Finanzausschuss berät Haushalt 2019 Verschuldung in Neuenkirchen-Vörden wird weiter steigen

Von Steffen Oevermann

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Die Haushaltslage der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden bleibt angespannt. Foto: Marcus AlwesDie Haushaltslage der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden bleibt angespannt. Foto: Marcus Alwes

Neuenkirchen-Vörden. Die finanzielle Situation in Neuenkirchen-Vörden bleibt weiterhin angespannt. Die Kommunalpolitiker verabschiedeten jedoch trotz der wenig erfreulichen Zahlen einstimmig den vorgelegten Haushaltsplan des kommenden Jahres sowie mit großer Zustimmung das Investitionsprogramm für die Jahre 2019 bis 2022.

In der jüngsten Sitzung des Finanzausschusses im Neuenkirchener Rathaus präsentierte Kämmerin Doris Suhrenbrock die neuesten Zahlen.  „Ich kann mich hier nur wiederholen. Wir müssen in Zukunft ganz genau abwägen, was wir uns leisten können und was nicht“, mahnte die Kämmerin. Der Schuldenstand der klammen Kommune beläuft sich zum Ende des Jahres auf voraussichtlich 4,8 Millionen Euro und wird in den kommenden Jahren möglicherweise weiter anwachsen. Bereits Ende 2019 wird ein Minus von rund 9,1 Millionen Euro befürchtet.

Nach Ende des bis 2022 abgesegneten Investitionsprogramms sei gar eine Verschuldung von über 12 Millionen Euro wahrscheinlich. „In den kommenden Jahren investieren wir rund fünf Millionen Euro pro Jahr. Für eine kleine Gemeinde sind mehr als 20 Millionen Euro in vier Jahren eine beachtliche Summe. Das macht sich jedoch auch im Ergebnishaushalt bemerkbar“, so Suhrenbrock weiter.   Der Haushaltsplan im kommenden Jahr sieht Erträge in Höhe von rund 14,7 Millionen Euro und Aufwendungen von circa 14,8 Millionen Euro vor. Zur Finanzierung von Investitionen – wie etwa der Erweiterung der Grundschule Vörden – sind Kreditaufnahmen von rund 2,59 Millionen Euro eingeplant. Bei einer geplanten Tilgung von etwa 400000 Euro ergibt sich daraus eine Nettoneuverschuldung von rund 2,19 Millionen. Da jedoch noch bestehende Haushaltsreste aus den vergangenen Jahren gedeckt werden müssen, könnte der Schuldenstand sogar um mehr als 4,3 Millionen Euro auf dann eben jene 9,1 Millionen Euro steigen. 

 „Wir müssen uns hinterfragen, ob wir über unseren eigenen Verhältnissen leben“, sagte der Finanzausschussvorsitzende Heinrich Brand (CDU). „Wir machen sehr, sehr viel. Aber vielleicht ist da auch schon viel Wunschprogramm dabei“, so Brand weiter. Er zeigte sich jedoch trotz der präsentierten Zahlen optimistisch ob der Entwicklung der südlichsten Gemeinde im Kreis Vechta. „Wir haben eine aufstrebende Gemeinde, viel Gewerbe und den Niedersachsenpark.“ 

Kritische Töne gab es auch von Heinrich Fehrmann (IGNV), der sich als einziges Ausschussmitglied bei der Verabschiedung des Investitionsprogramms enthielt. „Die meisten Investitionen müssen wir machen. Aber wir müssen auch bedenken, dass wir uns mitten in einer Hochkonjunkturphase befinden – und wir machen dennoch zwei Millionen Euro Miese pro Jahr.“

Günter Plohr (SPD) verteidigte dagegen den Haushaltsplan und das Investitionsprogramm. „Ich kann keinen Punkt finden, der herausgestrichen werden könnte. Die zahlreichen Investitionen in der Infrastruktur sind auch der Tatsache geschuldet, dass wir immer größer werden als Gemeinde“, so Plohr.


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