Ein Artikel der Redaktion

Züchtungen bedroht Geflügelzuchtverein Meppen tagte im Zeichen der Vogelgrippe

Von PM. | 10.02.2017, 13:22 Uhr

Die Vogelgrippe und ihre Auswirkungen waren großes Thema bei der Jahreshauptversammlung des Geflügelzüchtervereins Die abgesagte Geflügelschau führte zu einem Einnahmeausfall, ganze Züchtungen sind von Schlachtungen bedroht.

Fast alle der aktiven Züchterinnen und Züchter waren in die Zuchtanlage zur Jahreshauptversammlung des Geflügelzuchtvereins Meppen gekommen. Der Vorstand legte Berichte über die vergangenen zwei Jahre vor. Gottfried Heidfeld berichtete von einem erfolgreichen Zuchtjahr 2015. Zwei Mitglieder, Bernd Hüser und Friedrich Schneider, wurden Deutsche Meister, andere Züchter errangen mit ihren Tieren hohe Bewertungen auf lokalen und bundesweiten Ausstellungen. Das Zuchtjahr 2016 war hingegen von der amtlichen Untersagung von Tierschauen getrübt. Allerdings wurde Bernd Hüser erneut Deutscher Meister, bevor das Verbot wirksam wurde.

Durch den Ausfall der Geflügelschau in Meppen trat für den Verein ein Einnahmeausfall von über tausend Euro ein. Ob dieser in 2017 ausgeglichen werden kann, hängt auch vom Verlauf der Vogelgrippe ab. Derzeit werden von den Hobbyzüchtern die Eier der wertvollen Tiere gesammelt und für die Brut vorbereitet. Die Tierseuche war vorrangiges Thema der Versammlung. Auffällig sei, dass fast nur Putenbestände getötet werden mussten, nur ein Fall der hochansteckenden Krankheit wurde in einem Stall eines Hobbyzüchters bekannt. Hauptsorge sei, dass ganze Hobbyzuchtbestände getötet werden müssten, wenn im näheren Bereich in einer Massenhaltung H5N8 festgestellt würde. Dabei wären nicht nur seltene Rassen, die auf der Roten Liste verzeichnet sind, betroffen. Ganze, teilweise in Jahrzehnten erzüchtete genetische Zuchtlinien gingen damit verloren. Bei den Meppener Züchterinnen und Züchtern besteht die Hoffnung, dass ein solcher Fall nicht eintreten wird. Viele von ihnen würden dann wohl, so einige Bemerkungen, die Geflügelzucht aufgeben. (Weiterlesen: Seit November gilt Stallpflicht im Emsland) 

Einstimmigkeit im Verein

Die Hauptversammlung wurde mit Vorstandswahlen fortgesetzt, da die Funktionen gemäß Vereinssatzung zweijährig vergeben werden. Vorsitzender blieb Gottfried Heidfeld, die Kassenführung übernimmt Antje Bühring, Schriftführer ist weiterhin Alfred Korfhage. Zuchtwart für Tauben und Hühner wurde Friedrich Schneider, Gerätewart Bernd Grothues, Tierschutzbeauftragter bleibt Jan van Pieterson. Neu in den Vorstand wurde Tobias Otten gewählt, der für Facebook-Auftritte zuständig sein wird. Ramona von Hernen wurde Kassenprüferin. Alle Wahlen erfolgten einstimmig.

Vorsitzender Gottfried Heidfeld schloss die Hauptversammlung in der Hoffnung, dass alle Züchter im kommenden Jahr erfolgreich sind und die kommenden Tierschauen nicht erneut der Vogelgrippe zum Opfer fallen. Es möge den Wissenschaftlern endlich gelingen, ein Medikament zu entwickeln, das vorbeugend den Befall der wertvollen Tierbestände, auch der in Großfarmen, verhindert.