Lebhafte Debatte im Schulausschuss Halteverbot vor der Grundschule Neuenkirchen ja – aber wie?

Von Steffen Oevermann

Wie geht es vor der Grundschule und an der Straße Im Herrengarten im Ortsteil Neuenkirchen weiter? Der Rat soll es am 27. Februar entscheiden. Foto: Marcus AlwesWie geht es vor der Grundschule und an der Straße Im Herrengarten im Ortsteil Neuenkirchen weiter? Der Rat soll es am 27. Februar entscheiden. Foto: Marcus Alwes

oev Neuenkirchen-Vörden. Bereits seit mehreren Jahren beklagen Anlieger, Eltern und Schulvertreter die Verkehrssituation zu Stoßzeiten an der Grundschule im Ortsteil Neuenkirchen. Der jetzt im Rathaus tagende Schulausschuss plädierte einstimmig dafür, ein zeitlich befristetes Halteverbot an der Straße „Im Herrengarten“ beim Landkreis Vechta zu beantragen.

Uneinigkeit herrschte jedoch über die genaue zeitliche Begrenzung dieser Maßnahme.

Im Gespräch war etwa der Zeitraum montags bis freitags von 7 bis 16 Uhr (zu Schulzeiten). Hieran regte sich jedoch Widerstand bei Karlheinz Rohe (CDU). „Unsere Fraktion ist grundsätzlich stark dafür, dass dort etwas Nachhaltiges passieren muss. Aber eine solche Regelung würde vielen Anliegern ganz gewiss nicht schmecken“, so der ehemalige Schulleiter der Oberschule. Er glaube, dass eine solche zeitliche Begrenzung des Halteverbots auch bei Besuchern der Anlieger für massiven Ärger sorgen könne. Stattdessen plädierte er dafür, dass das Halteverbot nur zu den besonders betroffenen Stoßzeiten werktags in zwei Abschnitten gelten solle – etwa von 7 bis 8 Uhr und von 12 bis 14 Uhr.

Eine solche Regelung könne sich auch die Konrektorin der Grundschule, Karin Rechtien, vorstellen. Auch wenn durchaus noch Parkflächen für Besucher zur Verfügung stehen würden, sieht sie ein durchgehendes Halteverbot ebenfalls kritisch. Noch viel mehr ein Dorn im Auge ist ihr jedoch die alltägliche Situation rund um die Busspur an der Grundschule. Diese würden auch von Eltern häufig genutzt werden, obwohl das Befahren dieser von Pkw-Fahrern untersagt ist.

Zudem berichteten die Vertreter der Schule von dem wortwörtlich „riesigen Widerstand“ mancher Eltern, welche ihre Kinder zur Schule brächten. Sie hätten wenig bis gar kein Verständnis, wenn Lehrer aus dem Kollegium sie oder andere Eltern auf ihr etwaiges Fehlverhalten aufmerksam machen würden. Ein Haltverbot würde daher in ihren Augen nur funktionieren, wenn es regelmäßige Kontrollen gebe und es bei einer Missachtung des Halteverbots zu erheblichen finanziellen Einbußen für die Beteiligten kommen würde.

Auch Bürgermeister Ansgar Brockmann sprach sich für die Anwendung eines Halteverbots aus. Dieses sei unvermeidbar, da durch die Entwicklung zu immer mehr „Eltern-Taxis“ und der „Flaschenhalssituation“ der Siedlung die Situation mittlerweile „grandios katastrophal“ sei. Die Siedlung verfügt nur über eine (!) Anbindung an die Holdorfer Straße, welche durch die gegenüberliegende Oberschule Neuenkirchen-Vörden und die dortige Fußgängerampel keinen zügigen Verkehrsabfluss zulässt. Dadurch kommt es alltäglich zu langen Rückstaus.

Da eine weitere Anbindung der Siedlung an das Straßennetz in den kommenden Jahren nicht zu erwarten sei, sei die Einführung eines Halteverbots aktuell die einzige Möglichkeit, den Verkehrsfluss zu verringern. Bezüglich der genauen zeitlichen Befristung möchte er nochmals Gespräche mit dem Landkreis führen und diese dann zu der nächsten Ratssitzung konkretisieren. Neben einen Halteverbot hält Brockmann aber zudem weitere bauliche Maßnahmen zur Verbesserung der Situation für sehr wahrscheinlich.

Nicole Karadag (SPD) schlug außerdem eine mögliche Einführung einer Haltespur vor, die etwa auf dem naheliegenden Parkplatz des Discounter Aldi an der Holdorfer Straße angebracht werden könnte. Hierfür müssten jedoch zuvor Absprachen mit dem Unternehmen getroffen werden.