Hausarztversorgung verbessern FDP-Abgeordneter Seestern-Pauly besucht Neuenkirchen-Vörden

Von Marcus Alwes

MdB Matthias Seestern-Pauly (vorne, l.) wurde von Bürgermeister Ansgar Brockmann, dessen Stellvertreter Martin Menke (hinten, l.), Ratsherr Hermann Schütte (r.) und dem örtlichen FDP-Vorsitzenden Rainer Oesting begrüßt. Foto: Marcus AlwesMdB Matthias Seestern-Pauly (vorne, l.) wurde von Bürgermeister Ansgar Brockmann, dessen Stellvertreter Martin Menke (hinten, l.), Ratsherr Hermann Schütte (r.) und dem örtlichen FDP-Vorsitzenden Rainer Oesting begrüßt. Foto: Marcus Alwes

Neuenkirchen-Vörden. Seine Ehefrau stammt aus dem Ortsteil Wenstrup. Was lag da für den neuen FDP-Bundestagsabgeordneten Matthias Seestern-Pauly näher, als einen Abstecher über die Kreisgrenze zu machen – zu einem Antrittsbesuch bei der Gemeinde Neuenkirchen-Vörden?

Rund 90 Minuten nahm sich der frühere Gymnasiallehrer Zeit zum Gedankenaustausch mit Bürgermeister Ansgar Brockmann, dessen Stellvertreter Martin Menke (CDU), Ratsherr Hermann Schütte (SPD) und dem FDP-Ortsverbandsvorsitzenden Rainer Oesting. Eine Vielzahl von Themen wurde dabei angeschnitten. Darunter natürlich auch das 12,4-Millionen-Euro-Autobahnprojekt einer zusätzlichen Anschlussstelle an der A1 in Höhe Riester Damm, das die Verkehrsflüsse im Industrie- und Gewerbegebiet Niedersachsenpark auf Dauer erleichtern und verbessern soll. Hier bat Brockmann den Liberalen aus Bad Iburg im weiteren Verfahren und beim Ritt durch die Institutionen auf überregionaler Ebene um eine entsprechende Unterstützung.

90-Minuten-Gespräch im Rathaus an der Küsterstraße

Vor dem Sprung in das Parlament in der Bundeshauptstadt hatte Seestern-Pauly als Lehrer an der Ursulaschule in Osnabrück gearbeitet. Im Bundestag sitzt der 33-Jährige jetzt als ordentliches Mitglied im Fachausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Stellvertretendes Mitglied ist er im Bildungs- und Forschungsausschuss. Zudem bringt Seestern-Pauly einen mehrjährigen Erfahrungsschatz aus der Kommunalpolitik (Gemeinderat und Kreistag) mit. „Da gibt es bei den anfallenden Aufgaben natürlich viele Berührungspunkte zwischen den Landkreisen Vechta und Osnabrück“, stellte der FDP-Mann fest.

Digitalisierung einfacher machen und Bürokratieabbau fördern

Ein zentrales Thema war hier beispielsweise die Hausarztversorgung in ländlichen Regionen. Alle politischen Ebenen – inklusive des Bundes – seien gefordert, um endlich gezielt Verbesserungen auf den Weg zu bringen, waren sich alle Gesprächsteilnehmer am Tisch im Rathaus einig.

Ebenso unstrittig war die Forderung nach einem spürbaren Bürokratieabbau rund um die deutschen Behörden. Zum einen, um für den Bürger Erleichterungen und einfachere Wege bei Antragstellungen aller Art zu ermöglichen. Zum anderen, um auch den Kommunen selbst ein Mehr an Entscheidungsfreiheiten im Paragrafen- und Vorschriftendschungel zu geben. Bürgermeister Ansgar Brockmann nannte hier exemplarisch die aktuell anstehende Umsetzung des Breitbandausbaus (für ein schnelleres Internet) vor Ort. Die entsprechenden Vergabeverfahren und die Ausschreibung von Aufträgen seien zu komplex und viel zu umfangreich. Das koste wertvollle Zeit. „Die Ausführung der Digitalisierung vor Ort muss viel einfacher werden“, stellte Brockmann fest.

Auch Einsparmöglichkeiten in den öffentlichen Haushalten thematisierte die Politikerrunde. So habe die FDP bei der Durchsicht des Bundeshaushaltes beispielsweise festgestellt, dass die öffentliche Hand zu viele Gelder für eine zu hohe Zahl an Gutachten ausgebe. „Da sind noch einige Einsparungen möglich“, so MdB Seestern-Pauly.

Derartige Veränderungen muss die FDP allerdings in Berlin aus der Opposition heraus anstoßen. Nicht ganz elf Prozent der Wählerstimmen (und damit 80 von insgesamt 709 Sitzen) holten die Freien Demokraten im September bei der jüngsten Bundestagswahl – und stiegen später aus den laufenden Koalitionsverhandlungen zur Regierungsbildung aus.