Scharfe Kritik von Bauherren und IGNV Zu viele Mehrfamilienhäuser in Neuenkirchener Baugebiet?

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Neuenkirchen-Vörden. Um das noch junge Baugebiet Westlich Holdorfer Straße I gibt es Ärger und Diskussionen. Insbesondere um das Verhältnis von Einfamilien- zu Mehrfamilienhäusern wird inzwischen in Neuenkirchen öffentlich gestritten. Unter anderem beschwerten sich mehrere Bauherren während der Gemeinderatssitzung am Dienstagabend.

Aber auch unter den Gemeinderatsfraktionen rumort es. Die Wählergemeinschaft IGNV greift dabei die örtliche Volksbank eG scharf an. Denn das Kreditinstitut ist der offizielle Vermarkter der mehr als 40 Grundstücke in dem besagten Baugebiet. „Wenn alle Häuser fertiggestellt sind, wird es in der Siedlung nur gut 20 Eigenheime geben, dem stehen etwa 50 Mietwohnungen gegenüber, die bereits gebaut sind bzw. sich noch im Bau befinden“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Interessengemeinschaft um den stellvertretenden Bürgermeister Josef Schönfeld. Die Wählergemeinschaft spricht in dem Sektor nahe der Holdorfer Straße von einer „sehr unglücklichen Gestaltung“.

Eckdaten und Vorgaben zum Baugebiet in einem Städtebaulichen Vertrag

Festgehalten sind die Eckdaten und Vorgaben zum Baugebiet in einem sogenannten Städtebaulichen Vertrag zwischen der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden und der Volksbank eG. „Hier sind wesentlich mehr Mehrfamilienhäuser entstanden als nach den vertraglichen Abstimmungen erlaubt“, wirft die IGNV nun in ihrer Erklärung dem Vermarkter vor. Die Mitglieder der Wählergemeinschaft hätten sogar während ihrer jüngsten Zusammenkunft ihre vier Ratsmitglieder dazu aufgefordert, dass die Gemeinde „die Zusammenarbeit mit der Volksbank Neuenkirchen-Vörden überdenken sollte“. Wünschenswert wäre es, „wenn in Zukunft die Gemeinde die weiteren Baugebiete wieder selber vermarkten würde“, um so einen direkten Einfluss auf die Vergabe der Baugrundstücke zu haben, heißt in der IGNV-Pressemitteilung weiter.

Auf jeden Fall wollen Schönfeld & Co. die Debatte um die Gestaltung des Baugebietes Westlich Holdorfer Straße I in Kürze zum Thema im Rat machen. So wie auch jene vier Paare, die Dienstagabend in der Bürgerfragestunde im Rathaus ihren Unmut äußerten. Sie hätten unter anderen Voraussetzungen und Ankündigungen des Vermarkters ihre Einfamilienheime gebaut, machten sie deutlich. Die sich abzeichnende Zahl der Mehrfamilienhäuser sei ihnen so nicht bekannt gewesen. Auch die Frage nach einem möglichen Schadensersatz wurde von einem der Bürger in den Raum gestellt.

Treffen von Verwaltung, Politik und Volksbank eG am Freitag

In der 8600-Einwohner-Kommune Neuenkirchen-Vörden im südlichen Kreis Vechta gibt es weiterhin eine hohe Nachfrage nach Wohnungen und Bauplätzen.

Bauamtsleiter Jürgen Rolfsen betonte in der Ratssitzung, dass Gemeinde und Volksbank eG in der Sache im Dialog stünden. Näher ins Detail ging er nicht, auch nicht zu den Inhalten des Städtebaulichen Vertrages der Kommune mit dem Vermarkter. Inzwischen sickerte aber durch, dass die Verwaltungsspitze zusammen mit einigen führenden Ortspolitikern bereits am Freitag, 27. April, den Vorstand der Volksbank Neuenkirchen-Vörden aufsuchen will, um Licht in das Dunkel der Kontroverse zu bringen.


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