Von Steinmetzen Voigt erstellt Symbolträchtige Stele vor dem Friedhof in Vörden

Von Sigrid Schüler-Juckenack


Neuenkirchen-Vörden. Zwei Steine, nicht verbunden, aber auch nicht getrennt. Sie stehen nebeneinander, in einer Form, die an das chinesische Yin-Yang erinnert. Auch wenn sie sich nicht berühren, gehören sie zusammen, und der eine bedingt das andere: Eine Wirkung können sie nur gemeinsam erreichen.

Die etwa 1,5 Meter hohe Stele aus schwarzem Stein steht seit dem Sommer in Vörden auf dem Parkplatz vor dem Friedhof. Gestiftet wurde sie von den Steinmetzen Volker Voigt und seiner Tochter Charlotte Voigt, die den Steinmetzbetrieb Voigt und Feldker in der Bahnhofstraße in Neuenkirchen-Vörden betreiben.

Steinmetz Voigt: Passend

Ein passendes Symbol für eine Gemeinde, die mit ihren beiden Ortskernen sich selbst als „doppelt gut“
bezeichnet, meinen die beiden.

„Ich hätte gerne etwas für den Vördener Kreisverkehr gemacht“, erklärt Volker Voigt, den nach eigenen Worten Kreisel faszinieren. Die Gestaltung mit den „Mikadostäben“ habe aber schon festgestanden, und so habe er sich entschlossen, eine Stele für die Gemeinde zu stiften. Wichtig waren ihm und seiner Tochter, dass etwas entsteht, das zur Gemeinde passt. „Die beiden Steine sollten wie zwei Personen sein, die ineinander fassen“, so Volker Voigt. Mit anderen Worten: Jeder steht selbstständig für sich, aber nur beide zusammen ergeben Vollständigkeit, eben genau so wie die beiden Ortsteile.

Die Stele in Vörden ist aus zwei Blöcken Diabas gefertigt, einem Vulkanstein, der zwar hart ist, aber schön zu bearbeiten, sagen Charlotte und Volker Voigt. Auf etwa 200 Kilogramm schätzen die beiden Steinmetze das Gewicht. „Im Stein ist Leben“, erklärt Charlotte Voigt. Das mag für einen Laien paradox klingen, aber da jeder Stein anders ist, wie die junge Frau betont, kann man gut nachvollziehen, dass die Bearbeitung eines jeden Stücks immer ein besonderer und individueller Moment des Schaffens ist. Glatt polierte und glänzende Oberflächen sind dabei nicht das Ding der beiden Steinmetze. Die Oberfläche eines bearbeiteten Steins müsse nicht ganz glatt sein, sagt Charlotte Voigt. Immerhin handelt es sich um eine echte „Handarbeit“, und das darf man nach ihrer Meinung auch sehen.

Und so ist die Oberfläche der Vördener Stele zwar glatt, aber nicht poliert. Zu den Menschen des Ortes passt das sicher auch besser. Für die Voigts, die sich im Alltag mit der Gestaltung von Grabmalen beschäftigen, sind Male und Stelen immer auch ein Stück Kulturgeschichte – egal, ob sie auf einem Friedhof stehen oder aber dicht an einer belebten Straße. Sie erzählen von Menschen, der Zeit, in der sie gelebt haben, und geben so ein Stück Geschichte wieder. Die Geschichte der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden ist mit der Stele der Voigts auf jeden Fall treffend für lange Zeit „in Stein gemeißelt“.