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Gästeführung zu den Ausgrabungen im Moor Campemoorer Bohlenpfad ältester Verkehrsweg der Welt

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Zu den Grabungen am ältesten Verkehrsweg der Welt führte Moorarchäologe Alf Metzler vom Landesamt für Denkmalpflege (5. v. l.). Foto: privatZu den Grabungen am ältesten Verkehrsweg der Welt führte Moorarchäologe Alf Metzler vom Landesamt für Denkmalpflege (5. v. l.). Foto: privat

Neuenkirchen-Vörden. Als bemerkenswert spannend erwies sich die jüngste Gästeführung der Touristinformation Dammer Berge. Moorarchäologe Alf Metzler vom Hannoverschen Landesamt für Denkmalpflege führte zu den Bohlenweg-Ausgrabungen in Campemoor. Der Bohlenwegbau über fast 2000 Jahre in diesem aufschlussreichen Moorgebiet spiegelt den Gang der Landnahme seit der Mittelsteinzeit wider.

Alf Metzler, der im Campemoor seit Beginn der dortigen Ausgrabungen 1991 immer wieder präsent ist, verfügt über viel Erfahrung in seinem Job. Und stolz ist er natürlich, dass er mit dem auf 4600 vor Christi datierten Bohlenweg den ältesten Verkehrsweg der Welt hier gefunden hat .

Der Moorkenner erläuterte anschaulich, mit welchen Methoden ein Feuchtgebiets-Archäologie zu derartigen Ergebnissen kommt. Ebenso beeindruckend waren seine Ausführungen zur C14-Altersbestimmung oder zur Dendrochronologie, der Datierung mithilfe der Jahresringe von Bäumen. Mit dieser Methode konnte man einen schön erhaltenen Fußweg auf exakt 3704 v. Chr. bestimmen.

Dieser Weg, der wahrscheinlich als Steg an einem Gewässer diente, war neben einer unwesentlich älteren Bohlenweg-Abzweigung und Bohlenweg-Kurve einer der Höhepunkte, die den Gästen geboten wurde. Breiten Raum nahmen dann die Fragen nach der Häufung und dem Zweck dieser frühen Verkehrswege ein. Offenbar waren sie nicht für Zugwagen gemacht, denn das Rad war damals noch gar nicht erfunden.

Metzler hält es für wahrscheinlich, dass mit ihnen Sandinseln im Moor verbunden wurden, die gleichzeitig Siedlungsplätze waren. Überhaupt beschäftige die Ausgräber heute weniger die Aufgabe, weitere Bohlenwege zu suchen, als vielmehr das Bestreben, die zugehörigen Siedlungen zu finden, so Metzler. Annähernd 200 Siedlungsplätze mit eindeutigen Resten ständiger oder jahreszeitlicher Bebauung konnten bislang bestimmt werden.

Insgesamt sei die Landnahme von Süden nach Norden erfolgt. An der Wende von der Mittel- zur Jungsteinzeit seien Menschen hier sesshaft geworden. Sie lernten Ackerbau und Viehzucht. Im Zuge dieser Landnahme legte man die neuen Siedlungen gern am Rand der Dammer Berge oder in der Nähe des Dümmers an. Denn falls es mal mit dem Bauerndasein nicht so klappte, konnte man immer noch in den Wäldern jagen oder im See fischen, meinte Metzler.


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