Premiere gefeiert Theater in Campemoor begeistert die Besucher

Von Hans Schmutte

Ministerpräsident Gottlieb Knittel (kniend) hat sich in den als Josefine verkleideten Zuhälter Jo (rechts) verliebt. Fotos: Hans SchmutteMinisterpräsident Gottlieb Knittel (kniend) hat sich in den als Josefine verkleideten Zuhälter Jo (rechts) verliebt. Fotos: Hans Schmutte

Neuenkirchen-Vörden. Premiere gefeiert hat die Theatergruppe des Musik- und Laienspielvereins Campemoor mit dem neuen Stück „Liebling, es ist angerichtet“.

Der Funke der Begeisterung sprang schon nach den ersten Sätzen der Laienschauspieler im ausverkauften Vereinshaus Campemoor auf die Zuschauer über. Der aufgeführte Dreiakter „Liebling, es ist angerichtet“ sorgte mit deftigen Sprüchen, Humor und einer zum Stück passenden Portion Frivolität für beste Unterhaltung. Als Zugabe bekam die Lachmuskulatur eine Extraportion Ausdauertraining. Die Zuschauer spürten, wie sehr sich die Darsteller mit ihren Rollen identifizierten. Durch die Bank boten sie eine für Laienschauspieler beeindruckende Leistung.

Zum Inhalt: Die Idylle eines kleinen Rotlicht-Etablissements ist in Gefahr. Nach Friedas Tod wird das Freudenhaus „Zum siebten Himmel“ nicht wie erwartet den Betreibern vererbt, sondern der Nichte Julia (gespielt von Saskia Henke), die samt Lebenspartner Horatio (Jochen Schwekutsch) bereits im Anmarsch ist.

Die Bewohner, Zuhälter Jo (Tim Duffe), der schwule Bobbo (Nils Bettenbrock) und die beiden leichten Mädchen Natja (Lena Stockowe) und Lilly (Denise Uphaus) dekorieren rasch um und gaukeln so die heile Welt einer kleinen Pension vor. Zuhälter Jo schlüpft sogar in die Rolle der Hausdame „Josephine“ und gewinnt das Vertrauen der Erbin.

Nichts Gutes im Schilde

Nichts Gutes führt ihr Verlobter Horatio im Schilde. Mitten in die Idylle platzen dann Stammkunde Ministerpräsident Gottlieb Knittel (Thorsten Wernke) mit Sohn Julius (Jan Stockhowe), der in die Liebeskunst eingeführt werden soll. Zusammen mit der trinkfreudigen Putzfrau Herta Poppe – ohne „n“ (Katharina Stuckenberg) – sorgen sie für ein ordentliches Durcheinander und treiben die Situation immer wieder auf die Spitze. Wie in solchen Komödien üblich, kriegen sich die Guten zum Schluss, die Bösen sehen alt aus und alles klärt sich wunderbar auf. Die Komik der Situationen in Verbindung mit den herrlich skurrilen Kostümen erzeugten immer wieder anhaltende Lacher.

Häufig wurde das Stück von tosendem Beifall unterbrochen. Schöner konnte der Lohn für die neun Mitglieder des Ensembles mit Doris Thörner als Souffleuse und Maskenbildnerin Susanne Duffe nicht sein.

Der gemischte Chor Campemoor unter der Leitung von Andrea Gerhards brachte die Zuschauer mit „Ein lustiges Leben“ und „La Traviata“ vor Beginn der Aufführung in die richtige Stimmung.

Die Akteure bedanken sich für reichlich Applaus.

Wer sich köstlich amüsieren möchte, hat noch am 16. und 18. Januar 2018, jeweils um 19.30 Uhr, und am 20. Januar 2018, um 19 Uhr, Gelegenheit, sich das Stück anzusehen. Nach dem letztgenannten Termin ist anschließend Party angesagt.


In Campemoor wird seit 1948 Theater gespielt, also seit 70 Jahren. Die Stücke wurden von Beginn an in hochdeutscher Sprache vorgetragen. Darauf bestand der damalige Dorflehrer Hans Bossemeyer. Die Begründung: Die Kinder sprechen nur Plattdeusch. Sie sollten Hochdeutsch lernen.

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