Jubiläum in der Großtagespflegestelle Vördener „Kindernest“ feiert zehnjähriges Bestehen

Von Ilona Ebenthal

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Im Kindernest mit Katja Böttcher (v.r.), Heike Büngener-Schröder, Nicole Bruning und Marita Timmer (vorne) fühlen sich die Kleinen offenbar pudelwohl. Foto: Ilona EbenthalIm Kindernest mit Katja Böttcher (v.r.), Heike Büngener-Schröder, Nicole Bruning und Marita Timmer (vorne) fühlen sich die Kleinen offenbar pudelwohl. Foto: Ilona Ebenthal

ieb Neuenkichen-Vörden. Wer auf den Hof Böttcher an der Wittenfelder Straße 8 in Vörden fährt, findet hier einen Hauch von Bullerbü. Das „Kindernest“, die erste Großtagespflegestelle in der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden, wurde vor genau zehn Jahren eröffnet.

Die ausgebildete Erzieherin Katja Böttcher startete am 15. September 2008 mit der Betreuung von Kindern, unterstützt von der ausgebildeten Tagesmutter Marita Timmer. Heute gehören die Tagesmütter Nicole Bruning und Heike Büngener-Schröder mit zum Team. Maximal zehn Kinder im Alter von zurzeit ein bis drei Jahren verbringen hier einen Vormittag oder einen Tag. 98 Kinder wurden in den vergangenen zehn Jahren betreut, die meistens zwei Jahre im Kindernest blieben, hat Marita Timmer ermittelt. Drei Mal sei ein wenige Monate altes Baby dabei gewesen.

Wir besuchen das Kindernest am frühen Morgen. Die Anreisewelle der Eltern läuft seit 7.30 Uhr. Noch sind nicht alle Kleinen hier. Marita Timmer trägt ein kleines Mädchen mit braunen Zöpfen, bei dem die Tränen kullern, weil „Mama“ gegangen ist. Während vier Kids davon unberührt ihr mitgebrachtes Frühstück genießen und ein kleiner Junge mit Riesenappetit von Nicole Bruning gefüttert wird, haben sich zwei weitere Jungen jeweils ein grünes Gummipferdchen geschnappt und hüpfen vergnügt durch die 130 Quadratmeter große Wohnung von einem Zimmer ins andere. Die „Mama“-Rufe des Mädchens verstummen. „Paul“ ruft es entzückt und die Tränen weichen einem strahlenden Lächeln. Die familiäre Atmosphäre im Kindernest erleichtert das Eingewöhnen.

Katja Böttcher berichtet vom geregelten Tagesablauf, „der Sicherheit gibt“. Bis 10 Uhr sollen alle gefrühstückt haben, manchmal auch zum zweiten Mal. Dann geht es meistens nach draußen. „Wir haben hier viele Möglichkeiten“, sagt die Erzieherin und meint damit nicht nur die Spielgeräte im Garten und den nahegelegenen Wald als „tollsten Spielplatz“, den sie häufig aufsuchen, manchmal auch zum Picknicken. Auf dem Hof leben neben einem Hund auch Katzen, Ponys, Pferde und freilaufende Hühner. „Eins ist zahm und lässt sich streicheln“, berichtet Katja Böttcher. Das macht den Kindern natürlich viel Spaß und „gleichzeitig lernen sie einen respektvollen Umgang mit Tieren“, meint sie. Bei schlechtem Wetter kann die Gruppe sich in der Reithalle aufhalten und zum Beispiel über kleine Hürden für Ponys hüpfen.

„Bewegung ist ganz wichtig“, findet auch Marita Timmer. Allein das Laufen auf unebenen Waldböden sei für manche Kinder zuerst neu, erzählt sie. Pünktlich um 11.30 Uhr gibt es täglich frisch gekochtes Mittagessen. Zwei Mal in der Woche kommt „Oma Margret“, Marita Timmers Mutter, zum Kochen vorbei. Darauf freuen die Kleinen sich dann ganz besonders. Während einige Kinder nach dem Mittagessen abgeholt werden, geht es für die anderen in den gemeinsamen Schlafraum. „Das klappt wirklich gut“, berichtet Heike Büngener-Schröder. Es gebe „nur kurz ein bisschen Gebrabbel und alle schlafen sofort“.

An Beschäftigungsideen auch bei schlechtem Wetter fehlt es den vier Frauen nicht. Sie kneten, basteln, singen ganz viel und erzählen Geschichten mit Hilfe des „Tischtheaters“, denn mit visueller Unterstützung klappt es mit der Konzentration besser bei den Kleinen, weiß Katja Böttcher. Der freundliche und verlässliche Umgang mit den Eltern ist ihr sehr wichtig. Kurzberichte werden täglich bei Bringen und Abholen ausgetauscht. Die Kernzeit zwischen 7.30 und 16 Uhr könne bei Bedarf auch mal verlängert werden oder Zeiten könnten getauscht werden. Diese Flexibilität sei das, „was die Tagespflege ausmachen soll“, findet Katja Böttcher. Kein Wunder, dass das Kindernest ausgebucht ist. So wird erst im Oktober wieder ein Platz frei.


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