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Studenten wählen Themen selbst 24 junge Künstler stellen Werke in Meppen aus

06.09.2016, 12:45 Uhr

24 Kunststudenten der Hochschule für Bildende Künste Braunschweig stellen ihre Werke im Kunstzentrum Koppelschleuse in Meppen aus. Die Ausstellung der Klasse von Olav Christopher Jenssen könnte vielseitiger nicht sein.

Von filigranen Mustern über gestische Malerei, ornamentale und biomorphe Strukturen, gekratzte und gespachtelte Bilder, Zeichnungen, bis hin zu Objekten und Installationen findet sich alles in dieser umfangreichen Schau Spektaklo wieder. Die Schüler der Klasse von Jenssen experimentieren stetig und loten die Grenzen der Malerei aus. In der Vielfalt zeigt die Ausstellung eindrucksvoll, in welchen Bereichen Studierende sich mit einem regen Interesse an Natur und Mensch, Politik und künstlerischem Diskurs entfalten kann.

In den Werken selbst lassen sich viele Bezüge zu den Werken des Professors finden und die Einflüsse des Lehrers in die Arbeiten sind nicht zu verleugnen. Olav Christopher Jenssens Malerei beschäftigt sich mit Gegenstandserfahrungen, vor allem der Naturerfahrung. Für ihn ist die Natur der Resonanzbogen für seine Malerei. Hin und wieder überschreitet er die Grenze zur Skulptur. Anwesend bei der Ausstellungseröffnung seiner Schützlinge war er jedoch nicht. In seinen Grußworten hob er jedoch die große Bedeutung für seine Studenten hervor, ihre Arbeiten anders zu präsentieren und somit viele wichtige Begegnungen zu erhalten. Er sei sehr stolz und glücklich, so kompetente, begeisterte Studenten zu haben.

Louis Gemke, einer von zehn anwesenden Künstlern, erzählte, dass sich neben der Baustelle vor dem Kunstzentrum Koppelschleuse auch in den Räumen des Zentrums vier Tage lang eine Baustelle befand. Nun sei Ruhe - zumindest im Innern - eingekehrt und das Potpourri an unterschiedlichen Werken sei zu bewundern und zu erwerben. Manche Werke seien laut und selbstbewusst und andere Werke leise, aber dafür noch selbstbewusster. Aufgabenstellungen gab es von dem Hochschullehrer nie, sondern jeder Student hätte seine Themen und Schwerpunkte selbst gewählt. So beziehen sich einige Werke auf eine Studienreise nach Japan. Gerne hätten die Studenten noch mehr ihrer Werke gezeigt, aber „Spektaklo“ ist eben eine kleine Schau.

Eine Leidenschaft zum Beruf zu machen, sei nicht einfach und deshalb bleibe die Förderung junger Künstler umso wichtiger, betonte Burkhard Sievers, Vorstands-Vorsitzender des Kulturnetzwerk Koppelschleuse . So freut er sich ganz besonders, diese großartige Ausstellung in den Räumen des Kunstzentrums bis zum 23. Oktober 2016 präsentieren zu können.