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Podiumsdiskussion gut besucht Ein zweiter Autobahnzubringer für den Niedersachsenpark in Neuenkirchen-Vörden?

Von Sascha Knapek

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Die Teilnehmer an der Podiumsdiskussion zu Themen rund um den Niedersachsenpark stellten sich den Fragen der Gäste. Foto: Sascha KnapekDie Teilnehmer an der Podiumsdiskussion zu Themen rund um den Niedersachsenpark stellten sich den Fragen der Gäste. Foto: Sascha Knapek

Neuenkirchen-Vörden. Der Niedersachsenpark und die politischen Entscheidungsträger des interkommunalen Industrie- und Gewerbeparks suchen Kontakt zu den Bürgern. Kritische Töne wurden bei der Informationsveranstaltung mit anschließender Podiumsdiskussion allerdings nur am Rande laut.

Nach einer durch Uwe Schumacher (Geschäftsführer der Niedersachsenpark GmbH) geleiteten Rundfahrt durch den Industrie- und Gewerbepark versammelten sich über 100 Bürger auf dem Gelände der „Bosch Rexroth AG“, um sich die Einschätzungen und Meinungen der beteiligten Podiumsdiskutanten anzuhören und anschließend Fragen an Sebastian Hüdepohl (Bürgermeister Rieste), Hans-Jürgen Timpe (H. Kruse GmbH), Friedhelm Biestmann (stellvertretender Landrat des Landkreises Vechta), Alfons Wieschmann (Bürgermeister Neuenkirchen-Vörden), Uwe Schumacher, Dr. Friedrich Willms (Hauptverband des Osnabrücker Landvolkes) und Felix Lingens (Grimme Landmaschinenfabrik) zu stellen.

In ihren Eingangsstatements konzentrierten sich die Wirtschaftsvertreter auf den Standortvorteil des Niedersachsenparkes. Sowohl Felix Lingens als auch Hans-Jürgen Timpe stellten die Chancen (gute Verkehrsanbindung, Nähe zum alten Wirkungskreis, Mitarbeitergewinnung aus der Region) in den Vordergrund, die ihre aus der Region stammenden Unternehmen mit einer Ansiedlung in Neuenkirchen-Vörden verbinden. Schumacher ergänzte diesen Punkt mit seinem Anspruch der Überregionalität, der unter anderem mit der aktuellen Ansiedlung von Adidas deutlich werde.

Seine „Vision, die Nummer eins in Niedersachsen zu werden“, untermauerte der Geschäftsführer mit dem Ziel der „Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen“ durch die Vermarktung von „flexiblen und restriktionsarmen Industrieflächen“. Anfang Juli wolle man deshalb einen zweiten Autobahnanschluss beantragen. Biestmann hielt dies ebenfalls für eine gute Idee. Ein zweiter Autobahnzugang müsse kommen, sonst werde das „Nadelöhr Niedersachsenpark“ bald zu klein für den aufkommenden Verkehr, sagte er.

Auch die beiden Bürgermeister von Rieste und Neuenkirchen-Vörden meldeten sich vor der Bürgerfragestunde zu Wort. Während sowohl Sebastian Hüdepohl als auch Alfons Wieschmann die Zusammenarbeit der beiden Kommunen und der restlichen am Niedersachsenpark beteiligten Akteure lobten, monierte Wieschmann jedoch den seiner Meinung nach unfairen Umgang einzelner Landwirte mit Uwe Schumacher. Dem Geschäftsführer der Niedersachsenpark GmbH sei im Zusammenhang mit dem Bau von zu tief greifenden Entwässerungsgräben von einigen Landwirten „sehr übel mitgespielt“ worden, sagte der CDU-Mann. Von den Bürgern wurde dieser Punkt sofort aufgegriffen und Friedrich Willms vom Osnabrücker Landvolk mit ins Boot geholt. Der Landwirtschaftsvertreter merkte an, dass die Angelegenheit mit dem Rückbau der Gräben aus seiner Sicht vom Tisch sei und sein Verband mit dem Verhalten einzelner Landwirte nichts zu tun habe. „Wir haben das Verfahren nur begleitet“, bemerkte Willms.

Die meisten Fragen aus dem Plenum drehten sich um den von Uwe Schumacher und Friedhelm Biestmann ins Spiel gebrachten zweiten Autobahnzugang. Wie genau sich die beteiligten Entscheidungsträger den Weg zu einer entspannteren Verkehrssituation vorstellen, mussten sie nicht nur auf eine Bürgernachfrage hin erklären. Schumacher sagte, dass die aktuelle Situation vorerst ausreiche, langfristig eine zweite Autobahnausfahrt am Ende des Parks (am Riester Damm) jedoch unumgänglich sei. Die Kosten bezifferte das Podium hierfür auf circa 3,5 Millionen Euro. Friedhelm Biestmann brachte zudem eine in diesem Bereich angedachte Dreizügigkeit der A1 ins Spiel, die man im Fall einer Realisierung mit dem Bau des zweiten Autobahnzugangs verbinden könne. Einen weiteren Lösungsvorschlag für das aus Reihen der Bürger angemahnte Verkehrsproblem lieferte Riestes Bürgermeister Sebastian Hüdepohl. Der CDU-Politiker kündigte an, dass man versuchen werde, den öffentlichen Personennahverkehr in der Region auszubauen, um auch dadurch auf den Straßen für Entlastung zu sorgen. Bürger aus Vörden bemängelten in diesem Zusammenhang vor allem den ihrer Meinung nach zu zahlreichen Schwerlastverkehr, der aufgrund des Niedersachsenparkes durch ihren Ort fahre. Die Frage nach geeignetem Wohnraum in der Region regte sich zwar auch bei den anwesenden Bürgern, aber es war Moderator Bernhard Vagedes, der das Podium nach dieser Problematik befragte. Felix Lingens antworte darauf, dass ihm bei den Angestellten der Firma Grimme keine Probleme in Sachen Mietwohnungssuche bekannt seien. Wo er allerdings ein Problem sehe, sei die Wohnraumsuche für leitende Angestellte und die Managementebene. Für derartige Kräfte, die zum Teil von außerhalb kommen, müsse die Region reizvoller werden, um der Abwanderung in Richtung Osnabrück entgegen zu wirken, forderte Lingens. Sebastian Hüdepohl erkannte für seine Gemeinde die Notwendigkeit von ausreichendem Mietwohnungspotenzial an, verwies aber darauf „keine Mietkasernen“ bauen zu wollen und in diesem Bereich auf ein „gesundes Wachstum“ zu setzen.


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