Maschmann leitet IMV seit 25 Jahren Neuenkirchener Dirigent reist mit der Musik um die Erde

Von Ilona Uphaus

Heiko Maschmann analysiert gerne Musikstücke am Klavier. Foto: Ilona UphausHeiko Maschmann analysiert gerne Musikstücke am Klavier. Foto: Ilona Uphaus

Neuenkirchen-Vörden. Die Musik hat ihn auf alle Kontinente der Erde geführt und auch in seinen jetzigen Heimatort. Heiko Maschmann, der gerade sein 25-jähriges Jubiläum als Dirigent des Instrumentalmusikvereins Neuenkirchen (IMV) gefeiert hat, ist als Hornist ein Profi und von Musik fasziniert.

In Georgsmarienhütte geboren, ist Heiko Maschmann mit zwei Brüdern, musikalischen Eltern und viel Musik aufgewachsen. Von der musikalischen Früherziehung über Blockflöte, Geige und Schlagzeug – jedoch alles mit mäßigem Erfolg, erzählt der 50-Jährige, der im Alter von zwölf Jahren dann „sein“ Instrument entdeckte: das Horn. Mit dem großen Bruder „als Konkurrenz“ habe er dieses Instrument „rucki, zucki gelernt“, denn „das passte“. In den Ferien besuchte er als Jugendlicher Meisterkurse in ganz Deutschland und die Sommerakademie in Salzburg mit „super Dozenten“.

Als Mitglied im Osnabrücker Jugendsinfonieorchester, später im Niedersächsischen Jugendsinfonieorchester, ging es auf viele Konzertreisen. Russland, Nicaragua, Indien, Afrika. Maschmann bereiste viele Länder zusammen „mit jungen motivierten Musikern“ und fand das „wunderschön“. Die Bundeswehrzeit verbrachte er im Heeres- und Luftwaffenmusikkorps, das viele Benifizkonzerte gab, unter anderem im kanadischen Halifax im Eishockeystadion vor mehr als 9000 Zuhörern.

Nach Studienjahren an der Musikhochschule Detmold, an der Bundesakademie Trossingen (Hochschwarzwald) erwarb er 1991 den Abschluss als Diplom-Instrumentenpädagoge. Zwei Jahre Studium Musikgeschichte und Musikwissenschaft in Osnabrück schlossen sich an. Während dieser Zeit entstand der Kontakt nach Neuenkirchen-Vörden. Sein Mentor Adolf Leppich habe ihn „sonntags morgens zu Proben mitgeschleppt“, schmunzelt der Musiker. Im November 1992 habe man ihn gefragt, ob er für das Jahreskonzert des IMV einspringen wolle, da der Dirigent erkrankt war. An den späteren Besuch des Vorstands bei ihm in Osnabrück erinnert sich Heiko Maschmann gut. Als 1993 die Musikschule Neuenkirchen-Vörden gegründet wurde, übernahm er auch deren Leitung. „Der Erfolg bereitete Kopfschmerzen“, erzählt er, denn es gab bei Förderzusagen für 200 Schüler viel mehr Anmeldungen.

Dozent an der Universität

1996 gab Maschmann die Leitung der Musikschule ab für ein weiteres Studium in Münster. Hier absolvierte er seinen künstlerischen Abschluss 1998 und arbeitet seither als Dozent an der Uni Osnabrück und als Lehrer an der städtischen Musik- und Kunstschule Osnabrück. Er unterrichtet hier im Fach Horn, leitet das Blasorchester und die Horngruppe und ist mit diesen Gruppen nach wie vor in anderen Ländern unterwegs. So treffe man sich zum Beispiel seit 2006 einmal jährlich mit Kollegen aus den baltischen Ländern zum gemeinsamen Musizieren. Um die Anfragen für „Aushilfe“ bei renommierten Orchestern erfüllen zu können, „muss man fit bleiben, auf Top-Niveau“, weiß der Musiker, der täglich mindestens zwei Stunden auf dem Horn trainiert.

Bereits 1993 zog Heiko Maschmann von Osnabrück nach Neuenkirchen. Hier lernte er später seine Ehefrau kennen – natürlich auch über die Musik. Er traf sie bei Vorbereitungen für ein Hofkonzert in Neuenkirchen-Vörden. Musikalisch ist die ganze Familie. Die Ehefrau spielt beim IMV, die drei Kinder im Alter von 10 bis 16 Jahren sind ebenfalls an Instrumenten aktiv. „Meine Tochter spielt viel besser Klavier als ich“, gibt der Musiker zu. An den Flügel setze er sich eigentlich nur zum Analysieren von Musikstücken. So hat er jüngst den „Einzug in die Kathedrale“ aus Richard Wagners Oper Lohengrin „seziert“, ein wahres Meisterstück, stellt er schwärmerisch fest.

Stolz auf Jugendorchester

Besonders stolz ist Heiko Maschmann auf die Leistungen des Jugendorchesters unter Leitung von Julian Luttmer und Claudia Hellweg. Die junge Truppe gab 2017 ihr Debüt. Mehr als 30 junge Leute spielen mit, dazu kommen mehr als 60 Musiker im IMV. „er Probenraum wird langsam eng“, stellt Heiko Maschmann fest. Dass hier Qualität vorhanden ist, beweist auch der Gewinn der Niedersachsenmeisterschaft 2011 und 2017. Man müsse den Mut haben, besondere Programme aufzulegen, findet der Musiker, auch wenn es kompliziert sei und viel Vorbereitung koste. Aber „das muss als Gruppe funktionieren“, weiß er und lobt die „tolle Zusammenarbeit“ im IMV, bei dem auch die „Vorstandsarbeit sehr wichtig“ sei und „hervorragend“ laufe.

Das neue Programm stehe bereits, verrät er weiter. Ziel sei die Teilnahme am Deutschen Musikfest 2019 in Osnabrück mit mehr als 300 teilnehmenden Orchestern. „Dort wollen wir am Wertungsspiel teilnehmen“, sagt Maschmann. Gezielt geprobt wird auch für das Benefizkonzert am 29. April um 17 Uhr in der St.-Bonifatius-Kirche. Zusammen mit dem Geiger Jörg Below aus Stuttgart gibt es dann das Bach Violinkonzert und Filmmusik aus „Schindlers Liste“. Der Heartchor und der Kirchenchor St. Bonifatius sind mit von der Partie.