Versorgungsdruck muss gesenkt werden OOWV mahnt in Südoldenburg sparsamen Umgang mit Wasser an

Ein vorsichtiger Umgang mit Wasser wird auch im Südoldenburgischen von Verbandsvertretern angemahnt. Foto: Hannibal Hanschke/dpaEin vorsichtiger Umgang mit Wasser wird auch im Südoldenburgischen von Verbandsvertretern angemahnt. Foto: Hannibal Hanschke/dpa

Neuenkirchen-Vörden. Der konstant hohe Wasserverbrauch im Gebiet des Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverbands (OOWV) – dazu gehört auch ein Teil der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden – hat Folgen: Der Versorgungsdruck musste gesenkt werden, um die Trinkwasserversorgung auch in nächster Zeit zu sichern, heißt es in einer Pressemitteilung der Organisation.

Einige Bürger werden dieses bereits bemerkt haben: Das Wasser sprudelt nicht mehr so kräftig wie gewohnt aus den Hähnen. In den Regionen, in denen schon Druckschwankungen festzustellen sind, werden diese sich möglicherweise noch verstärken, wird in dem Papier betont.

„Dieser Schritt wurde notwendig, um Zwangsmaßnahmen wie das Anordnen von Nutzungseinschränkungen zu vermeiden“, sagte Axel Frerichs, Bereichsleiter für den Betrieb der Wasserwerke, Netze und Anlagen. Er betonte: „Auch der abgesenkte Versorgungsdruck reicht, um eine Trinkwasserversorgung für die Menschen sicherzustellen.“ Im ländlich geprägten Gebiet des OOWV ist außerdem die Bereitstellung von Trinkwasser für viele Millionen Nutztiere erforderlich.

Axel Frerichs appellierte erneut und eindringlich, in dieser angespannten Situation insbesondere auf das Rasensprengen und das Befüllen von privaten Gartenpools zu verzichten: „Hier muss jetzt der Solidargedanke greifen: Gemeinsam sollten wir alle prüfen, wo wir tatsächlich Trinkwasser einsetzen müssen – und wo wir es sparen können, damit es weiter bei allen Kundinnen und Kunden ankommt.“

Der Wasserverbrauch bewege sich im OOWV-Gebiet auf Rekordniveau. Täglich geben die Wasserwerke und Speicherpumpwerke demnach weit über 300000 Kubikmeter Trinkwasser ab. Am vergangenen Donnerstag kam es mit 332222 Kubikmetern zu einem neuen Höchstwert in der 70-jährigen Verbandsgeschichte – das sind 110000 Kubikmeter mehr als sonst an einem Tag.

Die Reserven in den Speichern der Wasserwerke werden immer kleiner

„Der tägliche Wasserverbrauch und die Menge, die wir in den Wasserwerken aufbereiten können, passt nicht mehr zusammen“, erläuterte Axel Frerichs. Die Reserven in den Speichern der Wasserwerke seien immer kleiner gewordn. „Mit der Druckabsenkung versuchen wir diese Entwicklung zu stoppen“, so der Bereichsleiter. Sobald sich die Lage entspanne, werde der OOWV diese Maßnahme zurücknehmen. Sie könne eventuell aber auch noch verschärft werden, falls die tägliche Abgabemenge nicht spürbar sinke.

Der OOWV appellierte angesichts der außergewöhnlichen Wetterphase daran, das Trinkwasser für die Zwecke einzusetzen, für die es in erster Linie auch vorgesehen sei: Trinken und Kochen, Körperpflege, Baden und Duschen, Toilettenspülung, Wäsche waschen, Geschirr spülen und Putzen. „Mit 1000 Litern Wasser kann man sich rund 20 Mal duschen, 166 Toilettenspülungen machen und 400 Mal seine Hände waschen. Ein herkömmlicher Gartenpool dagegen benötigt gut und gerne mehrere tausend Liter“, zog Axel Frerichs einen Vergleich. Im OOWV-Gebiet liegt der Pro-Kopf-Verbrauch üblicherweise bei 115 Litern.

Der aktuell enorm hohe Wasserverbrauch könne zudem zu einem Druckabfall führen. Dann sind Trübungen des Trinkwassers möglich. Diese werden hervorgerufen durch gesundheitlich unbedenkliche Partikel von Eisen und Mangan, die sich bei den veränderten Strömungsverhältnissen in den Leitungen lösen.


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