Ein Artikel der Redaktion

Technische Ausstattung modernisieren Schulentwicklungsplan Meppen vorgestellt

Von Konstantin Stumpe, Konstantin Stumpe | 06.06.2018, 19:11 Uhr

Die Stadt Meppen hat erstmals einen Schulentwicklungsplan. Dieser gibt der Politik konkrete Handlungsempfehlungen. Nicht nur modernere Computer und Tablets müssen her, sondern auch bauliche Veränderungen.

Im Ausschuss für Kindertagesstätten und Schulen hat Christian Golkowski, Leiter Fachbereich Bildung, nun den ersten Schulentwicklungsplan für Meppen vorgestellt. Gesetzlich vorgeschrieben ist ein solcher Plan in Niedersachsen nicht, wohl aber die Bereitstellung der erforderlichen Räume und Lehrmittel.

Weil dies nur mit einer vorausschauenden Planung gelinge, hat sich Golkowski aufgemacht, alle Schulen in Trägerschaft der Stadt zu besuchen. So machte er sich ein Bild von den erforderlichen Maßnahmen. Einfluss finden außerdem die aktuellen Schülerzahlen sowie die Bevölkerungsprognose und das Anmeldeverhalten zu den weiterführenden Schulen. „Ich habe auch mit jedem Schulleiter gesprochen, um deren Wünsche zu erfahren“, ergänzt der Fachbereichsleiter.

Schülerzahlen sinken langfristig

Die Prognosen der Bertelsmann-Stiftung sagen für die kommenden Jahre eine stabile Schülerzahl voraus. Zwar stieg die Zahl der Geburten in den vergangenen Jahren leicht an, für die nächsten Jahre werden jedoch leicht rückläufige Zahlen erwartet. Zuzüge gleichen dies aber wieder aus. Langfristig ist laut Golkowski aber mit sinkenden Schülerzahlen zu rechnen, weil in absehbarer Zeit die Jahrgänge der potenziellen Eltern kleiner werden. Während die Geburtenjahrgänge von 1972 bis 2001 immer zwischen 400 und 500 Kindern lagen, lag die Zahl seit 2002 stets unter 400.

Schule im Fokus

Die Besuche in den Schulen hätten gezeigt, dass sie insgesamt sowohl baulich als auch in der technischen Grundausstattung in einem guten Zustand seien. Weil aber aufgrund des Rechtsanspruchs auf einen Krippenplatz in der jüngsten Vergangenheit der Schwerpunkt auf dem Ausbau der Kitas lag, sollen nun mehr Investitionen in die Schulen getätigt werden. Besonders sollen in den kommenden Jahren Räume für den Ganztagsunterricht sowie Gruppenräume geschaffen werden, die aufgrund der Inklusion für die Differenzierung notwendig sind.

Raumbedarf Grundschulen

Fast alle Grundschulen verfügen laut dem Schulentwicklungsplan über ausreichend Klassenräume. Einzig in der Grundschule Bokeloh könne es durch Zuzüge zu Engpässen kommen, weil dadurch eventuell zusätzliche Klassen gebildet werden müssen. Langfristig soll der Werkraum, der bislang in einem Container untergebracht ist, in einem kleineren Klassenraum eingerichtet werden.

Obwohl Fachunterrichtsräume für Grundschulen nicht verpflichtend sind, verfügt fast jede Meppener Grundschule über zwei. Daher wird empfohlen, in Hemsen und Fullen Fluchtwege aus den Werkräumen zu schaffen, damit diese wieder genutzt werden dürfen. In den Grundschulen fällt außerdem auf, dass viele Lehrerzimmer zu klein sind. Bei zukünftigen Baumaßnahmen soll daher geprüft werden, ob Bedarf besteht. Empfohlen wird zudem, alle mehrgeschossigen Schulen mit einem Aufzug auszustatten, um die Barrierefreiheit zu gewährleisten.

