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Rahmen für weitere Entwicklung Masterplan für den Naturpark Moor

Von Tobias Böckermann | 25.06.2015, 16:34 Uhr

Nur sechs Monate nach dem Startschuss ist der Masterplan für den Internationalen Naturpark Moor fertig. Das 100 Seiten umfassende Papier bildet in den kommenden Jahren den Rahmen für die Weiterentwicklung des Parks und seiner Mitgliedskommunen.

Entwickelt haben den Plan zwei Planungsbüros gemeinsam mit Vertretern der am Naturpark beteiligten Kommunen aus Deutschland und den Niederlanden, Mitarbeiter von Behörden, aus Land- und Forstwirtschaft, der Politik, der Wasserwirtschaft, dem Naturschutz und dem Tourismus. Beim vierten und abschließenden Naturparkforum seit Herbst 2014 hat Landrat Reinhard Winter von Karen Dörrer vom Planungsbüro KoRiS das erste fertige Exemplar erhalten.

Der Plan ersetzt oder übertrifft dabei nicht ohnehin schon geltendes Recht, sondern er soll eine freiwillige Selbstbindung sein für den deutschen Teil des Naturparks. Wichtig ist dabei die Abstimmung mit den niederländischen Partner: Was bisher nicht einheitlich war, etwa Beschilderung oder Besucherlenkung, soll einheitlicher werden. Der Charakter des Parks soll im Zukunft besser als Einheit zur Geltung kommen. Der Plan ist auch in vielen Fällen Voraussetzung für die Bereitstellung von Fördergeldern, seine Fertigstellung stand deshalb und weil Restfördermittel genutzt werden konnten, unter Zeitdruck.

Der Anspruch des Papiers ist hoch, die Planungen und vorgeschlagenen Maßnahmen sind zum Teil ambitioniert. So liegen die Hauptarbeitsfelder in der Vereinbarkeit von Landwirtschaft und Naturschutz, im Wassermanagement, im hohen Nährstoffeintrag oder in der fehlenden Zugänglichkeit von attraktiven Naturschutzgebieten für Touristen.

40 zentrale Projekte

40 zentrale Projekte wurden formuliert, elf weitere können bei Bedarf angegangen werden. Ziel ist unter anderem die Erhaltung und Renaturierung der Moore, die Vernetzung der Biotope, die Schaffung eines attraktiven Freizeitwegenetzes, die Weiterentwicklung des gastronomischen Angebotes oder die umweltverträgliche und nachhaltige Landnutzung.

Konkret geht es zum Beispiel um die Sicherung des Meerkolkes bei Geeste und damit des letzten verbliebenen Hochmoorrestes auf deutscher Seite. Alle anderen Gebiete sind abgetorft und werden wiedervernässt . Die Vermarktung regionaler Produkte soll forciert, die sogenannte Paludiekultur, also der Anbau von Torfmoosen, initiiert werden.

Ein Generalplan zum Wassermanagement ist mittelfristig ebenso vorgesehen wie die „touristische Inwertsetzung des Geester Sees“oder eine Qualitätsoffensive für den Naturpark.

Landrat Reinhard Winter dankte in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Naturparkvereins allen Beteiligten und Mitstreitern. Für ihn war klar, dass der flächenmäßig kleinste deutsche Naturpark nicht nur durch seine Verbindung mit den Niederlanden eine herausragende Stellung einnehme, sondern vor allem durch das Thema Moor. „Er dürfte der einzige sein, der derzeit in Niedersachsen über einen aktuellen Naturparkplan verfügt.“

Als Instrument für eine nachhaltige Regionalentwicklung sei der Naturpark ein inzwischen bewährtes Mittel. Der neue Plan sei dabei dynamisch angelegt und nicht statisch, er werde also immer fortentwickelt.