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Naturschutz braucht starke Lobby NABU wirbt um Mitglieder im mittleren Emsland

Von PM. | 14.02.2017, 15:56 Uhr

Der Naturschutzbund (NABU) wirbt in den nächsten Wochen im mittleren Emsland umfangreich um neue Mitglieder. „Der Naturschutz findet immer breiteres Interesse in der Öffentlichkeit“, sagt Jutta Over, Leiterin der NABU-Regionalgeschäftsstelle in

„Entsprechend viele Aufgaben werden an uns herangetragen, und daher können wir mehr Unterstützer gebrauchen“, so Over. Sie verweist auf die langjährigen Erfolge des 1978 gegründeten Vereins.

So habe man durch unzählige Landschaftspflegeaktionen einige Moor- und Heideflächen im Altkreis wieder herrichten können. Extrem seltene Arten wie Kreuzotter, Sumpfohreule und Ziegenmelker bekamen so einen neuen Lebensraum, auch ein Orchideenbestand mit über 1000 Blüten hat sich auf einer Fläche entwickelt.

Arbeitsgemeinschaften

Der Steinkauzbestand hat sich in den vergangenen Jahren vervierfacht, dank der gezielten Anbringung von Nisthilfen in der Nachbarschaft erfolgreicher Bruten. Hier werde eng mit Haus- und Hofbesitzern zusammengearbeitet, ebenso beim Schutz von Schleiereulen und Fledermäusen. „Viele Arten sind eben auf uns Menschen angewiesen“, erzählt Over, die seit vier Jahren die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“ verleiht – an Standorte, an denen die Schwalben ungestört ihre Nester bauen und brüten dürfen.

 (Weiterlesen: NABU Emsland-Mitte stellt Jahresbilanz vor) 

Während die Reptilien- und Amphibien-AG derzeit Winterpause hat, da sich Schlingnatter, Zauneidechse, Moorfrosch und Co noch in Kältestarre befinden, wertet die Botanik-AG ihre Erfassungen vom Sommerhalbjahr aus. Eine ungeheure Datenmenge sei da zusammengekommen und die Naturschützer hoffen, dass diese Daten dazu führen, wertvolle Gehölzbestände und Rote Liste Arten an der Hase besser zu schützen.

Beratung der Bürger

Die Bürgerberatung spielt in der täglichen Arbeit eine große Rolle. Oft geht es um Artenschutz im Garten oder im näheren Umfeld, aber viele Menschen rufen auch an, um dem NABU einfach ihre Beobachtungen mitzuteilen. „Das ist immer wieder spannend, und die allgemeine Ansicht, dass niemand mehr Augen für die Natur hat, trifft auf die Menschen im Emsland jedenfalls nicht zu“ freut sich auch der Vorsitzende des NABU Emsland-Mitte, Thomas Fuchs.

Wegen des steigenden Zuspruchs wurde kürzlich die obere Etage des Gebäudes in der Haselünner Straße dazu gemietet. Hier werden derzeit eine Umweltbibliothek, ein Vortragsraum und ein Praktikantenzimmer eingerichtet.

Anwalt für die Natur

All das gibt es nicht zum Nulltarif, weshalb das Team vom NABU um Unterstützung wirbt. Fast noch wichtiger als die Mitgliedsbeiträge sei aber die Mitgliederzahl, „denn je mehr Menschen hinter uns stehen, desto stärker wird unserer Stimme als Anwalt für die Natur, beispielsweise, wenn es darum geht, die Auswüchse der Massentierhaltung zu bekämpfen“.

Daher wird in den kommenden Wochen ein Werbeteam unterwegs sein, um im gesamten mittleren Emsland für den NABU neue Mitglieder zu gewinnen. „Es handelt sich um Studenten oder Abiturienten, die sich bei einer vom NABU beauftragten Agentur beworben haben, um für den gemeinnützigen Zweck zu werben“, teilt der Naturschutzbund mit. „Die Studenten sind an ihrer Kleidung mit dem NABU-Logo und dem mitgeführten Werberausweis erkennbar. Sie dürfen kein Bargeld annehmen.“