Flexible Kinderbetreuung möglich Tagesmutter in Vörden – Job und Herzensangelegenheit

Von Hans Schmutte

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Zehn Tagesmütter begleiteten (vorne, v.l.) Amtsleiter Martin Wiewerich, Claudia Schick (Netzwerk Kindertagespflege) und Kerstin Müller (Familienbüro) zum Pressegespräch im Rathaus an der Küsterstraße. Foto: Hans SchmutteZehn Tagesmütter begleiteten (vorne, v.l.) Amtsleiter Martin Wiewerich, Claudia Schick (Netzwerk Kindertagespflege) und Kerstin Müller (Familienbüro) zum Pressegespräch im Rathaus an der Küsterstraße. Foto: Hans Schmutte

Neuenkirchen-Vörden „Wir sind Tagesmütter aus Überzeugung. Diese individuelle Form der Kinderbetreuung kommt dem Leben in den Familien der Kleinen am nächsten“, erzählt Tagesmutter Anke Schürmeyer. Sie hat die private Kindertagesstätte „Pusteblume“ eingerichtet, in der sie bis zu fünf Kinder gleichzeitig betreuen kann.

Im Rahmen eines Pressegesprächs im Rathaus stellten zehn Tagesmütter aus Neuenkirchen-Vörden ihre Tätigkeit vor, um diese als Berufsidee, aber auch als eine sehr kindernahe und flexible Art der Kinderbetreuung vorzustellen, bei der die Betreuungszeiten sich nach den Arbeitszeiten der Eltern richten und individuell abgesprochen werden können. Amtsleiter Martin Wiewerich betonte in seiner Begrüßung, dass die K indertagespflege ebenso wie Krippen und Kindergärten nicht mehr aus dem Kinderbetreuungsangebot der Gemeinde wegzudenken seien. Beide Säulen stünden gleichrangig nebeneinander.

Tagesmutterangebot ist für Kinder bis zu drei Jahren vorgesehen

Das Tagesmutterangebot ist grundsätzlich für Kinder bis zu drei Jahren vorgesehen, aber auch für ältere möglich. Die Betreuung findet durch eine Tagesmutter in deren Tagespflegestelle oder in sogenannten Großtagespflegestellen mit bis zu zehn Kindern und mehreren Tagesmüttern statt. Tagesmütter können allerdings auch in die Familien gehen und die Kinder in ihrem gewohnten Umfeld betreuen.

Für Eltern, die überlegen, welches Betreuungsangebot für ihr Kind das beste ist, sollte erste Anlaufstelle das Familienbüro der Gemeinde im Rathaus sein (Telefon 05493/ 987154, Kerstin Müller). Dort wird gemeinsam mit den Eltern über die individuell optimalste Form der Kinderbetreuung beraten. Entscheiden die Eltern sich für eine Tagespflege, kommt des Netzwerk Kindertagespflege im Vechtaer Südkreis ins Spiel. Es hat seinen Sitz in den Räumen des Bildungswerks, im ehemaligen Kloster in Damme. Hier findet durch pädagogische Fachkräfte wie Claudia Schick die Vermittlung der Tagesmutter statt.

Das von den Kommunen finanziert Netzwerk Tagespflege ist auch für die Qualifizierung, Fortbildung und Begleitung von Tagesmüttern zuständig. Freie Pflegestellen sind dort bekannt. Aktuell gibt es noch wenige freie Plätze. In der Gemeinde sind derzeit 16 Tagesmütter in sieben Pflegestellen und drei Großtagespflegestellen tätig. Eine vierte ist in der Planung.

Der Bedarf an Tagesmüttern ist in der schnell wachsenden Gemeinde groß. Voraussetzung für eine Ausbildung sind ein Hauptschulabschluss, die richtige Einstellung und ein Herz für Kinder am rechten Fleck. Dann kann es mit den 160 geforderten Unterrichtsstunden losgehen. Die kostenlose Unterrichtung erfolgt jeden Dienstag und Donnerstag von 8.30 bis 11 Uhr sowie monatlich an einem Samstag von 9 bis 14 Uhr.

Nach Ablegen einer Prüfung wird ein Zertifikat ausgestellt, mit dem beim Landkreis eine Pflegeerlaubnis beantragt werden kann. Danach kann das schöne „Abenteuer Tagesmutter“ beginnen, immer unterstützt vom Netzwerk Kindertagespflege. Fragen dazu werden unkompliziert unter Telefon 05491/ 906390 (beim Bildungswerk Damme) beantwortet.

Die Kosten für die Eltern sind einkommensabhängig und vergleichbar mit denen einer Krippe. Die Höhe wird vom Landkreis Vechta festgelegt, mit dem die Eltern auch abrechnen. Die Tagesmütter werden vom Landkreis bezahlt und bekommen pro Kind und Stunde fünf Euro brutto. Der Landkreis übernimmt anteilig die Kosten für Kranken- und Rentenkasse der Tagesmütter. „Reichtümer kann man damit nicht erwerben. Aber Beruf kommt von Berufung“, merkte Neuenkirchen-Vördens Amtsleiter Wiewerich dazu an.

Claudia Schick ist seit zwölf Jahren in der Tagesmütterausbildung tätig. In dieser Zeit haben erst zwei Männer daran teilgenommen und hatten durchaus Talent, wie sie feststellte. Allerdings haben beide „das Handtuch geworfen“, bevor es in die Praxis ging.


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