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Werbung für Toleranz Harener Gymnasiasten gewinnen bei Kurzfilmwettbewerb

Von PM. | 15.12.2015, 14:10 Uhr

Mit ihrem Filmbeitrag haben sieben Harener Gymnasiasten beim Kurzfilmwettbewerb „Emsland-Filmklappe“ einen ersten Platz belegt. Damit haben sie sich für den niedersachsenweiten Entscheid qualifiziert.

„Es ist nicht falsch, anders zu sein“, ist eine der zentralen Botschaften des Kurzfilms „Wollt ihr, dass wir lügen?“, produziert von den Harener Gymnasiasten Denise Menke, René Hartmann, Torge Hentschel, Johannes Pruß, Vanessa Horstig, Denise Wagner und Annika Müller. Die Hauptrollen besetzen, laut Pressemitteilung, zwei junge Menschen, die jeweils in einer Partnerschaft mit dem anderen Geschlecht ihre Homosexualität entdecken.

Vom ersten Kribbeln im Bauch, von Verdrängungsstrategien, wie „Das darf ich nicht denken!“, bis hin zum Coming-out und den unterschiedlichen Reaktionen darauf wird dieser Prozess eindrucksvoll nachgezeichnet. Die filmische Umsetzung dieses gesellschaftlich noch immer nicht tabufreien Themas befand auch die Jury des Kurzfilmwettbewerbs „Emsland-Filmklappe“ als besonders herausragend, sodass das Team der Harener Gymnasiasten in der Kategorie „Sekundarstufe I“ einen ersten Platz erreichte und damit im Bereich „Dokumentarfilm“ für den niedersachsenweiten Entscheid nominiert wurde.

Film soll ein Zeichen setzen

Nachdem die Schüler wegen eines Plakats auf den Wettbewerb aufmerksam wurden, widmeten sie sich bewusst dem Thema „Homosexualität“, um auf diesem Wege ein Zeichen für Toleranz und Offenheit zu setzen. „Die im Film gezeigten Reaktionen auf das Coming-out in Form von Mobbing beruhen häufig auf persönlichen Erfahrungen“, berichtete Schauspielerin Denise Menke. Sie hatte mit ihrem Team zwei Monate außerhalb des Unterrichts und ohne professionelle technische Ausstattung an dem Projekt gearbeitet. Dabei machte das Team, auch mit einigen Nachtschichten Erfahrung und musste Herausforderungen bewältigen, wie die Wahl des Titels, der bewusst Rätsel aufwerfen sollte, oder die Gestaltung eines Drehbuchs.

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Damit gelang den Schülern ein Film, der Mut macht, einerseits für persönlich Betroffene, andererseits für Außenstehende, die mit dem Thema Homosexualität konfrontiert werden und Opfern von Diskriminierung und Anfeindung couragiert zur Seite stehen sollten.

„Die Reaktionen auf den Film waren fast ausschließlich positiv“, sagte Schülersprecher René Hartmann. Auch Schulleiter Michael Heuking hob die beispielgebende und couragierte Arbeit des Teams auf der Basis humanitärer Werte hervor. Laut Pressemitteilung soll der Film „Wollt ihr, dass wir lügen?“ noch einem breiten Publikum im Rahmen einer öffentlichen Filmvorführung zugänglich gemacht werden.