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Wirte beklagen Einbußen Keine Einigung zur Sperrstunde in Meppen

Von Hermann-Josef Mammes | 02.07.2014, 18:41 Uhr

Vom 15. Juni 2013 bis 31. Mai 2014 galt für die Meppener Innenstadt die Sperrstundenregelung ab 5 Uhr morgens. Seitdem dürfen die Wirte ihre Kneipen und Diskotheken im Bermuda-Dreieck wieder so lange öffnen, wie sie wollen. Am 24. Juli will der Stadtrat in öffentlicher Sitzung vermutlich entscheiden, ob er die Sperrzeit wieder einführt.

Eigentlich sollte der Ausschuss für Klima- und Umweltausschuss sowie Sicherheit und Feuerwehr am Dienstagabend schon eine klare Empfehlung abgeben, doch dazu kam es nicht. Nach kontroverser Beratung einigten sich die Stadtratsmitglieder darauf, das Thema erneut in den Fraktionen zu beraten.

Zuvor führte Städtischer Direktor Matthias Wahmes die Fakten auf. Bis zum Jahr 2006 galt in Niedersachsen landesweit eine einheitliche Sperrstunde von 3 Uhr. Diese Regelung wurde aufgehoben. Bis zur Einführung der Sperrzeit in Meppen erhöhten sich die Verunreinigungen, Ruhestörungen und Körperverletzungen rund um die Meppener Bahnhofstraße von Jahr zu Jahr. Allein 2009 ereigneten sich 95 Gewaltdelikte, viele davon in den Morgenstunden nach fünf Uhr morgens mit alkoholisierten Jugendlichen. Es folgten erste Maßnahmen wie Jugendschutzkontrollen und Hausverbote. Zudem seien mit dem MEP-Bau „viele dunkle Ecken“ verschwunden. Im Juni 2013 wurde die Sperrzeit eingeführt. Die Zahl der Körperverletzungen sank auf 50 im Jahr. „Das ist ein sensationeller Wert“, sagte Wahmes. Gleichwohl beklagten die Wirte „20 Prozent weniger Gäste und lehnen eine Wiedereinführung der Sperrzeit ab“.

Die Meinung der Stadtratsmitglieder zu diesem Thema teilt sich in zwei Lager. Marina Thien (CDU) und Tobias Munsch (SPD) lehnen eine erneute Reglementierung ab. Thien erinnerte daran, dass im September in Meppen-Versen die Großraumdiskothek „Update“ eröffnen wird. „Da es dort auch keine Sperrstunde geben soll, wäre dies eine Wettbewerbsverzerrung.“

Wirksames Mittel

Ältere Ratsmitglieder wie Horst Diecks (SPD) und Lucia Reinert (CDU) sehen dies jedoch ganz anders: „Die Fakten sind eindeutig. Die Sperrzeit ist ein wirksames Mittel“, sagte Diecks. Nach seiner Meinung würden Gäste „nach fünf Uhr sowieso nur noch an einem Bier nuckeln“ und kaum noch für Umsätze bei den Wirten sorgen. CDU-Ratsherr Rainer Fübbeker ergänzte: „Die meisten Bürger wollen eine Sperrzeit.“ In der Einwohnerfragestunde wies Benjamin Weinert darauf hin, dass bereits vor der Einführung der Sperrstunde die Zahl der Körperverletzungen auf 57 stark zurückgegangen sei.

 Einen Kommentar „Pro Sperrstunde“ in Meppen finden Sie hier. 

 Einen Kommentar „Contra Sperrstunde“ in Meppen finden Sie hier.