Physikraum an Kardinal-von Galen-Schule schlecht

Auch die weiterführenden Schulen verfügen über ausreichend (Fach-) Unterrichtsräume. Der Physikraum an der Kardinal-von-Galen-Schule ist laut Golkowski allerdings in einem schlechten Zustand und muss kurzfristig saniert werden. Auch der Verwaltungstrakt an der Schule muss renoviert werden. Nachgerüstet werden muss an den weiterführenden Schulen ebenfalls mit Aufzügen.

Besonders betroffen von notwendigen Sanierungen ist die Pestalozzischule. Weil die Stadt davon ausgegangen war, dass die Förderschulen abgeschafft werden, stellte sie notwendige Sanierungen zurück. Nun besteht dringender Bedarf.

Zum Ende des Berichts schlug die Verwaltung konkrete Maßnahmen sowie einen Zeitplan für diese vor.

Baumaßnahmen 2019


  •  An der Pestalozzischule eine Akustikdecke, neue Beleuchtung und Malerarbeiten in der Pausenhalle, neue Toiletten sowie Akustikdecken und neue Beleuchtung in den Klassenräumen.
  •   An der Anne-Frank-Schule eine Akustikdecke, neue Beleuchtung, Malerarbeiten, neues Inventar sowie in großes Türelement zur Verwaltung in der Pausenhalle.
  •   In der Kardinal-von-Galen-Schule soll die Attraktivität der Pausenhalle gesteigert sowie der Physikraum und die Toiletten in der Verwaltung saniert werden.
  •  An der Maria-Montessori-Schule soll die Akustik in der Mensa verbessert werden.
  •  In der Grundschule Fullen soll der Werkraum mit einem Fluchtweg ausgestattet werden.
  •  An der Marienschule soll der Schulhof hinter dem Gebäude neu strukturiert werden.

Baumaßnahmen 2020


  •  An der Grundschule Bokeloh soll ein Gruppen- und ein Lernmittelraum entstehen, ein neues Toilettenhaus gebaut und das Lehrerzimmer vergrößert werden.
  • In der Marienschule soll ein zusätzliches Büro für den Schulkindergarten entstehen.
  • An der Grundschule Versen soll eine Außenbeschattung an der Südseite eingerichtet werden, eine Automatik an der Brandschutztür im Verwaltungstrakt eingerichtet und eine Fluchttreppe zum Gruppenraum im Obergeschoss gebaut werden.

Baumaßnahmen 2021


  •  In der Overbergschule muss der Fußboden in einigen Klassenräumen sowie die Akustik und Beleuchtung in den Fluren ausgebessert werden. Dazu kommen Malerarbeiten, Anstrich der Türen und Heizkörper sowie neue Fenster im Verwaltungstrakt.
  •  In der Hasebrinkschule muss der Fußboden sowie der Anbau neben der Küche saniert werden. Außerdem stehen Malerarbeiten und der Austausch von Türen an.
  • In der Grundschule Hemsen müssen die Toiletten saniert werden. Die Verwaltung schlägt außerdem vor, die Hausmeisterwohnung in einen Gruppenraum umzubauen.

Ausstattung mit neuen Medien

„Im Moment verfügen wir über eine sehr gute Grundausstattung, kommen so langsam aber in den Bereich, wo Neuanschaffungen notwendig werden“, sagte Golkowski dem Ausschuss. Die Grundschulen verfügen über iPad-Klassen. Alle weiterführenden Schulen sollen jetzt nach und nach in den Klassenräumen mit interaktiven Whiteboards ausgestattet werden. Computer sollen alle fünf, die iPads alle sieben Jahre ausgetauscht werden. Dafür veranschlagt die Verwaltung jährlich 60.000 Euro. Weil die Zahl der technischen Geräte steigen wird, müsse zudem über eine Erhöhung der Stunden für das zuständige Personal nachgedacht werden.