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Projektleiterin sprach in Meppen Inklusion auch beim Ehrenamt ermöglichen

Von Jan Grothe | 01.12.2015, 10:56 Uhr

Britta Marie Habenicht vom Projekt Ehrenamt der Lebenshilfe Lüneburg-Harburg hat zusammen mit weiteren Referenten – mit und ohne Behinderung - am Fachtag zum Thema Inklusion und Ehrenamt im Meppener Kreishaus gesprochen.

„Menschen mit Behinderung sollten nicht mehr nur als Hilfe-Empfangende betrachtet werden, sondern als Menschen, die ebenfalls ihren Teil zur Gesellschaft beitragen können, etwa in Form eines ehrenamtlichen Engagements“, sagte Habenicht. Ebenso sprach Henning Baden von der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Deutschland über das Thema „Auf dem Weg zur inklusiven Freiwilligenagentur“.

Projekt in Hamburg

Habenicht berichtete von einem Projekt der Diakonie in Hamburg namens „Selbstverständlich Freiwillig“, bei dem es um das Engagement von Menschen mit Behinderungen geht. „Jeder Freiwillige braucht zu Beginn seines Ehrenamts ein intensives Erstgespräch und eine Form der Einarbeitung und Begleitung, egal ob mit oder ohne Behinderung“, betonte Habenicht. Viele Menschen mit Behinderung hätten „klassische“ Ehrenämter inne, wie beispielsweise im Tierheim, in der Kirchengemeinde oder im Seniorenheim.

Schwieriger Start

Doch am Anfang sah das noch anders aus. „Wir stellten im Laufe des Projektes nach Gesprächen mit Menschen mit Behinderung und Mitarbeitern der Behindertenhilfe ziemlich schnell fest, dass viele Menschen mit Behinderung gar nicht über das Thema Engagement Bescheid wussten“, sagte Habenicht. Es habe zwar Infoblätter und Flyer über das Thema gegeben, doch „diese erreichten die Menschen mit Behinderung nicht, da die Sprache auf den Infoblättern teilweise zu kompliziert war“. Es wurde ein leicht verständlicher Flyer entwickelt, der teilweise kurze Sätze und eine leicht verständliche Sprache enthielt. Auch auf eine geeignete Schriftgröße und bestimmte Bebilderung wurde geachtet.

Erfolgreiche Kooperationen

Habenicht berichtete auch von Erfolgen mit den Kooperationspartnern des Projekts „Selbstverständlich Freiwillig“: „Wir haben versucht, eng mit den zehn Freiwilligenagenturen Hamburgs zusammenzuarbeiten, haben verschiedene Fortbildungsformate extra für Freiwilligenagenturen angeboten und bei der großen Hamburger Ehrenamts-Börse, der Aktivoli-Börse, mit rund 150 Vereinen zum Thema ‚Barrierefreiheit‘ beraten“.

Auch erste Projekte im Emsland

Abschließend konnten auch Projektkoordinatorin EL-Mitte, Veronika Röttger von der Kontaktstelle Gemeindenähe/Ehrenamt am Meppener St.-Vitus-Werk, und die Ehrenamtliche Hedwig Scheffer von ihren Erfahrungen in der Gemeinde berichten. Scheffer engagiert sich freiwillig in der katholischen Probstgemeinde Meppen und erzählte von ihrer Arbeit als Messdienerin und ihrem aktuellen Lektorendienst. „Es macht richtig Spaß, in der Messe oben zu stehen und für alle zu sprechen“, sagte sie stolz. Röttger und Scheffer merkte man ihr enges Miteinander an. Die Freude über ihre unterschiedlichen Arbeiten war spürbar.

Inklusion durch Sport erfolgreich

Ebenso konnten Hermann Plagge, Projektkoordinator „InduS - Inklusion durch Sport“ beim Kreisbund Emsland und Jochen Scholz, ehrenamtlicher Co-Trainer im Sportverein über Inklusion durch Sport referieren. „In Kooperation mit den drei großen Einrichtungen der Behindertenhilfe im Emsland, ist der KSB auf dem Weg, die Inklusion in den Emsländischen Sportvereinen voranzutreiben“, sagte Plagge. Sportangebote sollen nämlich für alle zugänglich sein.

Weitere Informationen gibt es online auf den Seiten der Hilfsorganisationen unter www.vitus.info, www.indus-emsland.de, www.lhlh.org, www.bagfa.de sowie www.lebenshilfe-nrw.de.