Ein Artikel der Redaktion

Verkehrssicherheitstraining Präventionswoche für Meppener Berufsschüler

13.07.2015, 13:06 Uhr

Statt Unterricht im Klassenzimmer gab es Fahrten im Überschlagsimulator und mit dem Gurtschlitten: An den Berufsbildenden Schulen (BBS) in Meppen stand in der vergangenen Woche wieder Verkehrssicherheitstraining auf dem Stundenplan.

Auch ein echter Unfallwagen gehörte zum Präventionsprogramm für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Das Wrack sollte den Schülern der BBS einen authentischen Eindruck vermitteln von der Gefahr eines Unfalls mit sogenannter Baumberührung. Gut ein Drittel der Schüler, somit rund 1500, schleusten die Veranstalter des Sicherheitstrainings durch acht Stationen. Für das Ziel, junge Leute für die Gefahrenpotenziale im Straßenverkehr zu sensibilisieren, hatten sich Spezialisten aus verschiedenen Bereichen zusammengetan.

Spektakulärer Schlusspunkt der Präventionswoche war die Aufprall-Demonstration auf dem Parkplatz der BBS am Freitag. Ein Autokran hob zwei schrottreife Autos nacheinander in zehn und 25 Meter Höhe und ließ sie dann fallen. Dies entspreche einer Fahrtgeschwindigkeit von 50 beziehungsweise 80 Stundenkilometern, sagte Moderator Bernd Kaiser, Vorsitzender der Verkehrswacht Meppen. Die Autos knallten auf einen Baumstumpf – eine Deutsche Eiche, die schon seit rund 15 Jahren für diese Demonstrationen herhalte. Während die Pkws Totalschaden erlitten, platzte am Baum lediglich etwas Rinde ab.

„Baumunfälle“ im Fokus

Die Demonstration sollte verdeutlichen, wie lebensgefährlich ein „Verkehrsunfall mit Baumberührung“ sein kann. Da laut Kaiser ein Drittel der Verkehrstoten in Niedersachsen und im Emsland bei der Kollision mit einem Baum starben, seien „Baumunfälle“ auch der Schwerpunkt ihrer Präventionsarbeit.

Ehrenamtliche von den Verkehrswachten Meppen und Lingen und der Meppener Feuerwehr betreuten die Simulatoren. Helfer vom Deutschen Roten Kreuz erklärten die Grundlagen der Notversorgung, eine Station handelte von Notfallseelsorge und die Polizei referierte unter anderem zum Thema Zivilcourage. Das Training werde alle drei Jahre an der BBS angeboten, so Studiendirektor Rolf-Dieter Pophanken und dazwischen an den Gymnasien in Meppen, Haren und Haselünne. Die Resonanz der Schüler sei durchweg positiv. „Es ist interessant, man lernt viel und man kann einiges ausprobieren“, so der Tenor.

Statistisch weniger junge Verkehrstote

Die Schüler, meist zwischen 16 und 18 Jahre alt und somit mitunter schon Teilnehmer im Straßenverkehr, begutachteten die Wracks. Junge Fahrer gelten als Risikogruppe, der Kreis bezuschusse deshalb für sie Fahrsicherheitstrainings, merkte Kreis-Verkehrsdezernent Marc-André Burgdorf an. Insgesamt scheinen solche Maßnahmen bereits zu fruchten, erläuterte Kaiser mit Blick auf die Statistik . „Prävention ist oft schwer messbar, doch wir haben einen deutlichen Rückgang der Unfälle mit jungen Leuten.“ Demnach starben vor fünf Jahren im Emsland zwölf junge Fahrer bei Verkehrsunfällen, im Vorjahr waren es drei. Ebenso sei die Zahl der jungen Unfallverursacher von 16 im Jahr 2009 auf drei im Vorjahr zurückgegangen.