Ausschuss für Mitgliedschaft Wasserversorgung in Neuenkirchen dauerhaft durch OOWV ?

Von Hans Schmutte

Auch in Neuenkirchen soll künftig der OOWV die Trinkwasserversorgung sicherstellen. Das hat der Wirtschafts- und Finanzausschuss einstimmig empfohlen. Foto: Hans SchmutteAuch in Neuenkirchen soll künftig der OOWV die Trinkwasserversorgung sicherstellen. Das hat der Wirtschafts- und Finanzausschuss einstimmig empfohlen. Foto: Hans Schmutte

Neuenkirchen-Vörden. Kaum ist die Regelung der Wasserversorgung im Ortsteil Vörden in trockenen Tüchern, steht auch für Neuenkirchen eine Entscheidung über eine Neuregelung an. 1998 hatte die Gemeinde für die Dauer von 20 Jahren mit dem Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) einen Vertrag über die Trinkwasserversorgung abgeschlossen. Der läuft Ende 2018 aus.

Die Verwaltung schlug dem Wirtschafts- und Finanzausschuss in einer Beschlussempfehlung vor, die Trinkwasserversorgung dauerhaft dem OOWV zu übertragen und die Mitgliedschaft in dem Wasserverband zu beantragen.

Zu der von Dr. Heinrich Brand geleiteten Ausschusssitzung am Donnerstag waren vom OOWV Claus Barwig und Kay Schönfeld eingeladen, um Einzelheiten der Mitgliedschaft und Wasserversorgung zu erläutern. Sie betonten die starke Solidargemeinschaft, die der 1948 gegründete OOWV darstelle, um die Bevölkerung sicher und günstig mit Trinkwasser, dem Lebensmittel Nr. 1, zu versorgen. Der OOWV ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ohne Gewinnabsichten und bundesweit der größte Flächenversorger. Der im bundesweiten Durchschnitt recht günstige Preis von 0,90 Euro für einen Kubikmeter Wasser ist seit 26 Jahren unverändert geblieben. Das sei nur durch Synergieeffekte aufgrund der Verbandsgröße möglich, erläuterten die OOWV-Vertreter auf Nachfrage des Ratsherrn Plohr.

Durch Satzungsänderung bestehe die Möglichkeit für die Gemeinde, Mitglied in dem Wasserverband zu werden. Dies ist in der Regel auch Voraussetzung für die weitere Wasserversorgung. Die Mitgliedschaft ist grundsätzlich kostenlos. Die Mitgliedskommunen haben bei allen Verbandsentscheidungen maßgeblichen Einfluss.

Bürgermeister Ansgar Brockmann betonte die Bedeutung der Versorgungssicherheit durch einen großen Verband, die Preisstabilität und Einflussmöglichkeiten durch eine Mitgliedschaft. Brand war es wichtig, die Verantwortung für die Wasserversorgung in kompetente Hände zu legen.

Mitgliedschaft ohne Befristung

Der Ausschuss votierte einstimmig für eine Beantragung der Mitgliedschaft im OOWV. Die Wasserversorgung wird in einem Vertrag geregelt, der ohne Befristung Gültigkeit besitzt. Eine Kündigung nach 20 Jahren ist allerdings möglich.

Der Verwaltungsausschuss wird sich mit der Frage der Mitgliedschaft im OOWV auf seiner Sitzung am 28. August 2018 befassen, bevor der Gemeinderat am 11. September darüber endgültig beschließen wird.

Ein weiterer Tagesordnungspunkt war die Beteiligung der Gemeinde an der EWE NETZ über die Kommunale Netzbeteiligung Nordwest. Die Mindestbeteiligung dafür beträgt rund 10100 Euro, die maximale Beteiligung etwa 2,4 Miollionen Euro. Ein Beitritt ist jetzt letztmalig möglich. Die Einlagen werden mit 3,57 Prozent verzinst. Auch hier plädierte der Bürgermeister für eine Beteiligung mit der Mindestsumme, um Einfluss auf Entscheidungen bei Fragen der Stromversorgung nehmen zu können. Mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung wurde die Beschlussempfehlung angenommen.

Unter dem Tagesordnungspunkt Mitteilungen konnte der Bürgermeister eine positive Nachricht überbringen: Die Wasserqualität im Naturbad wurde bei mehrfacher Beprobung mit gut beurteilt, obwohl die Besucherzahlen rekordverdächtig hoch waren.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN