Modelle für einen Fortbestand aufgezeigt Hoffnung für die Buslinie 585 über Engter und Vörden

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Neuenkirchen-Vörden. Eine Reihe von Ortspolitikern aus der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden sowie der Stadt Damme hat ihren Willen bekräftigt, die Buslinie 585 von und nach Osnabrück möglichst zu erhalten. Doch einen offiziellen Beschluss gab es während der gemeinsamen, zweistündigen Sitzung der Finanzausschüsse nicht.

Vielmehr ließen sich die rund 20 anwesenden Ratsmitglieder aus beiden Kommunen von Jörg Schneider, dem regionalen Niederlassungsleiter der Weser-Ems Busverkehr GmbH, über die Situation auf der offenbar stark defizitären Strecke „585“ informieren. Dieser stellte bereits bekannte Fahrgastzahlen vor, berichtete aber auch von neuen, laufenden Zählungen, um als Unternehmen aktuelle, frische Daten zu erhalten. Schneider ließ vor den Ortspolitikern im Rathaus an der Küsterstraße die Geschichte der Busstrecke entlang der L78 – über Vörden, Lappenstuhl, Engter und Wallenhorst – Revue passieren und gab selbstkritisch zu, die „585“ sei lange Zeit nicht intensiv genug betrachtet worden. Auch den möglichen, ungefähren Finanzbedarf, den die öffentliche Hand gegebenenfalls künftig zur Defizitabdeckung aufzubringen hätte, bezifferte er gegenüber seinen Zuhörern – bis zu 170000 Euro jährlich.

Der Weser-Ems-Bus-Vertreter zeigte dabei zeitgleich Alternativen zum bisherigen Angebot auf. Diese reichten von einer deutlichen Stärkung der bestehenden Buslinie mit einem werktäglichen Zwei-Stunden-Takt zwischen Osnabrück und Damme bis hin zu einer Kombination aus dem südoldenburgischen Rufbussystem „Moobil+“ und der Nordwestbahn. Letztgenanntes Modell, das den Bahnhof in Neuenkirchen-Vörden einbeziehen würde, sei jedoch für den Normalbürger dauerhaft viel zu teuer, kritisierten einige der Kommunalpolitiker mit Blick auf die zu erwartenden Fahrpreise. Auch die Pünktlichkeit und damit Verlässlichkeit des Bahnanbieters wurde von einem der Sitzungsteilnehmer bezweifelt.

Jörg Schneider machte deutlich, dass er bereit sei, auch das interkommunale Industrie- und Gewerbegebiet Niedersachsenpark als Haltepunkt in einer künftigen Buslinie 585 einzuplanen, wenn die Politik dieses wünsche. Sinnvoll nannte er auch baldige Gespräche über die „585“ zwischen den Kommunalpolitikern und Verwaltungsvertretern aus dem Südoldenburgischen mit den Repräsentanten der Stadt Bramsche, der Gemeinde Wallenhorst, des Landkreises Osnabrück sowie der regionalen Entwicklungsgesellschaft Planos. Die Ausarbeitung einer tragfähigen und finanziell realisierbaren Alternative zum status quo könne in Ruhe geschehen, signalisierte Schneider. Eine Frist setze die Weser-Ems Busverkehr GmbH den Kommunen (vorerst) nicht.

Momentan kommt übrigens der Landkreis Vechta für die aktuelle Defizitabdeckung von etwas mehr als 90000 Euro im Jahr 2018 auf. Die Busse von Osnabrück nach Damme – und zurück – können deshalb wie gewohnt morgens, mittags und am späten Nachmittag fahren.


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