Ein Artikel der Redaktion

Viel Beifall Meppen feiert Premiere des Zirkus Charles Knie

Von Iris Kroehnert | 14.06.2016, 22:00 Uhr

Bis einschließlich Donnerstag, 16. Juni 2016, gastiert der Zirkus Charles Knie auf dem Festplatz am Nagelhof in Für die Premiere am Dienstagnachmittag gab es viel Beifall der Besucher.

Seit März ist der Zirkus mit seinem Programm „Euphorie“ auf Tournee. Zwar sind viele klassische Zirkuselemente enthalten, doch hebt sich das Programm in bemerkenswerter Weise ab. Sehr viele tänzerische Elemente, Livegesang, meistens von der Südafrikanerin Pretty Shangase, Varieté, Show und schließlich ein Live-Orchester lassen eine etwas andere Zirkusatmosphäre aufkommen.

Temporeiches Programm

Das Programm ist temporeich, es beinhaltet nahezu keine Umbaupausen, dazu gesellt sich Spontanität, die auch vor der aktiven Einbeziehung des Publikums nicht halt macht, es gibt viele witzige Elemente – und natürlich sind auch die Artisten zur Stelle. Atemberaubend sind die Sprünge, Würfe, Salti und Pirouetten sowie der dreifache Salto Mortale, den die Flying Wulber am Flugtrapez unter der Zirkuskuppel hinlegen. Die sechs Trapezkünstler sind international besetzt und kommen aus Italien, Chile Venezuela und Bulgarien. Bei so viel und weit noch mehr Internationalität gilt im Zirkus Italienisch als „Amtssprache“, wie Patrick Adolph, der Pressesprecher von Zirkus Charles Knie , darlegt.

Clowneskes Element

Für das clowneske Element sorgt Cesar Dias. Man darf ihn in der Manege getrost als ein wenig durchgeknallt bezeichnen. Spezialist ist er für ungewöhnliche Geräusche und er macht mit Fuchsschwanz und Kleiderbügel Musik. Seine Geräuschimitationen sind manchmal ein wenig laut und schrill, aber laut Patrick Adolph wird er als neuer Shooting-Star der Branche gehandelt.

Minimal-Rondell

Für rasante Geschwindigkeit auf einem Minimal-Rondell sorgt das Duo Medini. Die Plattform der Rollschuhartisten ist nur wenige Quadratmeter groß – umso größer ist das Erstaunen über die waghalsigen Übungen, die das italienische Paar vollführt.

Herrliche Nummer

Eine herrliche Nummer vollbringen die Wulber Brothers am Trampolin. Mit Hut, schwarzem Anzug und dunkler Sonnenbrille wecken sie Erinnerungen an die legendären Blues Brothers. Für die passende Musik sorgt das Live-Orchester.

Handstandartistik vom Feinsten bietet die Truppe Messoudi dar. Im Zeitlupentempo führen die Männer ihre kraftzehrende Artistik aus. Es ist eine Reduktion auf das Wesentliche und ein Bestreben nach Einheit aus Kraft und Ästhetik. Dann ist da noch der Artist Cesar Pindo aus Ecuador. Kontorsion nennt sich sein Fachgebiet. Gern werden Artisten wie Pindo auch als „Gummimenschen“ bezeichnet. Es sind nahezu menschenunmögliche Verrenkungen, die der Südamerikaner vollführt – und damit nicht genug, faltet er sich in einem kleinen Glaskasten zusammen. Jongleure, Messerwerfer und Armbrust-Artisten runden das Programm ab.

Auch Tiere dabei

Selbstredend gibt es auch Tiere im Zirkus. Zu sehen sind Zebras, Kamele, Lamas, verschiedene Rinderarten und viele Pferde und Ponys. Für die Dressuren der beiden letztgenannten Arten sorgt Marek Jama, der auch Elemente aus der hohen Schule präsentiert. Elefanten und Tiger sind nicht dabei. „Wir haben unser Programm umgestellt“, erklärt Zirkussprecher Patrick Adolph. Mit der Tierschutzorganisation PETA hätte dies nichts zu tun. Tatsächlich ist die Programmnummer mit dem Seehund und dem Seelöwen Flappi eine der kurzweiligsten und fröhlichsten Tierdressuren, die Familie Pedersen darbietet. Ob als Jongleure, Balancekünstler oder Handstandartisten wissen Flappi und Co. zu überzeugen, aller – möglicherweise berechtigten – Kritik zum Trotz.

Zirkus Charles Knie ist mit 92 Personen auf Tournee. Die nächste Station ist Papenburg. Die Zirkuskasse öffnet am Mittwoch und am Donnerstag um 10 Uhr.