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Welpe soll mit Ball zum Tor EM-Orakel Pieter voll im Trainingsmodus

Von Carola Alge | 09.06.2016, 14:04 Uhr

Während sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft in ihrem Trainingslager in Évian auf ihr erstes Gruppenspiel am 12. Juni 2016 vorbereitet, ist auch Welpe Pieter in der Winkelstraße in Geeste-Dalum voll im Trainingsmodus. Er ist EM-Orakel der Meppener Tagespost. Mit Spannung wird der erste Tipp des Vierbeiners erwartet.

Das Trainingslager des Jack-Russell-Terriers liegt im Schatten. Nicht mehr ganz so satter Rasen bietet reichlich Dribbelfläche für den zwölf Wochen alten Welpen. Wasser, wenn auch nicht der exquisiten Marke, die Jogis Jungs trinken, steht reichlich im Schatten bereit. Daran schlabbert er nach ein paar Sprintrunden, in denen er sich austobt, immer wieder. Auspowern muss sein, bevor Herrchen Ingo Mertineit seiner Vierbeiner an die eigentliche Aufgabe des Orakelns führt.

Durch Tunnel-Teile zum Tor

Plan des Radio-Moderators war es ursprünglich, dass der Welpe einen Ball in eines der beiden Mini-Tore bugsiert, hinter denen die Flaggen der jeweiligen Nationen der anstehenden Spiele mit deutscher Beteiligung hängen. Pieter findet das allerdings irgendwie uncool. Statt das runde Leder gen Tor zu befördern, läuft er ihm auf seinen kurzen Beinen eher davon – oder umgekehrt rollt der Ball ihm unkontrolliert ins Irgendwo davon.

Programm umgestellt

Mertineit hat deshalb wenige Tage vor Pieters erstem, gespannt erwarteten Tipp das Trainingsprogramm umgestellt. Der junge Hund soll jetzt durch einen gelb-blauen Spiel-Tunnel mit drei Röhren flitzen. Der Eingang mündet am Ende in zwei Tunnel-Teile, durch die er direkt samt Ball in eins der entsprechend beflaggten kleinen Tore rennt. Links lockt zurzeit die Fahne Deutschlands, rechts die der Ukraine, gegen die Schweinsteiger und Co. am 12. Juni 2016 zu ihrem ersten Gruppenspiel antreten. Kommt Pieter mit dem Ball wieder zum Eingang zurück , bedeutet das: Unentschieden.

Viel Geduld notwendig

Nach welchen Kriterien aber wird Pieter sich entscheiden? Hat er beim Orakeln das gleiche gute Näschen wie bei der Jagd nach Leckerlies? Antworten hat Ingo Mertineit noch nicht. Dafür aber Geduld. Viel Geduld. Die muss er mehrfach am Tag zeigen. Immer nur etwa zehn Minuten lang übt er mit dem Rüden. Wann eine Trainingseinheit zu Ende ist, bestimmt nicht Herrchen, sondern der Welpe. Überfordern will er seinen vierbeinigen Gefährten auf keinen Fall.

Noch schnell abgelenkt

Das findet Pieter natürlich klasse. Hat er nämlich keine Lust mehr auf das EM- Training der besonderen Art, legt er sich einfach auf das Sofa und schläft oder beschäftigt sich mit einem anderen Spielzeug. Ablenken lässt sich das MT-EM-Orakel auch gern von den Kindern, die auf seinem Trainingsrasen hinter Mertineits Haus ein Planschbecken und Trampolin aufgestellt haben. Hinter ihnen herzuflitzen, mit ihnen zu toben, findet er oft doch viel spannender, als Disziplin am Ball zu zeigen. Ganz toll für ihn: die Schnürsenkel meiner Schuhe. An ihnen und meinen Fingern zurrt er, ohne müde zu werden.

Leckerlies als Hilfe

Leckerlies sind in der jetzt entscheidenden Übungsphase ein probates Hilfsmittel. Auf „Doping“ dieser Art wollte Mertineit, dem sein Bruder Dennis beim Training hilft, eigentlich verzichten. Als Belohnung leisten sie jedoch unschlagbare Dienste. Liegt eines von ihnen auf oder an dem Ball, steuert Pieter ihn zumindest ganz im unnachahmlichen Laufstil von Thomas Müller zielstrebig an, schubst ihn durch einen der nach links und rechts abzweigenden Tunnel. Bei mehrfacher Wiederholung klappt das dann ohne Leckerlie.

Generalprobe verpatzt?

Ob der Welpe am Ende tatsächlich einen Ball oder vielleicht doch einen Blumentopf aus Plastik, mit dem der junge Hund gerne spielt, gen Tor befördert, ist noch offen. Ingo Mertineit, stilecht im Nationaltrikot trainierend, wartet da noch ein bisschen ab: „Er soll das nehmen, womit er am meisten Spaß hat. Hauptsache, er entscheidet sich richtig und hoffentlich für Deutschland.“

In meinem Beisein leider nicht. Bis auf ein Mal rennt unser EM-Orakel mit dem weichen Ball ständig nach rechts. Dort steht das Tor mit Ukraine-Fahne. Aber wie heißt es so schön: Wer in der Generalprobe patzt, legt eine gute Premiere hin. Und ein bisschen Zeit ist ja noch zum Trainieren – in Évian und in Geeste-Dalum.

Hinweis für Tipper: Pieters Orakel ist natürlich ohne Gewähr.