Vielfältige Gemeinde Integrationsfrühstück in der Moschee in Neuenkirchen-Vörden

Von Ilona Ebenthal

Baufällig ist das Gebäude, das der Türkisch-Islamischen Gemeinde in Neuenkirchen zur Verfügung steht. Foto: Ilona EbenthalBaufällig ist das Gebäude, das der Türkisch-Islamischen Gemeinde in Neuenkirchen zur Verfügung steht. Foto: Ilona Ebenthal

Neuenkirchen-Vörden. In die Moschee des Türkisch-Islamischen Kulturvereins führte das Integrationsfrühstück der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden dieses Mal.

Mehr als 20 Frauen fanden sich in dem ehemaligen Heuerhaus an der Holdorfer Straße ein. Seit dem Jahr 2000 gibt es hier die Moschee. Zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden, Maria Purtik, hatte die Integrationsbeauftragte Katharina Schulz das Integrationsfrühstück organisiert. 

Leckereien aus der Heimat 

Sie begrüßte die Frauen verschiedener Nationalitäten. Einige von ihnen hatten Leckereien aus ihrer Heimat zubereitet. So war auf dem Buffettisch von süß bis herzhaft eine große Bandbreite an Speisen zu finden.

Als Gastgeberin hieß Gülten Canli die Gäste willkommen. Sie ist die Ehefrau des derzeitigen Gemeindevorstehers Ali Canli und Frauenbeauftragte ihrer Gemeinde. Sie erzählte den Frauen ihre private Geschichte. 1977 im Alter von acht Jahren war sie nach Deutschland gekommen.

Kleiner Raum für Unterricht

Mit dem Zuzug von Flüchtlingen sei die Gemeinde vielfältiger geworden. Von ihrem Glauben schwärmte beispielsweise Fatma aus Eritrea, die von von ihrer großen Familie erzählte. Gülten Canli stellte außerdem eine junge Syrerin aus Damaskus vor. Die Mutter von vier Kindern ist ausgebildete Lehrerin. Wöchentlich unterrichtet sie die Kinder der Gemeinde in Arabisch. Dafür steht ein kleiner Raum in der Moschee zur Verfügung.

Das Gebäude ist baufällig, Stromkabel ragen aus den alten Lehmwänden. Gerne würde die Gemeinde andere Räumlichkeiten finden, denn im Winter ist es sehr kalt hier. Der schönste Raum ist der große Gebetsraum. Er wird ohne Schuhe betreten, und wer möchte, kann sich ein Kopftuch umbinden, „um zu spüren, wie sich das anfühlt“, schlägt Gülten Canli vor.

Foto: Ilona Ebenthal

Sie zeigt Utensilien, wie die Gewänder des Vorbeters oder ein sehr altes Exemplar des Korans, der aus Respekt im Sitzen gelesen wird, erfahren die Besucher. Die Frauenbeauftragte erläutert einige Vorschriften des Koran, denn es gebe viele falsche Vorstellungen, meint sie.

Es entspinnt sich eine leidenschaftliche Debatte, bei der auch Dina Mahdouani, Mitarbeiterin im Sozialamt der Gemeinde, viel Fachwissen beitragen kann. Ein sehr spannender Vormittag, bei dem die Zeit wie im Flug vergeht.


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