In die Gesellschaft integrieren Kinderhof Campemoor feierte Jubiläum

Von Anke Schmiesing

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Campemoor. Ein tolles Fest feierte der Kinderhof Campemoor am Wochenende anlässlich seines 30-jährigen Bestehens. Zum Empfang erschienen waren unter anderem der Landtagsabgeordnete Christian Calderone (CDU) sowie der Bürgermeister von Neuenkirchen-Vörden Ansgar Brockmann. Danach durften sich alle Kinder auf tolle Spiele und Aktionen freuen. Highlight des Tages war der Kletterturm. Ebenso beliebt war das Ponyreiten und die Kettcar-Ralley sowie der Menschenkicker und die Teilnahme an der Tombola.

Gegründet wurde der ehemalige Verein Kinderhof Campemoor e.V. im Jahr 1982 von Gudrun Struck. Ab dem Jahr 2000 bis heute ist der Verein eine GmbH, zu einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Zurzeit leben acht Kinder und Jugendliche auf dem Hof in Campemoor. Sie werden betreut von acht Erziehern, Psychologen und Sozialpädagogen. Ein weiteres Haus befindet sich im Vennermoor, in dem weitere acht Kinder untergebracht sind.

Die Kinder und Jugendlichen stammen aus ganz Deutschland. Der Einzugsbereich zieht sich von Koblenz bis nach Cuxhaven sowie von Salzwedel bis nach Nordhorn. Vermehrt stammen die Bewohner allerdings aus den umliegenden Landkreisen .

Aufgenommen werden Kinder ab vier Jahre. Ein Großteil der Bewohner kämen allerdings mit rund sieben Jahren auf den Kinderhof, erklärte der pädagogische Leiter Paul Hölker. In Campemoor wohnen hauptsächlich Kinder bis 14 Jahren. Die Jugendabteilung dagegen befindet sich somit im Vennermoor.

Allein wohnen lernen

Junge Erwachsene haben seit dem Anbau in Campemoor im Jahr 2001 die Möglichkeit, einen sogenannten Verselbständigungsplätze mit separatem Eingang zu nutzen. Sie lernen im abgetrennten Bereich langsam alleine zu wohnen, haben aber dauerhaft einen Ansprechpartner im Haus. Betreut werden ebenfalls Erwachsene, die sich dafür entscheiden, ein eigenes Leben in einer Wohnung zu führen.

Ziel beziehungsweise Schwerpunkt der Arbeit ist die Nachreifung und Entfaltung der Persönlichkeit sowie die Integration in die Gesellschaft. Im Kinderhof lernen verhaltensauffällige Kinder und Jugendliche mit intensivem pädagogischem Hilfebedarf, ein angemessenes, kindgerechtes Sozialverhalten. Lernschwierigkeiten, Entwicklungsstörungen und seelische sowie soziale und kognitive Beeinträchtigungen veranlassen Eltern, Lehrer oder das Jugendamt, Hilfe in Campemoor zu suchen. Zahlreiche Bewohner stammen zudem aus schwierigen Familienverhältnissen. Nicht wenige haben auch bereits mehrere Stationen von Kinderheimen bis zum jetzigen Kinderhof durchlaufen, hieß es weiter. Die Betroffenen stehen auf einer frühen Entwicklungsstufe und erhalten in Kleingruppen die nötige Hilfe im Alltag.

Der Tagesablauf der Bewohner sieht ähnlich aus wie bei anderen Kinder in diesem Alter. Sie besuchen die Regel- oder teilweise auch Sonderschulen im Umkreis. Dazu zählen Schulen in Damme, Vörden und Neuenkirchen. Nachmittags wird ein vielfältiges Freizeitprogramm angeboten. Bei den Bewohnern besonders beliebt ist das Reiten. Im Mittelpunkt der Arbeit steht das heilpädagogische Reiten. Zu Beginn der Reitstunden werden Reitübungen im Steinlabyrinth durchgeführt, um emotionale Ruhe und Konzentration zu erzeugen. Oft reitet die Gruppe danach gemeinsam aus. Aufgrund der positiven Erfahrungen sei im kommenden Jahr auch der Bau eines Pferdestalles im Vennermoor geplant. Neben dem Reiten steht das regelmäßige Tanzen und das wöchentliche Schwimmen auf dem Programm. Einen besonderen Stellenwert erhält auch die Verbundenheit zur Natur, um Körper und Geist in Einklang zu bringen.


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