auch die Drogenbeauftragte des Landes Niedersachsen, Sabine Brägelmann-Tan, teilnahm.

Die Veranstaltung mit über 80 Fachleuten fand erstmals im St. Marienstift statt. Der Geschäftsführer der Fachkliniken, Thomas W. Heinz, informierte die Gäste über Leistungsspektrum und Planungen für die Zukunft. Wichtig seien den Kliniken der ganzheitliche Blick auf den Menschen sowie spirituelle Angebote. Der Leitende Psychologe der Klinik, Ralf Nebe, blickte in einem Vortrag auf die erfolgreiche Entwicklung des Hauses zurück.

Krankhaftes Glückspiel sei unter Migranten insbesondere aus orientalischen Kulturkreisen überproportional häufig festzustellen, sagte der Leiter des Instituts Glücksspiel und Abhängigkeit (Mannheim), Mete Tuncay. Migranten seien eine Hochrisikogruppe bei Automatenspiel und Sportwetten. Im St. Marienstift seien bis zu 20 Prozent der Betroffenen Migranten, so Heinz. Er erläuterte zudem, dass 25 Prozent der krankhaften Glücksspieler auch alkoholabhängig seien und 50 Prozent davon Alkoholmissbrauch betrieben.

Einen anderen Zusammenhang stellte die Psychologische Psychotherapeutin Claudia Catani von der Uni Bielefeld vor: Sie berichtete, dass sexueller Missbrauch das Risiko für einen schädlichen Gebrauch oder die Abhängigkeit von Alkohol und Drogen bei Jugendlichen deutlich steigere. So seien 40 Prozent der Frauen mit Missbrauchserfahrung abhängig.

In weiteren Vorträgen und Workshops ging es unter anderem um spezielle Aspekte bei der Therapie älterer Menschen: Sie hätten andere Bedürfnisse, seien aber nachweislich für gezielte Therapien durchaus erreichbar, hieß es.