Engagement für Migranten gewürdigt Ein Dankeschön an ehrenamtliche Helfer in Neuenkirchen-Vörden

Von Hans Schmutte

Meine Nachrichten

Um das Thema Neuenkirchen-Vörden Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.

Im Schlachtereimuseum im Ortsteil Vörden: Dieter Stahl (hinten, Mitte) nahm seine Zuhörer mit auf eine Zeitreise. Foto: Hans SchmutteIm Schlachtereimuseum im Ortsteil Vörden: Dieter Stahl (hinten, Mitte) nahm seine Zuhörer mit auf eine Zeitreise. Foto: Hans Schmutte

Neuenkirchen-Vörden. Zu einem „Dankeschönnachmittag“ waren alle Ehrenamtlichen in Neuenkirchen-Vörden von der Gemeinde eingeladen worden, die sich für die Integration von Flüchtlingen und Migranten engagieren.

„Ich bin froh, dass es euch gibt“, bedankte sich Bürgermeister Ansgar Brockmann bei den Ehrenamtlichen, die der Einladung zu diesem gemütlichen Nachmittag gerne gefolgt waren. Er sollte ein kleines Dankeschön für ihren Einsatz beim Sprachunterricht, bei Kochabenden, im Nähcafé, der Fahrradwerkstatt, als Familienpaten oder anderweitiger Unterstützung sein.

In diesem Jahr fand die Veranstaltung zunächst in dem Schlachtereimuseum des Heimatvereins Vörden statt. Deren Vorsitzender Dieter Stahl nahm die Ehrenamtlichen mit auf eine Zeitreise in die Welt des Schlachtens und der Wurstverarbeitung zu Großmutters Zeiten, vom Anliefern und Wiegen der Schweine, bis zur fertigen Wurst oder Konserve.

Prägendes Handwerk über viele Jahrzehnte

In dem kleinen Ort Vörden war das Schlachterhandwerk mit neun Schlachtereien deutlich überproportional vertreten – und damit prägend. Das lag, so Stahl, an der Nähe zu Osnabrück, wo die Fleischer aus Vörden auf den Wochenmärkten über Generationen hinweg ihre Waren verkauften.

Nach und nach gaben immer mehr Schlachtereien ihre Geschäfte auf. Zahlreiche Exponate daraus sammelten sich im Laufe der Zeit in dem vom Heimatverein betriebenen Ackerbürgerhaus.

2002 hatte der Heimatverein die Gelegenheit, die Schlachterei von Wilhelm Möller zu erwerben. Möller hatte hier bis zu 40 Schweine wöchentlich geschlachtet. Bis 2005 wurde die Schlachterei in ein Museum umgebaut. 27000 Arbeitsstunden investierten die freiwilligen Helfer des Heimatvereins. So entstand das einzige Schlachtereimuseum in ganz Deutschland, über das regelmäßig auch in TV-Beiträgen berichtet wird. Dieses Alleinstellungsmerkmal führte dazu, dass Exponate auch aus anderen Regionen angeboten werden, sogar Unterrichtsmaterial von berufsbildenden Schulen, da kaum noch ein junger Mensch den Beruf des Fleischers erlernen möchte.

Übrig geblieben von der langen Fleischertradition in Vörden ist die Fleischwarenfabrik Sickendiek, die heute zum Reinert-Konzern in Versmold gehört und deren zweitgrößter Standort ist. Die 300 Mitarbeiter am Standort Vörden produzieren jährlich etwa 30000 Tonnen Fleischwaren.

„Dieses Museum haben wir nicht für uns aufgebaut, sondern für kommende Generationen“, so Dieter Stahl abschließend. Nach einem Spaziergang durch das sonnige Vörden ging es für die Ehrenamtlichen in das Ackerbürgerhaus, in dem bei Kaffee, leckerem Kuchen und allerlei Gesprächen ein schöner Tag ausklang.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN