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Querbeet durch das Gartenjahr Staudentausch im Bauerngarten Rühle

Von Heiner Harnack | 30.03.2015, 08:00 Uhr

Immer mehr Dörfer entdecken das Kulturgut Bauerngarten neu. Seit dem Jahr 2008 wachsen auch im Meppener Vorort Rühle junges Gemüse und alte Stauden aus Omas Garten. Die Heimatfreunde Rühle und die Rühler Landfrauen haben am Samstag wieder zu einer Staudentauschaktion eingeladen.

Juliane Große-Neugebauers Augen leuchten, wenn sie über den Bauerngarten gegenüber der Kirche berichtet. Mit viel Herzblut hat sie gemeinsam mit einigen Mitstreitern Obstbäume gepflanzt, Hecken gesetzt und Beete angelegt. Der Garten ist zu einem Treffpunkt nicht nur für die Rühler geworden: Weil er an der Hauptstraße liegt, kommen auch viele Gäste gezielt oder auch zufällig vorbei. „Die Lage unseres Bauerngartens ist so optimal an der Hauptfahrradstrecke gelegen, dass viele Menschen einfach anhalten.“

Einer davon kommt aus Stuttgart. „Der Mann hatte während eines schweren Regenschauers mit einem Schweizer Freund hier Rast gemacht“, sagt Große-Neugebauer. Mittlerweile erkundige sich der reiselustige Schwabe regelmäßig nach den Fortschritten.

Unter anderem belebten die vielen Fahrradtouristen diesen Anziehungspunkt, erzählt die einst aus Siegen zugezogene dreifache Mutter, die sich als Ortsvorsteherin und im Stadtrat engagiert. „Insgesamt haben wir hier 16 Parzellen, die regelmäßig bearbeitet werden, denn unser Bauerngarten soll auch optisch ansprechend bleiben“, erklärt Große-Neugebauer.

„Für alle Parzellen haben wir Pächter gefunden, die richtig Freude an den insgesamt 2500 Quadratmetern haben, die beackert werden müssen. Dazu kommt noch unsere Streuobstwiese“, erklärt Große-Neugebauer.

Die Grundschule Rühle arbeite mit ihren Schülern an einer lebenden Sonnenuhr. Das Projekt hoffe man, im Mai fertigstellen zu können.

Immer wieder schaut Große-Neugebauer zu den Menschen an den kleinen Ständen herüber, die ihre Stauden anbieten. Gegen eine Spende könnten auch die Gartenfreunde eine Staude bekommen, die selbst nichts zum Tauschen mitgebracht hätten, erzählt Große-Neugebauer, weil man den Menschen einfach nur den Spaß an der Arbeit in und mit der Natur vermitteln wolle.

Wer noch ein passendes Geschenk für das Osterfest suchte, konnte auch hier noch kleine Köstlichkeiten finden, die zum Verkauf angeboten wurden. Passend dazu haben die Heimatfreunde und die Landfrauen ein kleines Heft herausgebracht, das „schnelle Rezepte aus dem Bauerngarten“ liefert.

Stolz sind die Gärtner auf den Sonderpreis des Emsländischen Heimatbundes im Bauerngartenwettbewerb oder auf die Teilnahme an der Landesgartenschau Papenburg. Am Ende passt der Staudentausch genau in das Konzept der Rühler Gärtner: Aufklärungsarbeit in Sachen Natur und Spaß am Garten zu verbinden.