Improvisation bei Open Stage Lockere Session im Neuenkirchener Kulturbahnhof

Von Sascha Knapek

Bei den spontanen Jam-Sessions wurde es mitunter eng auf der großen „KuBa“-Bühne. Foto: Sascha KnapekBei den spontanen Jam-Sessions wurde es mitunter eng auf der großen „KuBa“-Bühne. Foto: Sascha Knapek

Neuenkirchen-Vörden. Bei den rund 40 Besuchern der 5. Open Stage im Neuenkirchener Kulturbahnhof ist der Übergang vom Zuhörer zum Musiker fließend. Spontane Jam-Sessions und der rege Austausch der anwesenden Hobbymusiker stehen auch bei der fünften Austragung im Vordergrund des geselligen Abends.

„Unser Konzept ist eine Art work in progress“, sagt Nils Steinkamp vom Organisationsteam über das Open-Stage-Projekt. Nach den ersten Veranstaltungen habe man gemerkt, dass ein kleines Konzert zu Beginn des Abends für den Stimmungsbogen am besten sei. Bei der fünften Ausgabe hat man dafür die Osnabrücker Band Spinoza engagiert, die den Abend mit schepperndem Indie-Rock eröffnet.

Der Leitgedanke des Projekts, dass sich die Musiker auf der Bühne abwechseln, bunt durchmischen und miteinander jammen, ohne sich zu kennen, wird schon bei den letzten zwei Songs von Spinoza in die Tat umgesetzt. Spontan entert Ludger Walter aus dem Zuschauerraum die Bühne, um Fabian Wellner (Gesang), Heiko Ricke (Gitarre), Ron Heinrich (Bass), Errol Jurgens (Gitarre) und Dennis Ricke (Schlagzeug) unter anderem bei dem Free-Klassiker „All Right Now“ gesanglich zu unterstützen.

Jam-Session

Nachdem Spinoza ihr Konzert beendet und ihre Instrumente eingepackt haben, erklimmen die ersten Einzelmusiker die Bühne. Es dauert zwar etwas, bis man eine „Band“ zusammen und sich auf den ersten Song geeinigt hat, aber das liegt im spontanen Sinn der Sache. Die Kommunikation untereinander und das gemeinsame Musikzieren stehen im Fokus. Ablauf- oder gar Zeitplan kann und darf es bei so einer ungezwungenen Jam-Session nicht geben.

Nach etwas hin und her einigen sich die Hobbymusiker dann auf den ersten gemeinsamen Nenner – „Hotel California“ von den Eagles. Mit dabei sind auch ein paar Mitglieder von Spinoza, die sich direkt für den Gastbesuch bei ihrem Auftritt revanchieren und ordentlich Stimmung machen.

Hilfe per Smartphone

Von Song zu Song wächst dann die Anzahl der Musiker auf der „KuBa“-Bühne. Ob „Purple Rain“ (Prince), „Like the Way I Do“ (Melissa Etheridge) oder „Let Her Cry“ (Hootie & the Blowfish), die Wahl des zu interpretierenden Stücks geht jetzt ganz schnell. Und wenn der jeweilige Text oder die Noten mal nicht direkt aus der Erinnerung hervorgekramt werden können, helfen Smartphones beim Überwinden dieser kleinen Probleme.

„Spaß, Geselligkeit und andere Musiker kennenzulernen sind die Eckpfeiler unserer Open Stage“, fasst Nils Steinkamp das Anliegen der Organisatoren zusammen. Der junge Mann ist mit der Resonanz auf die fünfte Ausgabe zufrieden. Wann die sechste Open Stage stattfinde, sei nur eine Frage der Zeit.