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Rückkehr nach Erika geplant Nach Feuer bei Haren: Asylbewerber finden in Grundschule Obdach

Von Carola Alge | 22.08.2014, 13:23 Uhr

Die 17 Bewohner des in der Nacht zum Donnerstag abgebrannten Asylbewerberheims in der Eichenallee in Haren-Erika haben eine neue vorübergehende Unterkunft in der Grundschule in Fehndorf gefunden.

Dorthin zogen die 20 bis 75 Jahre alten Asylbewerber aus Afghanistan und Afrika sowie zwei Obdachlose aus ihrer Notunterkunft in der Turnhalle der Marienschule am Freitag. Nach dem Brand (wir berichteten) der Gemeinschaftsunterkunft für Asylbewerber und Obdachlose im Ortsteil Erika am Donnerstag hat die Stadt Haren mit der ehemaligen Grundschule St. Benedikt in Fehndorf einen Tag nach dem Unglück eine neue Bleibe für die Bewohner gefunden. In den vergangenen beiden Jahren waren dort zwei Kindertagesstätten während der Neubaumaßnahmen an den Stammhäusern vorübergehend untergebracht.

Innerhalb von 24 Stunden gestaltete die Stadt Haren für die Unterbringung die Räume um, richtete sie ein und stellt einen angemieteten kombinierten WC- und Duschcontainer auf. „Optimal ist die Unterbringung nicht, denn in der Schule werden 16 Bewohner auf zwei kleine Räume aufgeteilt, wo sie schlafen können “, erzählt Bodo Schrandt, Sachbearbeiter beim Sozialamt Haren.

Um doch noch ein wenig Privatsphäre zu schaffen, bringen Mitarbeiter der Stadt am Montag Schränke vorbei, die als Raumteiler dienen.

Die erste Nacht nach dem Feuer, bei dem das 25 mal acht Meter große Asylbewerberheim in Erika bis auf die Grundmauern niederbrannte, verbrachten die Bewohner in der Turnhalle in Erika-Altenberge. Dort wurden sie von zwei Schnellen Einsatzgruppen (SEG) des DRK-Kreisverbandes Emsland betreut und verpflegt.

Der Umzug nach Fehndorf wurde am Freitagnachmittag durchgeführt. Harens Erster Stadtrat Dieter Sturm dankte allen Einsatzkräften von Feuerwehr, Polizei und DRK sowie den Bürgern, die mit Kleidung- und Spielzeugspenden die Flüchtlinge und Obdachlose unterstützten. Unter ihnen war auch eine Mutter mit ihrer dreijährigen Tochter von der Elfenbeinküste, die am Freitag nach kurzem Aufenthalt das Krankenhaus verlassen konnten und jetzt im Flüchtlingsheim in Rütenbrock untergebracht wurde. Die anderen durch das Feuer leicht verletzten Personen sind weiter zur Beobachtung in Krankenhäusern.

Harens Erster Stadtrat Dieter Sturm hofft, dass die durch den Brand heimlos gewordenen Menschen in Fehndorf eine ähnliche Solidarität erfahren wie in Haren-Erika. „Die Ortschaft gilt aufgrund der Nähe zu den Niederlanden als besonders gastfreundlich. Die Flüchtlinge und Obdachlosen sollten deshalb offenherzig aufgenommen werden“, bittet er um Unterstützung. In Fehndorf bestehe neben einem kleinen Supermarkt auch eine öffentliche Buslinie, die den Anschluss an die Innenstadt gewährleiste.

„Die Bewohner wurden mit dem Nötigsten ausgestattet. Matratzen, Lebensmittel, Hygieneartikel, Handtücher und Kleidung. Auch eine Waschmaschine wurde angeschafft“, sagt Schrandt.

Die Unterbringung in der ehemaligen Fehndorfer Schule ist so lange geplant, bis eine neue Unterkunft in Erika errichtet worden ist. Die Planungen dazu laufen. „Wir werden direkt nach den Sommerferien die dazu erforderlichen politischen Beschlüsse erbeten“, so Sturm. Dazu seien am Donnerstag die Mitglieder des Verwaltungsausschusses sowie die betroffenen Ortsvorsteher fortlaufend über den Stand der Angelegenheit informiert worden.

 Das Feuer hatte die 17 Bewohner des Asylbewerberheims in der Eichenallee in der Nacht zum Donnerstag aus dem Schlaf gerissen. Einer von ihnen stellte im Haus Rauch fest. Als er die Tür zum Heizungsraum öffnete, schlugen ihm Flammen entgegen.

Die Ursache des Feuers ist nach wie ungeklärt. Die Ruine ist beschlagnahmt. Die Ermittlungen und Staatsanwaltschaft und Polizei dauern an. Brandermittler und ein Brandsachverständiger haben am Donnerstag erste Untersuchungen an der Brandstelle durchgeführt. Außerdem wurden erste Bewohner des Hauses und Zeugen von der Polizei vernommen. Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung hätten sich bislang nicht ergeben. Der Sachschaden beträgt annähernd 80000 Euro.