Ein Artikel der Redaktion

Prügelei bei Hahnholen Verfahren gegen Angeklagte aus Werlte eingestellt

Von Alfred Korfhage | 18.07.2014, 13:32 Uhr

Vor dem Strafrichter in Meppen mussten sich drei junge Leute aus Werlte, darunter eine Frau, verantworten, weil sie gemeinsam einen betrunkenen Mann geschlagen und getreten haben sollen. Der Strafrichter stellte das Verfahren ein.

Die Angeklagten hatten am Tag nach einer Hochzeit im Mai letzten Jahres am sogenannten „Hahnholen“ teilgenommen. Es wurde kräftig dem Alkohol zugesprochen, auch der später Verletzte trank und machte Ärger. Er provozierte, behinderte andere Feiernde, er ließ sich nicht durch Ermahnungen beruhigen. Der 28-jährigen Angeklagten gelang es dann, den Trunkenen in ein Taxi zu bugsieren und mit ihm zu dessen Wohnung zu fahren. Dort kamen gleichzeitig die weiteren Angeklagten an, es kam erneut zum Streit.

Es gab zahlreiche Zeugen, die aber keine eindeutigen Aussagen zum Hergang machten, teilweise widersprachen sie sich. Eine Zeugin will im Fahrzeug der Angeklagten ein kleines Mädchen gesehen haben, was kein anderer Zeuge bestätigte. Es wurde behauptet, dass die Angeklagte den Verletzten so festgehalten hätte, damit die Mittäter diesen schlagen konnten. Angeblich war auf den am Boden liegenden Mann eingetreten worden.

Die Angeklagten, ein Metallbauer, ein Monteur und eine Erzieherin, bestritten die Vorwürfe. Der Streit sei von dem Anderen ausgegangen. Sie hätten sich geschlagen aber eher, um den Betrunkenen abzuwehren. Die Angeklagte sagte, sie sei mehrfach dazwischen gegangen, sie habe sich zwischen die Männer gestellt und auseinander gedrückt. Von Festhalten könne keine Rede sein, das sei gelogen.

Der Verletzte konnte sich in der Gerichtsverhandlung an nichts erinnern. Er sei volltrunken gewesen, da habe er solche Ausfälle. Der Staatsanwalt machte den Verletzten darauf aufmerksam, dass ein Zeuge die Pflicht habe, sich zu äußern und sich um Erinnerungen bemühen müsse, ansonsten sei es eine Falschaussage mit Folgen.

Einige „Erinnerungsinseln“ fielen dem Zeugen dann doch ein. So habe er sich am Tag nach der Auseinandersetzung schriftlich bei den Angeklagten entschuldigt, es sei seine Schuld und er werde auf jeden Fall die Polizei heraushalten. Er wolle kein Verfahren.

In der Verhandlung wurden dann weitere Zeugen benannt, die etwas zum Sachverhalt sagen könnten. Es wurde seitens des Gerichts überlegt, ob die Beweisaufnahme nach Vertagung fortgesetzt werden könne. Darauf verzichtete das Gericht , das Strafverfahren gegen die drei Werlter wurde mit Zustimmung der Beteiligten eingestellt.