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Zwei Monate Haft Amphetamin in Meppener Strafanstalt besessen

Von Alfred Korfhage | 01.07.2014, 16:17 Uhr

Zu zwei Monaten Freiheitsstrafe wegen Drogenbesitzes hat das Meppener Amtsgericht einen Gefangenen der Justizvollzugsanstalt Versen verurteilt.

Der Angeklagte, ein 44-Jähriger aus dem Landkreis Leer, war angeklagt, eine geringe Menge Betäubungsmittel im Besitz gehabt zu haben. Nachdem er in der Strafanstalt Besuch empfangen hatte, wurde er kontrolliert und dann in seine Zelle gebracht. Da er dem Begleitbeamten merkwürdig nervös vorkam, wollte dieser den Strafgefangenen zuvor erneut durchsuchen. Der Häftling hatte wohl vermutet, dass er noch einmal kontrolliert werden sollte, trat deswegen in den Eingangsbereich eines Mitgefangenen und warf ein Schlüsselbund auf dessen Bett. Dem Beamten war aufgefallen, dass neben den Schlüsseln auch ein kleines weißes Tütchen geworfen wurde, das aber sofort von ihm schergestellt wurde.

In der Verhandlung bestritt der Angeklagte energisch, etwas mit dem Tütchen zu tun zu haben. Der Mitgefangene, auf dessen Bett die Gegenstände landeten, sagte, er wisse nicht viel; im Übrigen verweigerte er jegliche Angaben zur Sache.

Der Angeklagte war seit 1989 in kurzen Abständen immer wieder straffällig und verurteilt worden. Seit April 2011 befindet er sich in Strafhaft, die Entlassung steht im August 2016 an, wenn nichts dazukommt. Zahlreiche Verkehrsdelikte, Diebstähle und Straftaten nach dem Betäubungsmittelgesetz waren im Strafregister verzeichnet. Der Angeklagte gab an, dass er hohe Schulden habe. Aus zwei Ehen habe er fünf Kinder, aber mit Betäubungsmitteln nichts mehr zu tun. Eine psychiatrische Untersuchung ergab für ihn Hinweise auf eine posttraumatische Belastungsstörung, die therapeutisch behandelt wurde.

Die Staatsanwältin erklärte, sie habe keinen Zweifel an der wahrheitsgemäßen Aussage des Justizbeamten. Die Vorstrafen des Angeklagten gäben ein negatives Bild ab, zumal die Tat während der Haftverbüßung begangen wurde. Positives könne sie nicht feststellen. Wegen des Besitzes von Amphetamin beantragte sie eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten.

Die Verteidigerin plädierte auf Freispruch, weil sie ihrem Mandanten glaube. Die Beweise gegen ihn reichten für eine Verurteilung nicht aus. Außerdem seien sechs Monate bei der geringen Menge unangemessen.

Der Strafrichter verurteilte den Angeklagten zu zwei Monaten und schloss eine Bewährung aus, weil die Tat während der Haft begangen wurde. Es sei zu bezweifeln, dass er drogenfrei sei. Zur Verteidigung der Rechtsordnung sei eine Sanktion notwendig, auch wenn die sichergestellte Menge Amphetamin sehr gering sei.

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