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Edeltraud und Klaus Bohn Wegbereiter Wie das Rhönrad und der Handball nach Meppen kamen

Von Mascha Abeln | 29.09.2021, 07:55 Uhr

Mit 14 Jahren startete Edeltraut Bohn beim TV Meppen ihre Karriere. Als Riegenführerin und Vorturnerin machte sie sich so gut, dass sie wenige Jahre später bereits ihre Trainer vertrat.

In diesem Jahr feiert die Meppenerin aber nicht nur, dass sie bereits seit 64 Jahren trainiert: Ihr selbst gegründeter Sportverein, der Leichtathletik Verein Meppen 1991 e.V. (LAV), wird zudem 30 Jahre alt.

Beim Gedanken an die Gründung verzieht das Ehepaar Bohn die Gesichter: „Das war eine unschöne Zeit, es gab schlimme Auseinandersetzungen beim Turnverein Meppen. Heute sind wir aber alle wieder befreundet“, erinnert sich Edeltraut Bohn. Auch ihr Mann Klaus ist seit Jahrzehnten aktiv im Sport. Beide trainieren heute vor allem Kinder und Jugendliche, teilweise noch immer auf Leistungsniveau. „Eigentlich wollten wir schon lange kürzer treten, aber solange wir es gesundheitlich schaffen, machen wir weiter.“, erzählt Klaus Bohn, den Edeltraut einst beim Meppener Waldlauf kennenlernte.

Exotische Sportart in Meppen etablieren

Während mit Klaus Bohn auch der Handball nach Meppen kam, setzte sich Edeltraut Bohn dafür ein, dass der Rhönrad-Sport in die Kreisstadt einzog. Als sie mit 40 Jahren auf diese Sportart aufmerksam wurde, setzte sie alles daran, das exotische Sportgerät auch in Meppen zu etablieren - und war erfolgreich. Heute wird im LAV an sechs Tagen in der Woche in verschiedenen Leistungsstufen auf dem Rhönrad trainiert. Bereits ab fünf Jahren können Kinder hier starten.

Das Trainerpaar sagt selbst, Erfolge und Siege nie gezählt zu haben. Einige sind dennoch besonders in Erinnerung geblieben, so zum Beispiel die Leichtathletik-Weltmeisterschaft 1995 in Göteburg: „Damals qualifizierte sich Anne Bruns für den 800-Meter-Lauf in Bremen und wir reisten nach Schweden.“

Weihnachtsturnen und Turnfeste auf Landes- und Bundesebene sowie Trainingslager auf Texel und ostfriesischen Inseln bereiten den Ehrenamtlern, die inzwischen Familien in dritter Generation trainieren, besondere Freude: „Kinder kommen immer mehr - coronabedingt führen wir inzwischen sogar Wartelisten. Aber es wird immer schwerer, Engagierte zu finden, die die Gruppen betreuen.“

Bisher kein Stadion für den LAV

Anders als vor einigen Jahrzehnten von der Politik versprochen hat der LAV kein Stadion und keine Hallen oder Plätze, sondern nutzt die der verschiedenen Schulen im Stadtgebiet, wie Klaus Bohn mit Bedauern berichtet: „Ich habe nichts gegen Fußball, aber ich wünschte, andere Sportarten würden genauso unterstützt.“

Das Ehepaar Bohn hat, um den Verein aufzubauen und erfolgreich zu machen, nicht nur auf viel Freizeit, sondern auch auf Aufwandsentschädigungen verzichtet. Und dennoch: „Wenn wir im Lotto gewinnen würden, dann würden wir davon ein tolles Leichtathletikstadion bauen lassen, in dem wir auch wieder Wettkämpfe ausrichten könnten.“ Für letzteres sind die meisten derzeit genutzten Anlagen nicht mehr ausreichend.