Gemischte Resonanz Winehouse-Cover auf schmalem Grat im KuBa Neuenkirchen

Von Ilona Uphaus

Jutta Gürtler (2. v. l.) ist die Stimme von Winehouze. Foto: Ilona UphausJutta Gürtler (2. v. l.) ist die Stimme von Winehouze. Foto: Ilona Uphaus

Neuenkirchen-Vörden. Amy Winehouse covern? Wer sich an ein solches Projekt wagt, verdient Respekt, wie die Gruppe „Winehouze“, die mit „A Tribute to Amy“ die Sommerpause im Kulturbahnhof beendete. Ein Auftritt mit gemischter Resonanz.

Mit dem gefüllten Weinglas in der Hand tippelt Jutta Gürtler auf High Heels zum Mikrofon. Eine Augenweide. Das enge geblümte Kleid, die langen blonden Haare toupiert und hochgesteckt – der optische Tribut an den Star, der 2011 im Alter von 27 Jahren starb. Die Frontfrau der Gruppe mokiert sich schon früh über die „ruhigen Neuenkirchen-Vördener“ und wundert sich über die Plätze zur Rechten: „Sitzende Leute, das kennen wir nicht.“ Zwischen den Songs erzählt sie von Amy Winehouse, die in vielen Songs Beziehungsprobleme verarbeitete und auch Lieder mit anzüglichen Texten sang. Gut kommt beim Publikum die Ballade „Will you still love me tomorrow“ an, ebenso „Back to black“, „Rehab“ und „Valerie“.

Sängerin Gürtler kann sich dabei auf ihre „Big Band“ verlassen. Die sieben sehr jungen Musiker – der Jüngste ist gerade 18 geworden – zeigen allesamt eine Top-Leistung.

„Eine ganz schön dicke Besetzung“, staunt Konzertbesucher Eckard Land aus Neuenkirchen. Auch Wolfgang Wehming aus Damme sieht seine musikalischen Erwartungen erfüllt, findet es nur schade, das „so eine große Band vor so wenig Publikum spielt“. Rund 60 Zuhörer sind es an diesem Abend. Für Helga Wehming allerdings „springt der Funke nicht über“. Obwohl die Dammerin die Bandleistung gut findet und der Sängerin „eine Hammer-Stimme“ bescheinigt. Anders sehen es einige Dauertänzer, die es nicht auf den Plätzen hält.

Die Band habe sich telefonisch beim Kulturbahnhof gemeldet, erfahren wir von der Vorsitzenden Elsbeth Meyer. Nur den Background-Sängern, die üblicherweise mit der Cover-Band auftreten, habe man absagen müssen, erklärt der zweite Vorsitzende Peter Haberer. Das sei jetzt schon „grenzwertig mit der ganzen Technik“, erklärt er. Und tatsächlich: Die Bühne ist mit der angereisten Mannschaft mehr als gut bestückt.

Haberer ist vom Auftritt der Band sehr angetan, auch von der Leistung der Sängerin. „Die zelebriert das“, findet er und hat recht. Das Nachschenken des Weines – allerdings mit Wasser gemischt – gehört genauso dazu, wie das kokette Zupfen am kurzen Kleid. Für Nicht-Fans wäre vielleicht weniger mehr gewesen. Das stimmliche und musikalische Potenzial ist groß.