Australier beeindruckt in Neuenkirchen Carus und ein Heiratsantrag beim Konzert im "KuBa" bejubelt

Von Sascha Knapeck

Wenn Carus Thompson gegen Ende seiner Konzerte mitten im Publikum auf einen Stuhl steigt und seine Songs völlig unverstärkt spielt, sind das Gänsehautmomente. Fotos: Sascha KnapeckWenn Carus Thompson gegen Ende seiner Konzerte mitten im Publikum auf einen Stuhl steigt und seine Songs völlig unverstärkt spielt, sind das Gänsehautmomente. Fotos: Sascha Knapeck

Neuenkirchen-Vörden. Der Musiker Carus Thompson wird im Kulturbahnhof frenetisch gefeiert. Er präsentiert viele neue Songs – und einen Heiratsantrag gibt es an diesem Abend in Neuenkirchen-Vörden auch.

Um kurz nach 20 Uhr fährt ein weißes Wohnmobil mit quietschenden Reifen auf den „KuBa“-Parkplatz. Heraus springt Carus Thompson, der Singer-Songwriter, auf den drinnen im Saal zwischen 150 und 200 Zuschauer sehnsüchtig warten. Mit Jeans und Westernhemd geht es für den Australier schnurstracks in Richtung Bühne. Als er diese keine zwei Minuten später betritt, brandet lauter Applaus auf. Neuenkirchen-Vörden ist bereit für ein denkwürdiges Konzert.

Bei den ruhigeren Stücken lauscht das „KuBa“-Publikum in der Folge andächtig, um nach dem Ende frenetisch zu jubeln. „Es ist großartig wieder hier zu sein“, wirft Thompson nach wenigen Songs freudestrahlend in den Saal. „Ihr wisst, wie man zuhört, wie man mitsingt – und wie man feiert!“

Lieder zum Mitsingen, aber auch neue Stücke präsentierte Thompson in Neuenkirchen-Vörden.

Der Musiker hat diesmal aber nicht nur Stücke dabei, die ihre „KuBa“-Premiere teilweise schon vor 15 Jahren gefeiert haben. Denn der Australier stellt viele Nummern seines noch unveröffentlichten neuen Albums vor. Aufgenommen hat er es auf dem England-Teil seiner gerade laufenden Tournee. Die Platte ist ruhiger und folkiger geworden, als manche Vorgänger. Das kommt in Südoldenburg gut an. 

Für die großen Partymomente hat der „Aussie“ seine Nummern „Grow to Overthrow“, „Yangi“, „Burn“ oder „Gonna Leave This Town“ auf die Setlist geschrieben. Die kann fast jeder im KuBa lauthals, Zeile für Zeile mitsingen und dazu ausgelassen tanzen. Für die romantischeren Momente hat sich Thompson „Play My Music“ oder „Caravan“ ausgesucht. Gerade das Titelstück des 2011 veröffentlichen Albums „Caravan“ fungiert als eine Art Hymne von Thompsons aktueller Tour: Er reist mit seiner Frau und den beiden Kindern im Wohnmobil durch Europa.

Ganz besonders werden Carus‘ Kulturbahnhof-Auftritte aber immer dann, wenn er sich den roten Bühnenstuhl schnappt und ins Publikum marschiert. Mittendrin macht der gelernte Straßenmusiker das, wozu er augenscheinlich geboren wurde: Seine Zuhörer mit Charisma, seiner Stimme und völlig unverstärkt in den Bann zu ziehen.

Dass der rote Stuhl nach einem mit Publikumschor veredelten Cover von Bruce Springsteens „Nebraska“-Ikone „Atlantic City“ fast den Geist aufgibt, gerät zur Randnotiz. Denn im Saal tut sich was. „Es gibt Songs, die bedeuten mir mehr als anderen. Und es gibt Songs, die bedeuten anderen Menschen auch eine Menge“, sagt der Australier etwas kryptisch, bevor ein junger Mann ins Scheinwerferlicht tritt. Was folgt ist ein Heiratsantrag, den das „KuBa“-Publikum entsprechend lautstark bejubelt. Als Carus wenige Augenblicke später „I Found Love“ spielt, ist es offensichtlich, dass dieser Song für viele im Saal etwas ganz Besonderes ist.

Auch einen Heiratsantrag gab es an diesem Abend im Kulturbahnhof.

Zum Abschluss geht der zweifache Familienvater zurück auf die Bühne. Er interpretiert noch Goannas „Aussie“-Hit „Solid Rock“ und verabschiedet sich mit dem epischen „Thrown“. Den Blumenstrauß, den die „KuBa“-Vorsitzende Elsbeth Meyer dem Australier mitten in der Zugabe übereicht, gibt Carus kurz vor dem Ende an seine Frau und die beiden gemeinsamen Kinder, die sich im Publikum befinden, weiter. Eine familiäre Angelegenheit im „KuBa“. 


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