Campemoorer bekommen mehr Zeit Fristverlängerung durch Minister in Vörden begrüßt

Meine Nachrichten

Um das Thema Neuenkirchen-Vörden Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Um die Zukunft des Torfabbaus – unter anderem in der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden – wird auf Landesebene weiterhin hart gerungen. Foto: Marcus AlwesUm die Zukunft des Torfabbaus – unter anderem in der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden – wird auf Landesebene weiterhin hart gerungen. Foto: Marcus Alwes

Neuenkirchen-Vörden. Die Debatte um Moor-Erhalt, Wiedervernässung, die Torfabbaurechte und die Zukunft landwirtschaftlicher Flächen in diesen Regionen geht in die nächste Runde. Denn Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen) hat die Frist für die Abgabe von Bürger- und Verbändestellungnahmen zum ersten Entwurf des Landesraumordnungsprogrammes (LROP) verlängert. Dieser Schritt dürfte unter anderem auch vielen Landwirten in der Siedlung Campemoor entgegenkommen.

„Stellungnahmen, die hier noch bis Ende Dezember dieses Jahres eintreffen, werden wir auf jeden Fall berücksichtigen, bearbeiten und in die Auswertung mit einbeziehen“, teilte Meyer in einer Presseerklärung mit. Eigentlich sollte die Abgabefrist am 14. November enden. Dies ist nun nicht mehr so.

Rolfsen: Bieten Hilfe an

„Diese Fristverlängerung ist natürlich zu begrüßen. Es ist eine vernünftige Entscheidung“, betonte der Vördener Ratsherr und Kreistagsabgeordnete Hermann Schütte: „Ich kann nur alle Einwohner in Campemoor auffordern, ihre persönlichen Eingaben auch im Landwirtschaftsministerium tatsächlich einzureichen.“ Der Sozialdemokrat weiter. „In diesen Stellungnahmen sollten die Bürger ihre familiären Zukunftsplanungen in Campemoor sehr genau schildern.“

Schütte erneuerte unterdessen sein Angebot, bei der Weiterleitung von Bürgereingaben an die rot-grüne Landesregierung behilflich zu sein. Gleiches bietet auch weiterhin die Gemeindeverwaltung aus Neuenkirchen-Vörden an. „Ja. Wer möchte, kann sich dazu gerne an uns wenden“, so Bauamtsleiter Jürgen Rolfsen.

Einladung an Meyer steht

Minister Meyer selbst hatte sich vorgestern in Augustendorf bei Zeven einer viel beachteten Diskussion mit verunsicherten Landwirten über den ersten Entwurf des LROP gestellt. „Der Grünen-Politiker räumte ein, dass manche Formulierung missverständlich und unglücklich sei. Zugleich versicherte er: Die bäuerliche Landwirtschaft hat nichts zu befürchten“, berichtete die Zevener Zeitung über die Veranstaltung. Und weiter: Der Minister „stellte klar: Die landwirtschaftlichen Flächen in den Vorranggebieten können künftig wie bisher genutzt werden. Renaturierungsmaßnahmen seien zwar mit Blick auf den Klimaschutz politisch gewünscht und würden auch gefördert, allerdings würden diese nur auf freiwilliger Basis und großflächig erfolgen. Flickschusterei sei nicht sinnvoll. Hier wolle man gerade den lokalen Akteuren Handlungsmöglichkeiten einräumen.“ Minister Meyer wird im Zeitungsbericht mit den Worten zitiert: „Es soll stärker vor Ort entschieden werden.“

Im zweiten Entwurf des Landesraumordnungsprogrammes („Ein anderes Gesicht“) werde es Änderungen gegenüber der aktuell vorliegenden Version geben, kündigte Meyer zudem in seiner parallel verbreiteten Presseerklärung an. Der Landwirtschaftsminister forderte darin auch alle an der Diskussion beteiligten Gruppen und Verbände auf, „zu einer Versachlichung der Debatte zurückzukehren“.

Auf dem Tisch des Ministers liegt unterdessen aber noch eine Einladung zu einem Gespräch und Ortstermin in Campemoor. Die örtliche SPD um Hermann Schütte hatte diese schon vor Wochen ausgesprochen.


Wir meinen: Zweiter Versuch

Der grüne Landwirtschaftsminister wird es nie öffentlich zugeben. Doch der lautstarke Protest der verärgerten Moorbauern zeigt Wirkung. Christian Meyer rudert in der Sache inzwischen zurück, kommt den Landwirten ein Stück entgegen, spricht von Missverständnissen und nicht ganz eindeutigen Formulierungen im ersten LROP-Entwurf.

Wenn Letzteres aber tatsächlich so sein sollte, muss sich der Minister die Frage gefallen lassen, warum er und sein Haus nicht ein eindeutiges, klareres Papier vorgelegt haben. Das hätten alle Beteiligten eigentlich erwarten dürfen. Denn hier geht es um nicht weniger als die Existenz von Höfen und Familien. In Campemoor sogar einer ganzen Ortschaft.

Bleibt zu hoffen, dass Meyer wenigstens bei seinem zweiten Versuch zum LROP ins Schwarze trifft.

Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN