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Sanftmütig und nützlich Imkerverein Meppen wirbt für eine ruhige Bienenart

Von Katharina Grewe | 07.06.2018, 13:39 Uhr

Der Imkerverein Meppen hat seine Bienenbelegstelle im Dörgener Naturschutzgebiet zur kostenlosen Zuchtstoffabgabe an Imker geöffnet. Gleichzeitig erhielten hier angehende Imker ihre Urkunden zum Abschluss der Grundausbildung sowie praktische Tipps zu Zuchtarbeit, Ablegerbildung und Varroabekämpfung.

„In einem Umkreis von sechs Kilometern von der Belegstelle aus, ist vorgesehen, dass nur eine Bienenrasse anzutreffen ist“, erklärte Carl Drescher, Lehrgangsleiter und Ehrenvorsitzender des Meppener Imkervereins den interessierten Imkerlehrlingen. Es handele sich um die so genannte Carnica, erläuterte Drescher weiter, eine besonders ruhige Bienenart. „Die Bundesrepublik ist dicht besiedelt, daher ist es nur möglich Bienen zu halten, wenn diese sanftmütig sind“, so der Ehrenvorsitzende.

Durch die Bienenbelegstelle soll gefördert werden, dass positive Eigenschaften weitervererbt werden. „Wir möchten Kreuzungszucht unterbinden und hierdurch ruhige Bienen erhalten, die nicht aggressiv, sondern sanftmütig, widerstandsfähig und fleißig sind“, stellte Drescher heraus. Daher stellt der Meppener Imkerverein kostenlos Larven von gekörten Bienenvölkern zur Verfügung, die die gewünschten Merkmale aufweisen.

Diese Larven sollen sich zu Bienenköniginnen entwickeln, die ihre positiven Eigenschaften an ihre Nachkommenschaft weitergeben. Hierzu ist es notwendig, dass der Imker ein weiseloses Volk (ein Volk ohne Königin) produziert, das somit den Trieb entwickelt, eine neue Königin aufzuziehen. Allein die Art der Aufzucht durch das Bienenvolk entscheidet, ob aus einer Larve eine Königin oder eine Arbeiterin wird.

In den letzten Jahren hat sich die Imkerei zu einem beliebten Hobby entwickelt. So hat der Imkerverein Meppen derzeit etwa 100 Mitglieder. In früheren Jahren lag die Zahl bei 60 bis 70 Personen. Laut Carl Drescher ist dies nicht verwunderlich: „Die Imkerei ist ein sehr interessantes Hobby, das sich mit der Natur beschäftigt. Der Imker lernt die Abläufe in der Natur besser kennen, zum Beispiel, wann die Nährpflanzen blühen“. Außerdem sei die Imkerei nach der ersten Anschaffung ein Hobby, das sich selbst trage, so der erfahrene Imker.

Zudem ist die Imkerei ein sehr wertvolles Hobby. „Vor dem Hintergrund des Insektenrückgangs ist die Biene als Bestäuberin unerlässlich geworden. Etwa 80 Prozent der Nutzpflanzen werden durch Bienen bestäubt und ohne die Pflege und Fürsorge des Imkers würden die Bienenvölker aussterben“, gibt Drescher zu bedenken.

Der im Jahr 1868 gegründete Imkerverein Meppen feiert im kommenden Jahr sein 150-jähriges Bestehen. Pünktlich zur Jubiläumsfeier soll auf dem Gelände des Kossehofs, auf dem der Verein ansässig ist, ein Bienenmuseum errichtet werden. Hier sollen historische Imkergeräte wie Bienenkörbe, Honigschleudern, alte Pressen und Bienenbehausungen ausgestellt werden.