Transfergesellschaft zieht Bilanz 121 Ex-Heyform-Beschäftigte aus Engter in neuen Jobs

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Ein Nachbarunternehmen hat seit geraumer Zeit die Verwaltungsräume und Produktionshallen, in denen viele Jahre die Firma Heyform untergebracht war, übernommen. Mit einer Brückenkonstruktion wurden die Gebäudekomplexe schließlich miteinander verbunden. Fotos: Marcus Alwes/Sabine SchönfeldEin Nachbarunternehmen hat seit geraumer Zeit die Verwaltungsräume und Produktionshallen, in denen viele Jahre die Firma Heyform untergebracht war, übernommen. Mit einer Brückenkonstruktion wurden die Gebäudekomplexe schließlich miteinander verbunden. Fotos: Marcus Alwes/Sabine Schönfeld

Bramsche. Die nach der Insolvenz der Heyform Bramsche GmbH gegründete Transfergesellschaft hat ihre Arbeit am 30. Juni nach 16 Monaten abgeschlossen. Drei Viertel der Beschäftigten wurden dabei in neue Jobs vermittelt.

Gert Beelmann ist kein Freund von Übertreibungen. „Ich bin oft kritisch, aber das war eigentlich in der Summe eine gute Transfergesellschaft“, sagt der Geschäftsführer der Quotac Management GmbH (mit Sitz in Bremen). Nach nicht ganz anderthalb Jahren ist die Arbeit seiner Gesellschaft in der Tuchmacherstadt beendet. Beelmann stellt fest, dass von 165 früheren Beschäftigten des insolventen und später zerschlagenen Automobilzulieferers Heyform aus Engter stattliche 121 in neue Arbeitsverhältnisse vermittelt worden seien. „Das ist ordentlich“, findet er.

Zudem sei für fünf weitere Personen („Gemeinsam mit ihnen“) eine Regelung zum Übergang in den Ruhestand gefunden worden.

Auch IG Metall mit Arbeit der Transfergesellschaft zufrieden

Zufrieden mit der Arbeit der Quotac GmbH zeigte sich auch Gewerkschaftssekretärin Brigitte Langguth. „Die Transfergesellschaft hat zu Arbeitgebern Kontakte geknüpft, die ihre Arbeitsplätze nicht auf dem freien Arbeitsmarkt veröffentlichen. Sie hat mit den Teilnehmern und Arbeitgebern tätigkeitsbezogene Qualifikationen erstellt“, so die IG-Metallerin.

Langguth nannte die Zahl von mehr als 120 an neue Arbeitgeber vermittelten Personen „ein relativ positives Ende“, der finanzielle Zusammenbruch des Automobilzuliefers Heyform Bramsche GmbH selbst bleibe hingegen aber „ein Trauerspiel“.

Das dürfte Quotac-Geschäftsführer Beelmann ähnlich sehen. Nur weil die beiden einstigen Heyform-Auftraggeber Volkswagen und DAF Trucks nach Verhandlungen mit Gewerkschaft, Betriebsrat und Insolvenzverwalter im Rahmen einer Paketlösung zwei Millionen Euro in die Finanzierung der Transfergesellschaft gesteckt hatten, war deren Zustandekommen überhaupt erst abgesichert worden.

Etat: Zwei Millionen Euro zur Verfügung

Heyform hatte zuvor viele Jahre Kunststoffkomponenten für Fahrzeuginnenräume hergestellt. Doch dann wechselten in Engter an der Heywinkelstraße nicht nur des Öfteren die Mehrheitsgesellschafter und die Geschäftsführer im Management, auch der schrittweise finanzielle Niedergang war einfach nicht mehr aufzuhalten. Rund 200 Menschen verloren schließlich ihren Arbeitsplatz. Immerhin 165 von ihnen wechselten in die Transfergesellschaft, die sich fortan um spezielle Fort- und Weiterbildungen, Praktika sowie gezielte Vermittlungen zu anderen Arbeitgebern im Großraum Osnabrück kümmerte. Inzwischen ist bekannt, dass viele frühere Heyform-Beschäftigte unter anderem beim Nachbarn Heytex (Hersteller Technischer Textilien), bei Wagener & Co. in Lengerich (einem Dienstleister der Kosmetikindustrie), bei der Zender Germany GmbH in Osnabrück (einem Automobilzulieferer, der vor allem Näh- und Schnittarbeiten erledigt) oder bei Gerhardi Kunststofftechnik im westfälischen Ibbenbüren (Spritzguss- und Galvanotechnik, aber auch Veredelungen) untergekommen sind.

In 16 Monaten rund 200 Firmen kontaktiert

Quotac-Geschäftsführer Beelmann („Wir hatten in jener Zeit zu etwa 200 Unternehmen Kontakt“) will keinen dieser vier Namen ausdrücklich bestätigen, dementiert sie auf Nachfrage aber auch nicht. „Die einzelnen Beschäftigten haben sich – individuell ganz unterschiedlich – zwischen drei und elf Monaten in unserer Transfergesellschaft aufgehalten“, erläutert er. Zu unterschiedlichen Zeitpunkten seien sie seit dem Februar 2017 in das befristete Weiterbildungs- und Vermittlungsunternehmen eingestiegen. 80 Prozent ihres früheren Heyform-Netto-Einkommens hätten sie dabei bezogen.

In ihren inzwischen neuen Jobs hätten viele wieder das ehemalige Brutto-Gehaltsniveau erreicht. Manche hätten sich gegenüber früher sogar noch verbessert, schildern Beelmann und die IG-Metall-Sekretärin Brigitte Langguth übereinstimmend, aber unabhängig voneinander.

Heyform Bramsche GmbH inzwischen aufgelöst

Und die Heyform Bramsche GmbH, die einst in Osnabrück beim Amtsgericht offiziell unter der Nummer HRB 203276 im Handelsregister geführt wurde? „Die Gesellschaft ist aufgelöst worden“, ist dort inzwischen als Eintrag zu finden.


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