Ausnahme von Corona-Erlass Warum die Suchtklinik in Neuenkirchen-Vörden nicht schließen muss

Von noz

Dr. Thomas W. Heinz dankt Mitarbeitenden der Suchtfachkliniken für ihren engagierten Einsatz in Corona-Zeiten. Foto: Fachkliniken/Daniel Meier.Dr. Thomas W. Heinz dankt Mitarbeitenden der Suchtfachkliniken für ihren engagierten Einsatz in Corona-Zeiten. Foto: Fachkliniken/Daniel Meier.
Daniel Meier

Neuenkirchen-Vörden. Die Suchtfachkliniken St. Marienstift in Neuenkirchen-Vörden und St. Vitus in Visbek sind von dem Schließungserlass für Reha-Kliniken aufgrund der Corona-Pandemie nicht betroffen. Der ärztliche Direktor erläutert, warum das so ist.

Die Behörden hätten in enger Abstimmung mit dem niedersächsischen Gesundheitsministerium und den Fachverbänden davon überzeugt werden können, dass „Sucht wegen Corona nicht einfach aufhört, eine Krankheit zu sein“, sagt Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer Dr. Thomas W. Heinz laut einer Pressemiteilung des Hauses. Die Rückfallrisiken und das dementsprechende Risikoverhalten bestünden weiter.

Es seien schwierige Situationen, einige Mitarbeiter seien vorsorglich für eine begrenzte Zeit beurlaubt worden, da sie zur Risikogruppe zählten, heißt es in der Mitteilung. Hier hätten die anderen Kollegen entstehende Lücken schließen müssen. Auch seien einige Patienten durch die Urlaubssperre und Reisebeschränkungen deutlich verunsichert gewesen. Das Engagement könne nicht hoch genug geschätzt werden, zumal es ja auch bei den Mitarbeitenden private Sorgen zuhauf gebe: pflegebedürftige Angehörige, Kinder die zuhause betreut und beschult werden müssten, Partner, die mit Kurzarbeit konfrontiert seien. 

Es gebe immer wieder von den Patienten kleine Zeichen des Dankes, aber auch die Klinikleitung wisse um die besondere Bedeutung des unermüdlichen Einsatzes. Deshalb habe Heinz gemeinsam mit der Stiftung alle Mitarbeitenden zu so genannten Mutmacher-Frühstücken eingeladen. „Damit möchten wir Danke sagen“, betont er: „Unsere Mitarbeitenden kommen mit ihren verständlichen Problemen zum Dienst und dafür haben wir Verständnis und ein offenes Ohr.“

Die Schutzmaßnahmen in den Häusern wurden der Presseerklärung zufolge zudem erhöht: Neue Patienten würden nicht von Zuhause aufgenommen, sondern nur direkt aus Kliniken, in denen zum Beispiel eine Entzugsbehandlung durchgeführt wurde. Die Patienten müssen direkt und nahtlos aus dem Krankenhaus in die Suchtfachkliniken verlegt werden und dürften auf dem Weg dorthin nicht den ÖPNV nutzen. Alle zur Aufnahme anstehenden Patienten würden im Vorfeld von den Fachärzten beider Kliniken anhand einer Checkliste befragt, um einen Blick auf deren Gesundheitszustand zu bekommen. 

"Alle Außenkontakte der Patienten (Besuche, Heimfahrten) werden erheblich eingeschränkt und sind nur im absoluten Ausnahmefall möglich," heißt es in der Mitteilung. Auch die Außenkontakte der Fachkliniken in die Region seien ausgesetzt. Das betreffe zum Beispiel die Ambulanzen und auch die intensiv nachgefragten präventiven Angebote (psychische Gesundheit am Arbeitsplatz).


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