Nach Sprengung eines Geldautomaten Vördener LzO-Filiale richtet Übergangslösung ein



Neuenkirchen-Vörden. Nachdem am Silvestermorgen der Geldautomat in der Vördener Filiale der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) von Unbekannten gesprengt wurde, hat die Bank eine Übergangslösung für die Bargeldversorgung angekündigt.

Die Bankräuber konnten kein Geld erbeuten und flohen mit einem dunklen Audi A8. Sie hinterließen große Schäden, verletzt wurde allerdings niemand.

Aufgrund der massiven Beschädigungen bleibt die Vördener Filiale bis auf Weiteres geschlossen. Ein Ersatzautomat werde aber ab Mitte kommender Woche rund um die Uhr für die Kunden zur Verfügung stehen, hieß es am Dienstag in einer Pressemitteilung der LzO. Die Mitarbeiter seien derzeit in der Filiale Damme erreichbar.

LzO-Regionaldirektor Alfred Müller betonte, dass der Standort Vörden definitiv erhalten bleibe: „Ein Rückzug ist für uns kein Thema.“ Dabei verwies er auf eine gute Entwicklung mit steigenden Kundenzahlen und Wachstum bei Krediten und Einlagen.

Aktuell werden die Schäden am Gebäude geprüft. Ein genauer Zeitplan für eine vollständige Wiedereröffnung könne daher noch nicht genannt werden. Der völlig zerstörte Vorraum der Sparkasse wurde mit Spanplatten abgesperrt, die Fensterfront daneben musste mit Baustützen abgesichert werden. Augenzeugen berichten, dass die Verkleidung des gesprengten Automaten infolge der Explosion quer durch den Filialraum geflogen sei. Dabei wurde auch auf der Rückseite ein Fenster beschädigt.

Ein Sicherheitsdienst und unterschiedliche Alarmsysteme sorgen derzeit dafür die Sicherheit vor Ort. „Ein Risiko für die Kunden, insbesondere für die Inhaber der Schließfächer, hat zu keinem Zeitpunkt bestanden“, teilt die LzO mit. Inventar und Aktenordner wurden abtransportiert.

Täter blieben unerkannt

Der versuchte Bankraub sorgt für viel Gesprächsstoff in Vörden. „Das ging schnell herum im Dorf“, bestätigte ein Passant am Dienstag. Eine ältere Dame meinte schmunzelnd: „Ich freue mich, dass die wenigstens kein Geld gekriegt haben.“ Auch wenn sie selbst nicht Kundin der LzO sei und nicht in direkter Nachbarschaft wohne, bleibe nach der Explosion aber ein mulmiges Gefühl bei ihr.

Gegen 6.30 Uhr am Silvestermorgen riss der laute Knall viele Anwohner aus dem Schlaf. Eine Landwirtin, die auf der anderen Straßenseite wohnt, hatte die Täter aber schon vor der Explosion entdeckt. „Gesichter konnte ich aber nicht erkennen.“ Zunächst wollte sie die drei dunkel gekleideten Männer, deren Verhalten ihr verdächtig vorkam, zur Rede stellen. Doch dann kam es schon zur Explosion im Vorraum der LzO. „Dann ging alles ganz schnell. Einer rief etwas wie ‚nichts drin‘ und dann fuhren sie weg.“

Selbst an der dem Eingang abgewandten Seite wurde ein Fenster beschädigt.

Ein Passant, der seinen Hund ausführte, erkannte aber einen Teil des Nummernschildes des Fluchtwagens. Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an, dabei soll auch geklärt werden, ob die Täter zur sogenannten „Audi-Bande“ zählen, die für zahlreiche ähnliche Verbrechen in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen unter Verdacht steht.


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