Ein Artikel der Redaktion

Platz für Bienen und Hummeln Häuser für Insekten am Windthorst-Gymnasium Meppen

Von Alicia Andrees, Merle Schlömer, Lysander Willems und Julia Leffers | 21.08.2017, 12:12 Uhr

Überlebenshilfe für nützliche Insekten wollen Schüler der 8. Klasse des Windthorst-Gymnasiums Meppen geben.

Den meisten Menschen fallen sie gar nicht auf, Wildbienen, Wespen und Vögel. Und es fällt erst recht nicht auf, wenn diese Insekten und bestimmte Vogelarten aus unseren Gärten, aus den Parks oder vom Schulgelände verschwinden. Doch gerade Kleinstädte wie Meppen bieten so viele Möglichkeiten, das Sterben dieser Arten zu verhindern. Die Schüler der 8. Klasse des Windthorst-Gymnasiums Meppen, treffen sich jeden Dienstagnachmittag zum MINT-Fach Biologie.

Als Erstes erfolgte eine Exkursion mit Expertin Jutta Over vom NABU Meppen. Hierbei zeigte sich sehr schnell, dass Höhlenbrüter häufig im näheren Schulumfeld vorkamen und diese Nisthilfen angenommen hatten. Damit war die Aufgabe klar, dass sich eine Gruppe Nisthilfen baut. Nach einem Intensivkurs zur Honigbiene und ihrer Haltung mit dem ortsansässigen Imker Rolf Krebber waren die Jugendlichen sehr beeindruckt über die Schwerstleistungen, die die Honigbienen jedes Jahr vollbringen.

In ganz Mitteleuropa tummeln sich rund 750 Wildbienenarten, in Deutschland sind es etwa 560 Arten. Erst in jüngster Zeit wurde ihre bisher weit unterschätzte Bedeutung bei der Bestäubung von Blütenpflanzen wahrgenommen. Besonders durch die intensive Landwirtschaft, die Versiegelung der Böden und dem verstärkten Einsatz von Pestiziden, auch im privaten Bereich, wird der Lebensraum der Wildbienen immer kleiner.

Mauerbienen

Häufig vorhanden waren Sandbienen und Erdwespen, die sich auf Rasenflächen und in den Randbereichen der Sandbunker rund um die Spielgeräte auf dem Schulhof angesiedelt hatten, ergab die Bestandsaufnahme auf dem Schulgelände. Weitere Insekten fanden sich in Spalten, Fugen und Mauerlöchern. Davon besitzen die frisch sanierten Schulgebäude nicht mehr so viele. Die Gehörnte Mauerbiene und die Rostrote Mauerbiene waren hier die häufigsten Arten. Die Dunkle Erdhummel und die Helle Erdhummel, waren zu diesem Zeitpunkt sehr aktiv. Für sie wurden spezielle Nisthilfen gebaut.

Viel war beim Bau der Insektenhotels zu beachten. Man kann viel falsch machen, was zur Verletzungsgefahr für die Tiere beiträgt. Das Verhältnis von Lochgröße und Bohrtiefe sollte korrekt sein. Die Hölzer müssen unbehandelt und gut durchgetrocknet, aber trotzdem frei von Rissen sein. Handwerkliches Geschick war gefragt. Auch wenn sich dies alles sehr frustig anhört, so macht das Selbstbauen richtig viel Spaß.

Bienenwiesen und Kleinstlebensräume, wie Blumentöpfe mit Wildblumen sollen entstehen. Dabei unterstützt der Stadtimker mit seinen Experimentierfeldern für Bienen die Schüler. Besonderheiten bei Bienen sollen bei einem ortsansässigen Verein, der Imme-Schule, erforscht werden. Zielsetzung ist, möglichst viele Menschen auf das Thema Bienen aufmerksam zu machen. Bei der Feier zum 375-jährigen Bestehen des Gymnasiums in Meppen im September wird es einen Info- und Verkaufsstand geben.