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Bilder von Siegfried Prütz mit Versen von Sohn Jobst-Hinrich Ein bibliophiles Kleinod

Von Sigrid Schüler-Juckenack

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Das Buch mit Bildern von Siegfried Prütz haben Jobst-Hinrich und Hildegard Prütz herausgebracht. Foto: Sigrid Schüler-JuckenackDas Buch mit Bildern von Siegfried Prütz haben Jobst-Hinrich und Hildegard Prütz herausgebracht. Foto: Sigrid Schüler-Juckenack

Neuenkirchen i.O. „Ich habe diese Bilder zum ersten Mal 2005 zu Gesicht bekommen, und seit dieser Zeit haben meine Frau und ich überlegt, was man damit machen könnte“, sagt Jobst-Hinrich Prütz. Seine Hände halten Bilder von seinem Vater Prof. Siegfried Prütz, der, geboren 1900, zu seiner Zeit ein gefragter Kunstschmied war. Entstanden ist ein Buch mit Bildern seines Vaters und eigenen, mal heiteren und mal nachdenklichen Versen.

Mit 23 Jahren war der Vater Mitbegründer der Kunsthandwerkergenossenschaft Gildenhall geworden und hatte im Alter von 29 Jahren eine Professur für Metallgestaltung an der Kunstgewerbeschule in Hannover – „ein aktiver Mensch und ein ideenreicher Künstler“, wie sein Sohn schreibt. Als Siegfried Prütz 1939 starb, hinterließ er seiner Familie ein Erbe, das aus zahlreichen Schmiedestücken und vielen Arbeitsentwürfen bestand.

Im Haus von Jobst Prütz und seiner Frau Hildegard, die seit 2003 in Neuenkirchen-Vörden wohnen, finden sich zahlreiche Werke des Künstlers, mit denen sein Andenken liebevoll bewahrt wird. Geschmiedete Kerzenhalter für den Weihnachtsbaum, eine Zeichnung mit Fischen, symbolisch für die damalige Familie Prütz, selbst das Schild zur Werkstatt des Vaters hat im Garten von Hildegard und Jobst Prütz einen Platz gefunden.

Einige Bilder waren lange Zeit unbekannt, wurden aber vor fünf Jahren im Nachlass der Mutter gefunden. Klein sind die Formate, manche nur wenig größer als zehn mal zehn Zentimeter, mit Pastellkreide koloriert und zum Teil auf Butterbrotpapier gezeichnet: „Die finanziellen Möglichkeiten waren damals beschränkt“, berichtet Prütz. Gezeichnet hat sein Vater Motive aus der Natur. Die Zeichnungen ähneln im Stil durchaus den Kunstschmiedeobjekten.

Immer ist der Blick des Künstlers liebevoll auf die Natur mit dem Sinn für das Wesentliche gerichtet. In einigen Bildern hat Prütz den Zug der Regenpfeifer von ihrem Winterquartier in Afrika bis zur Tundra gezeichnet. Sein Sohn Jobst-Hinrich vermutet, dass seinen Vater Bengt Berg, ein Pionier der Tierfotografie, inspiriert hat. Bergs Buch „Der Zug der Regenpfeifer“, das 1925 in Deutsch erschienen ist, habe seine Eltern und auch ihn selbst begeistert.

„Es war mir eine Herzensangelegenheit, dass die Bilder allen, die sich dafür interessieren, zugänglich sind“, erklärt Jobst Prütz. So kam ihm und seiner Frau die Buchidee, Verse und Bilder sind nun in einem Buch zusammengefasst, das Jobst und Hildegard Prütz im Selbstverlag herausgeben. Am 19. September feiert das Buch mit dem Titel „Es heißt, die Hummel kann nicht fliegen…“ im Kulturbahnhof in Neuenkirchen-Vörden Premiere. Dann sind auch die Originalbilder von Siegfried Prütz im Kulturbahnhof zu sehen.

Das Buch ist erhältlich bei www.edition-moby.de, in der Neuenkirchener Buchhandlung Weitzmann an der Großen Straße und bei Jobst-Hinrich Prütz selber.


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