Ein Artikel der Redaktion

Kirchengemeinde feiert Jubiläum Chronik "600 Jahre St. Christophorus Vörden" vorgestellt

Von Hans Schmutte | 04.08.2019, 18:35 Uhr

Die Chronik "600 Jahre St.-Christophorus-Kirche Vörden" ist am Sonntag erstmals vorgestellt worden - ein beeindruckendes Werk über die wechselhafte Geschichte des Gotteshauses.

Etwa zwei Jahre Arbeit hat das siebenköpfige Autorenteam um Herbert Staas in die Erstellung der Chronik anlässlich des 600-jährigen Kirchenjubiläums investiert. Entstanden ist rechtzeitig zu den Jubiläumsfeierlichkeiten am 24. und 25. August ein beeindruckendes Werk über die wechselhafte Geschichte des Gotteshauses. Am Sonntag wurde es im Gottesdienst der Kirchengemeinde vorgestellt. Anschließend war Verkaufsstart für die Chronik. Die Jubiläumsfeierlichkeiten folgen am 24. und 25. August 2019.

Das Buch gliedert sich in einen etwa 60 Seiten starken geschichtlichen ersten Teil und einen zweiten Abschnitt über das Gemeindeleben, so Staas. Die Kirche ist eng mit der Geschichte Vördens verbunden. Wurde der Ort Vörden urkundlich erstmalig 1341 erwähnt, ist 1419 das "Geburtsjahr" der St. Christophorus-Kirche. In diesem Jahr wurde erstmalig eine Kirche mit eigenem Kirchherrn (Pastor) erwähnt. Bereits vorher gab es in der Stiftsburg eine Kapelle mit dem Namen St. Christophorus. Der heilige Christophorus ist der Schutzpatron der Seeleute und Reisenden und damit eine durchaus nachvollziehbare Namenswahl, da der Name Vörden sich von „Vorde“ oder „Furt“ ableitet.

Vier Kirchenbrände

Leider existieren aus den ersten Jahrhunderten der Kirche keine Unterlagen mehr. Auf die Gründe dafür wird in der Chronik detailliert eingegangen. Es sind die vier Kirchenbrände in den Jahren 1641, 1747, 1842 und dem Kirchturmbrand 1923. Über die Zeit gerettet werden konnte ein seltenes Exemplar einer Lutherbibel, die 1756 gedruckt wurde. Sie hat sich zur Zeit des Brandes 1842 nicht in der Kirche befunden. Heute wird sie im Kirchenarchiv verwahrt.

Das Autorenteam mit Herbert Staas, Heinrich Müller, Heinrich Hoppe, Thomas Martens, Pastor Anderson Kopp, Harald Vullbrock und Erich Beinke griff bei seinen Recherchen für die Chronik unter anderem auf die Kirchbücher zurück, die ab dem Jahr 1822 existent sind. Gerne hätten sie Einsicht in ein vermutlich noch existierendes Schriftstück aus dem Jahr 1760 gehabt. Es handelt sich um eine Predigt, in der Pastor Veltmann über die Katastrophen in der Zeit um 1747/1750 gesprochen hat. Darin sind auch bis heute nicht bekannte Ereignisse enthalten. Über die „in schönen Lettern“ gedruckte Predigt berichtete im Juni 1982 Pastor Aden dem Kirchenvorstand. Sie soll von einem ehemaligen, leider unbekannten Gemeindemitglied in einem Antiquariat für 200 DM erworben worden sein. Zu gerne wüsste das Chronik-Autorenteam etwas über den Verbleib dieses Schriftstücks und hofft immer noch auf Hinweise darauf.

Ökumenisches Werk

„Die Chronik ist ein ökumenisches Werk geworden“, erzählt Herbert Staas. Das hat zwei Gründe: Gedruckt wurde das Buch über die evangelische Kirche von Katholiken, nämlich dem Caritas-Sozialwerk Dinklage. Außerdem berichtet die Chronik ausführlich über die mehr als 200 Jahre währende Zeit des Simultaneums. Obwohl sich im Jahr 1662 von den Vördener Bewohnern 450 zum evangelischen und nur 14 zum katholischen Glauben bekannten, wurde die Krche St. Christophorus zur Simultankirche bestimmt. Bis 1858 wurde sie von den evangelischen und katholischen Christen des Ortes gemeinsam genutzt, wobei geregelt war, wer zu welchen Zeiten das Benutzungsrecht hatte.

Erhältlich ist die Chronik im Lutherhaus sowie in den Filialen von LzO und Volksbank in der Gemeinde. Der Preis des hochwertigen Buchs beträgt lediglich 10 Euro, „damit sich das jeder leisten kann“, so Herbert Staas. Möglich wird der günstige Preis durch die Unterstützung zahlreicher Sponsoren, die in dem Buch Erwähnung finden.

Mehr Informationen:

Im Rahmen der Jubiläumsfeier aus Anlass des 600-jährigen Bestehens der Kirche St. Christophorus findet am ersten Veranstaltungstag (Samstag, 24. August) ab 8 Uhr ein Bürgerflohmarkt statt. Die Plätze dafür werden bereits am Samstag, 10. August 2019, von 10 bis 12 Uhr im Lutherhaus fest vergeben. Der Standpreis (3 Meter) beträgt 5 Euro. Reservierungen sind im Vorfeld nicht möglich. Es werden keine kommerziellen Standbetreiber zugelassen. Rückfragen beantwortet Volker Rohmann, Telefon 05495 952078