Wohl zweijährige Planungsphase Vördener Plan für Bürgerwindpark an der Kreisgrenze

Von Marcus Alwes

Der rote Pfeil zeigt es: Rechts vom Standortübungsplatz – etwa im Bereich Seitenweg hinter dem Bernhorn, Weg an der Flöte und Dievenhakenweg – könnten bei Vörden die Windräder stehen. Direkt unterhalb davon liegt der geplante Windpark Kalkriese. Fotomontage: MichelDer rote Pfeil zeigt es: Rechts vom Standortübungsplatz – etwa im Bereich Seitenweg hinter dem Bernhorn, Weg an der Flöte und Dievenhakenweg – könnten bei Vörden die Windräder stehen. Direkt unterhalb davon liegt der geplante Windpark Kalkriese. Fotomontage: Michel

Neuenkirchen-Vörden. Für den südlichsten Bereich der Gemeinde gibt es Pläne zur Schaffung eines Windparks. Das haben Neuenkirchen-Vördens Bürgermeister Ansgar Brockmann und Bauamtsleiter Jürgen Rolfsen im Gespräch mit unserer Redaktion bestätigt. Das näher ins Auge gefasste Gebiet liegt neben dem sogenannten Standortübungsplatz in Wittenfelde. Unmittelbar an der Orts- und Kreisgrenze zu Bramsche-Kalkriese.

„Es gibt dort im direkten Umfeld keine Bebauung. Weder Siedlungen noch Einzelhäuser“, sagt Bauamtsleiter Rolfsen: „Der dicht besiedelte Ortsteil Vörden ist etwa zwei Kilometer von diesen Flächen entfernt.“

Momentan, so bestätigt Bürgermeister Brockmann, laufen die Gespräche der Firma Landwind, die entsprechenden Flächen (insgesamt bis zu 180 Hektar) von den momentanen Grundstückseigentürmern zu erwerben. Es habe dazu bereits eine erste Versammlung mit den Betroffenen gegeben.

Das Unternehmen Landwind GmbH – mit Hauptsitz in Gevensleben – hatte im Sommer von den Gemeinderatsmitgliedern aus Neuenkirchen-Vörden das konkrete Signal erhalten, als Projektierer einen möglichen Windpark planen zu können. „Dazu gibt es klare, nicht diskutable Vorgaben an Landwind“, betont Ansgar Brockmann, „es muss sich um einen Bürgerwindpark handeln. Das bedeutet, es muss finanzielle Beteiligungsmöglichkeiten für alle Bürger aus unserer Gemeinde geben.“ Zum Schluss solle sogar von den Einspeisevergütungen noch etwas Geld für soziale Projekte in Neuenkirchen und Vörden übrig bleiben, erklärt Brockmann. „Auch auf diesem Weg soll die Allgemeinheit dauerhaft von einem Windpark profitieren“, so der Bürgermeister.

Dass alle Planungen aber noch ganz am Anfang stehen, macht Bauamtsleiter Rolfsen deutlich. „Der Anstoß dafür kam aus der örtlichen Politik“, sagt er und verweist nicht nur auf den Rat, sondern auch auf die Arbeit eines entsprechenden Arbeitskreises zu Energiefragen.

Blicke nach Kalkriese

Die Verwaltung habe sich anschließend zusammen mit den Gemeinderatsvertretern schlau gemacht. Mehrere Projektierer stellten sich und ihre Modelle eingehend vor. Die bereits weit fortgeschrittenen Planungen zu Windparks im Landkreis Osnabrück (u.a. in Bramsche-Kalkriese, Epe, Lappenstuhl und Gehrde) wurden ebenso studiert wie eine umfassende Rechtsberatung in Münster eingeholt.

Erst wenn in einigen Wochen klar sei, ob und in welchem Umfang die Landwind GmbH Einigung mit den diversen Grundstückseigentümern bei Wittenfelde erzielt habe, könnten die nächsten Schritte eingeleitet werden, sagt Bauamtsleiter Rolfsen. Zum Beispiel eine Änderung des Flächennutzungplanes der Gemeinde. Rolfsen geht von einer „etwa zweijährigen Planungsphase“ aus. Die Windräder könnten dann in 2017 aufgestellt werden.


Wir meinen: Ein hilfreicher Austausch

Ein Windpark in Neuenkirchen-Vörden steht bereits seit dem Jahr 2001 im nördlichen Ortsteil Nellinghof. Nun einen zweiten an die künftigen zwölf Windräder im benachbarten Kalkriese „anzubauen“, macht durchaus Sinn. Das ausgesuchte Gebiet scheint – Kenntnisstand heute – für ein solches Projekt bestens geeignet.

Es sollte möglich sein, hier geschätzte vier oder fünf Windräder der neueren Bauart – also in der Rotorblattspitze bis zu 200 Meter hoch – errichten zu können. Dass die Verantwortlichen in Neuenkirchen-Vörden dazu bereits in den vergangenen Tagen den Erfahrungsaustausch mit den „Machern“ und Planern aus Kalkriese gesucht haben, wird am Ende hilfreich sein.